Exklusiv: DMSB entsorgt IDM-Spitzenfunktionär Merdes

Von Günther Wiesinger
IDM Superbike
IDM-Macher unter sich: Der entlassene Rüdiger Merdes, Sepp Meier und Sepp Hofmann

IDM-Macher unter sich: Der entlassene Rüdiger Merdes, Sepp Meier und Sepp Hofmann

Jetzt rumort es gewaltig in der vom Siechtum befallenen IDM. Die Motor-Event-Manager verlangen einen Krisengipfel. Der DMSB entlässt den verdienten Funktionär Rüdiger Merdes.

Es knirscht gewaltig im Gebälk der Internationalen Deutschen Motorrad-Meisterschaft (IDM). Promoter Motor Events hat zwar einen Vertrag zur Vermarktung der IDM bis Ende 2017 unterzeichnet, Sepp Meier, Sepp Hofmann und Bert Poensgen tragen sich aber – wie berichtet – mit Ausstiegsgedanken.

Das Trio hat einen Krisengipfel mit den DMSB-Verantwortlichen gefordert, um die ernsthaften Probleme der auf dem ​Sterbebett liegenden Rennserie (kein TV, keine Zuschauer, sinkende Teilnehmerzahlen) zu diskutieren.

Doch die Funktionäre stecken den Kopf in den Sand und suchen Sündenböcke. Da treffen sie mit gewohnter ​Zielsicherheit die Falschen, nämlich jene Funktionäre, die auf der Seite der Fahrer, der Teams und Veranstalter stehen.

So hat der DMSB gestern in einer Nacht- und Nebel-Aktion den bewährten Rüdiger Merdes ent​lassen, der auch Mitglied der FIM-Rennsport-Kommission (CCR) ist.

«Ich habe vom DMSB-Generalsekretär persönlich meinen Ausschluss aus der IDM in schriftlicher Form erhalten», erklärte Merdes in einer ersten Stellungnahme. «Sicher bin ich darüber enttäuscht, mehr jedoch darüber, dass unsere Herren aus der Zweiradszene im DMSB-Präsidium nicht einmal versucht haben, die Konversation zu suchen. Das scheint aber ohnedies ein Fremdwort bei der Geschäftsstelle des DMSB zu sein. Es sei denn, der Hilfsmanager benötigt schnell noch vor Feierabend einen Rat, um vor seinem Herrn gut dazustehen. Ich hoffe dem Sport zuliebe, dass es mit der IDM wieder bergauf geht, möglichst ohne Frankfurt und München. Ich wünsche dem Promoter ein glückliches Händchen.»

Mit Hilfsmanager meint Rüdiger Merdes wohl einen der gescheiterten IDM-Serienmanager – Jochen Schäfer.

Und Merdes wird wohl vorgeworfen, zu sehr auf der Seite von Motor Events gekämpft zu haben, jener Agentur, die sich leidenschaftlich und mit finanziellen Verlusten gegen das Ende der IDM stemmt.

In der IDM geht es drunter und drüber – und das alles unter den Augen der DMSB-Dilettanten, die – zumindest auf dem Papier – immer noch die Sporthoheit bilden.

Die Truppe der Technischen Abnahme wird immer ​energischer entsorgt und durch DEKRA-Leute ersetzt, die sich vorher nur mit dem Automobilsport und nie mit Motorradsport befasst haben. Das alles geschieht auf Wunsch des DMSB. Die IDM-Moto3 wird inzwischen ausschliesslich von DEKRA-Funktionären betreut.

Zwischen Rüdiger Merdes und dem DMSB brodelt es schon eine ganze Weile. Der gross gewachsene FIM-Mann ​galt immer ​als Stütze der IDM-Szene; er war der einzige DMSB-Funktionär, der sich ​mit den Spitzfindigkeiten im Reglement wirklich auskannte und auch die Persönlichkeit dazu hatte, sie durchzusetzen.

Aber es ist wohl irgendwann durchgesickert, dass die verärgerten und abgesetzten Funktionäre der Technischen Abnahme um Emil Braun alle Schandtaten des DMSB in Schriftform in einem Pamphlet gesammelt haben.

Kritiker und Whistleblower sind aber beim DMSB unerwünscht. Die tiefen Gräben sollen zugeschüttet werden. Tarnen und Täuschen heisst die Devise. Das DMSB-Präsidium in Frankfurt wird hinters Licht geführt – bis die IDM endgültig das Zeitliche gesegnet hat.

Der Posten des Generalsekretärs Zweirad wurde nach dem Abgang von Michael Steiner vor zwei Jahren nicht mehr nachbesetzt. Wozu auch?

Kein Wunder, wenn der Ruf nach einem neuen (eigenen Zweirad-) Verband immer lauter wird.

Es gibt genügend Länder in Europa und anderen Erdteilen, in denen die Verbände für Auto- und Motorradsport sinnvollerweise getrennt sind.

Im DMSB führt der Motorradsport ein kümmerliches Schattendasein. Beim Trägerverband ADAC mit seiner Schattenwirtschaft sowieso.

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