Das traurige Ende: 2018 gibt es keine IDM mehr

Von Günther Wiesinger
IDM Superbike
Die IDM ist Geschichte

Die IDM ist Geschichte

DMSB und Co. haben die Deutsche Motorrad-Meisterschaft IDM endgültig zugrunde gerichtet. Die IDM wird 2018 nicht mehr ausgetragen.

Der Text der Pressemitteilung ist lapidar: Keine Fortführung der IDM in 2018. So lautet der Titel des E-Mails, das heute nach der Sitzung der Arbeitsgruppe Motorsport im Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V. (IVM) veröffentlicht wurde.

Es konnte kein tragfähiges Konzept für eine Fortführung der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) im Jahr 2018 gefunden werden.

Schon in den letzten Wochen existierte quasi eine Informationsperre, niemand wollte sich konkret zur IDM-Zukunft äussern, die Verantwortlichen legten eine Bunker-Mentalität an den Tag. Die Durchhalteparolen nahm niemand mehr ernst. Heute sind sie als Lügen entlarvt worden.

Und heute weiß man: Die Abwicklung des nationalen Triumph-Cups und von Renntrainings ist keine perfekte Übung für die Veranstaltung einer internationalen Rennserie.

Jeder halbwegs aufgeweckte Experte hat sich das schon im März 2017 ausmalen können.

Ja, Herr Galinski, vielleicht haben Sie auch aufs falsche Pferd gesetzt? Wie alle tüchtigen IVM-Manager und nebenberuflichen IDM-Veranstaltern von Honda, BMW Motorrad, Yamaha, Suzuki und Kawasaki, die sich mit einem geschäftstüchtigen Verlag ins Bett legten und bald mit Flöhen aufwachten?

Und die mit ihrem Kartell arrivierte Firmen wie Ducati, KTM, Aprilia, MV Agusta und so weiter diskret aus der IDM fernhielten?

Schade, dass dann die schlimmsten Befürchtungen übertroffen wurden. Aber immerhin konnte der umstrittene Serienmanager (sie nannten ihn «Schrotti») ein paar flotte Runden mit dem Official Car von BMW auf der Nürburgring-Nordschleife drehen. Auf dem Weg zur IDM in Zolder, wohlgemerkt.

Die Arbeitsgruppe Motorsport im IVM, bestehend aus den Unternehmen BMW Motorrad, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha, tagte zwei Wochen vor dem Saisonfinale in Hockenheim, das vom 29. September bis 1. Oktober stattfindet. Trotz zahlreicher intensiver Gespräche konnte kein Konzept gefunden werden, das eine erfolgreiche Umsetzung der IDM im Jahr 2018 gewährleisten würde.

Vor einem Jahr zog sich die Firma MotorEvents als Promoter der IDM zurück, es wurde ein Scherbenhaufen hinterlassen. Der neue sportliche Ausrichter war überfordert, die Industrie liess sich als IDM-Promoter über den Tisch ziehen und beförderte die deutsche Rennserie endgültig aufs Sterbebett.

Es war klar, dass eine Internationale Motorrad-Meisterschaft, die nicht von den Zuschauern, sondern von den Teams finanziert wurde, auf die Dauer keine Überlebenschance hatte. Aber das Konzept wurde nie überarbeitet, es waren am Schluss nur noch hochnäsige Dilettanten am Werk.

Zu bedauern sind die Fahrer und die Teams, die viel Geld investiert haben – und jetzt die Zeche bezahlen. Und die jetzt schauen müssen, in welcher Rennserie sie 2018 antreten sollen.

SPEEDWEEK.com hat die Machart der IDM jahrelang kritisiert, aber die Industrie steckte den Kopf in den Sand, die Teams liessen sich eine Lüge nach der andern auftischen und muckten nie auf, sie liessen sich vom DMSB mit den Gebühren abzocken.

Die Trägerverbände ADAC und DMV spielten die willfährigen Gehilfen – und wurden schliesslich zu den Totengräbern der einst blühenden IDM.

Die falschen Klassen, die falschen Reglemente, die falschen Konzepte – an der IDM stimmte in den letzten Jahren gar nichts mehr. Der Terminplan 2017 war ein Scherz – zwei IDM-Meetings bis Ende Juli.

Es ist die Chronik enes angekündigten Todes.

Statt eines euphorischen Saisonfinales wird aus dem letzten IDM-Lauf in Hockenheim in zwei Wochen eine trostlose Begräbnisveranstaltung.

Ja, verehrter Herr DMSB-Präsident Hans Stuck, die vom Verband eingeleiteten Maßnahmen kamen zehn Jahre zu spät und wirkten planlos. Das war nichts anderes als Augenauswischerei. 

Wenn man Probleme jahrelang vor sich herschiebt statt sie zu lösen und die unliebsamen Kritiker als die wahren Sundenböcke hinstellt, dann muss man diese Suppe irgendwann auslöffeln.

Dabei hätte man nur einen Blick auf die florierenden nationalen Meisterschaften in anderen europäischen Ländern werfen müssen. Nach Italien, Frankreich, Spanien oder Großbritannien. Selbst bei den Niederländern könnten sich die IDM-Macher eine Scheibe abschneiden.

Bleibt nur zu hoffen, dass die DTM durch den Ausstieg von Mercedes Ende 2019 nicht dasselbe Schicksal ereilt wie die IDM.

Dann hätte der DSMB endgültg seine Schuldigkeit getan.

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