Audi-Horror in der Formel E: «Mega beschissen»

Von Andreas Reiners
Formel E
Daniel Abt

Daniel Abt

Audi kommt in der Formel E weiter nicht in Fahrt. Auch in Chile gingen Daniel Abt und Lucas di Grassi leer aus.

Allan McNish bemühte die üblichen Floskeln. «Ich bin schon lange im Motorsport: Manchmal läuft alles wie am Schnürchen, manchmal geht alles schief, was schiefgehen kann - Letzteres ist derzeit bei uns der Fall», sagt der Audi-Teamchef.

Tja, was soll er auch groß sagen? Der Auftakt in die erste Formel-E-Saison als Werksteam kann man auch schlicht als Debakel oder Horror beschreiben.

Denn: Titelverteidiger Lucas di Grassi ist der einzige der 20 Fahrer, der noch keinen einzigen Punkt geholt hat. Zwölf Punkte nach vier Rennen ist sicher nicht das, was sich Audi erhofft hat. In der Teamwertung bedeutet das Rang acht von zehn Teams. Die Punkte holte Daniel Abt, der damit Gesamtzehnter ist, gute 60 Punkte hinter Spitzenreiter Jean-Eric Vergne (71).

Abt fiel in Chile nach einem Crash mit seinem Landsmann Nick Heidfeld aus, er musste nach dem von Heidfeld verschuldeten Unfall einige Runden später aufgeben. Er sprach Klartext, was die Situation bei Audi angeht. «Mega beschissen, wir sind alle betrübt. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr es mich aufregt. Wieder ein Rennen so verloren», sagte Abt.

Auch über den Gemütszustand seines Teamkollegen di Grassi, der sein Auto nach einem Leistungsverlust abstellen musste, wusste Abt etwas zu berichten. «Der ist komplett ausgeratet in der Box. Ich dachte, der bringt sie jetzt alle um. Das war ganz krass», so Abt.

Sein Fazit: «Null Punkte, schlechte Laune, Katastrophe und Desaster, ätzend. Wir sind uns dessen bewusst, aber so ist es. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Die Kacke ist am Dampfen», so Abt weiter.

Die Gründe für die Bilanz? Sind vielfältig. Mal ist es Pech wie bei Abt in Chile oder nach seinem Sieg in Hongkong, als er disqualifiziert wurde wegen eines Formfehlers, der ihm keinen Vorteil brachte. Der zweite Inverter-Tausch zuletzt zeigt aber auch, dass der e-tron FE04 ein Zuverlässigkeitsproblem hat. Das Bittere: Das Auto hat eigentlich die Pace, um Rennsiege einzufahren.

«Es ist extrem enttäuschend, zwei Ausfälle aus unterschiedlichen Gründen zu verbuchen. Aber wir wissen, dass das im Motorsport manchmal so ist. Daniel wurde in der ersten Runde unglücklich getroffen. Lucas fuhr ein starkes Rennen und hatte nach dem Boxenstopp plötzlich keine Leistung mehr. Den Grund dafür kennen wir noch nicht», so McNish weiter. Viel Zeit bleibt nicht, Anfang März fährt die Formel E in Mexiko. Klar ist: Langsam muss Audi punkten, sonst können die Ingolstädter die Saison endgültig abhaken.

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