Leiden auf hohem Niveau

Kolumne von Jörg Teuchert
IDM Superbike
Jörg Teucher und seine Teamkollegin Nina Prinz.

Jörg Teucher und seine Teamkollegin Nina Prinz.

Arne Tode hat auf dem Nürburgring meine Siegesserie beendet. Ein wenig bin ich in meiner männlichen Ehre gekränkt.

Zur Einstimmung auf den IDM-Lauf auf dem Nürburgring bin ich am Freitag erstmal eine Runde um die Nordschleife geradelt. Weil’s so schön war, am Samstag nach den Trainings gleich noch Mal. IDM-Serienmanager Nico Amende habe ich auch mitgenommen. Er hat sich gut gehalten und war schlau. Er hat nicht von Anfang an rein gehalten wie ein Ochse, sondern hat sich seine Kondition eingeteilt. Alleine brauche ich eine Stunde und 20 Minuten. Zu Zweit waren wir eine Stunde und 45 Minuten unterwegs. Nicos Mountain-Bike-Fähigkeiten sind noch ausbaufähig. Er sich kann gerne mal bei mir zum Technikkurs anmelden.

Das erste Superbike-Rennen am Sonntag konnte ich gewinnen. Das Zweite leider nicht. Und dabei wollte ich Martin Bauers Rekord mal wieder gerade rücken. Er hatte letztes Jahr drei Doppelsiege in Folge. Ich schaffte im letzten Jahr einen Doppelsieg auf dem Sachsenring, wo wir das nächste IDM-Rennen fahren. Daher sieht es da für mich ganz gut aus. Auf die Tour wollte ich Martins Serie toppen. Natürlich bin ich jetzt nicht suizidgefährdet. Aber in meiner Ehre bin ich dennoch gekränkt. Als Mann muss man ja ein Ego haben.

Ich freue mich für Arne. Er hat mit einem 11.Platz angefangen, wurden dann Fünfter und jetzt der Sieg. Das hätte ich nicht erwartet. Ich habe mir sein Rennen von hinten angeschaut. Er war in der Tat frech unterwegs. Hätte sich meine Yamaha mit 110 Grad Wassertemperatur nicht den Grippevirus eingefangen, hätte es mit dem Sieg vielleicht klappen können. Ich hätte mit aller Gewalt rein halten können, doch damit hätte ich nur mich und andere in Gefahr gebracht. Im Windschatten konnte ich bei den anderen mitspielen. Dadurch ging die Temperatur noch etwas höher. Zum Vorbeifahren hat es nicht gereicht.

Gerade habe ich mit meinem Teamchef Michael Galinski telefoniert. Sie bauen jetzt den Motor aus und schauen mal nach. Mandy Kainz vom Team Yamaha Austria hat ähnliches berichtet. Sie hatten in der Langstrecken-WM ein ähnliches Problem, wenn man lange im Windschatten fährt. Das Reglement schränkt uns da natürlich ein. Einen zusätzlichen Kühler haben wir montiert. Aber eine gesonderte Luftzufuhr ist nicht drin. Ich hatte im zweiten Rennen 15 Grad mehr als im ersten. Aber ich habe in der Meisterschaft 57 Punkte Vorsprung. Das nennt man dann wohl Leiden auf hohem Niveau.

Die nächsten 10 Tage ist Rackern im Geschäft angesagt und am Wochenende mache ich einen auf Familie. Am 14.Juni werde ich wohl beim niederländischen Meisterschaftslauf in Assen mitfahren. Ich fahre zu Sarah Heides Teamchef Stefan Laux, die wollen in der Klasse Supersport antreten, und setze mich zu dem ins Wohnmobil. Ich lasse mich dann schön nach Assen kutschieren und kann mit Sarah schon Mal die Strecke durchquatschen.

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