André Lotterer: Erster Sieg beim Heimspiel? Mega!

Von Otto Zuber
Formel E
Andre Lotterer

Andre Lotterer

André Lotterer fährt seit der vergangenen Saison in der Formel E. Mit seinem Techeetah-Team ist er immer vorne dabei, zum ganz großen Wurf reichte es noch nicht. Vielelicht beim Heimrennen?

Was macht den BMW i Berlin E-Prix so besonders für dich und warum?

Ein Heimrennen ist immer etwas Besonderes, Berlin ist eine coole Stadt und die Strecke bietet viele Überholmöglichkeiten und Action. Wir können dort unheimlich viele Gäste und Zuschauer begrüßen und generell ist auf dem Flugplatz eine coole Atmosphäre. Ich freue mich sehr, dort zu fahren und hoffentlich viele lokale Fans zu begrüßen. Außerdem freue ich mich auf das Podium – auf das will ich nämlich am Ende!

Was hat die steigende Anzahl bedeutender Automobilhersteller für einen Einfluss auf die Konkurrenz?

Die Konkurrenz in der Formel E ist generell sehr stark. Alle Fahrer sind wirklich top und dadurch, dass die Autos alle sehr ähnlich sind, macht es das Ganze umso schwieriger. Man hat gesehen, dass es in den ersten 8 Rennen 8 verschiede Sieger gab und die Luft ist oben sehr dünn. Man kann sich nichts erlauben und es ist wirklich sehr schwierig so einen Renntag perfekt hinzubekommen. Die ersten zwei freien Trainings in der Früh, dann das Qualifying... Das alles liegt sehr dicht beieinander und man hat nicht viel Zeit dazwischen. Und generell kann man auf dieser Art von Strecke sehr viele Fehler machen. Man muss alles sehr gut angehen und wissen wann man pushen kann. Manchmal trifft es ein Fahrer besser und es ist daher sehr unterschiedlich an der Spitze. Klar wollen die Automobilhersteller auch alle top Fahrer haben, was das Ganze eben auch für jeden Einzelnen schwieriger macht, ganz vorne zu sein.

Wie entspannst du dich vor dem Start – gibt es da ein besonderes Ritual?

Eigentlich gar nicht. Ich verbringe Zeit in unserem Fahrerraum, versuche zwischen den Trainings zu entspannen, weil man am Renntag oft schon vor 6 Uhr wach ist um dann eben um 7 Uhr im Auto sein zu können.

Was für einen Stellenwert hätte ein Heimsieg in Berlin für dich?

Für mich hat ein Sieg allgemein einen hohen Stellenwert, da ich bisher noch keinen geschafft habe. Hong Kong und Rom waren sehr knapp und am Ende dann leider immer wieder enttäuschend. Ob das ein Heimsieg ist oder nicht – für mich steht der Sieg an sich im Vordergrund. Aber wenn der in Berlin sein sollte, vor deutschem Publikum mit der deutschen Flagge, das wäre schon mega.

Was sind generell deine persönlichen Ziele für diese Saison?

Im Prinzip sind das immer die gleichen – alle Rennen zu gewinnen. Das ist natürlich schwierig. Aber natürlich habe ich keine anderen Ziele als zu gewinnen, das ist sehr simpel.

Wie groß ist der Einfluss, den der jeweilige Fahrer während des Rennens hat?

Wir Fahrer haben einen riesen Einfluss. Hier ist es nicht so wie in anderen Serien wo das Auto eine große Rolle spielt und wenn man ein gutes Auto hat auch die Garantie hat, an der Spitze zu fahren. In der Formel E ist es das komplette Gegenteil, da gibt es null Garantie vorne zu fahren. Hier liegen 80% der Verantwortung und der Leistung beim Fahrer und wir müssen sehr viel arbeiten im Cockpit. Wir haben keine Telemetrie, wir müssen selbständig und alleine die Energie managen. Wir haben sehr viel Verantwortung. Und zusätzlich dann eben noch die Faktoren, dass alles zeitlich sehr dicht aneinander ist und man die Stadtkurse nicht kennt, vorher nicht wirklich üben kann außer natürlich viel Simulatorarbeit. Es ist cool, weil als Fahrer kann man viel erreichen, wenn man das gut in Angriff nimmt.

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