IDM Seitenwagen

Geldmangel: Schlosser/Fries (Yamaha) fehlen in Most

Von - 01.08.2019 11:31

Die Schweizer Markus Schlosser/Marcel Fries werden beim nächsten Lauf der IDM Seitenwagen im tschechischen Most nicht dabei sein. Der Grund: Geldmangel.

«Nach einem ausgiebigen Kassensturz müssen wir leider mitteilen, dass wir in Most nicht an den Start gehen können. Bei uns war von Anfang an klar, dass dieses Jahr die Weltmeisterschaft im Fokus steht und wir in der IDM trainieren möchten. Nun ist der Großteil des Budgets aufgebraucht und wir müssen auf diese Trainingseinheit verzichten.»

Diese Mitteilung, die Markus Schlosser jetzt über die sozialen Medien verbreiten ließ, tut der IDM Seitenwagen nicht gut, denn die Serie verliert zumindest beim nächsten Meeting in Most (9.-11. August) eines ihrer Zugpferde bei den Sidecars, die sich bei einem Großteil der Fans immer noch sehr großer Beliebtheit erfreuen.

Schlosser, der 47-jährige Schweizer aus Schönbühl und sein fünf Jahre älterer Beifahrer Marcel Fries aus Hochdorf, waren in dieser Saison wieder in die Seitenwagen-Szene zurückgekehrt und zwar mit einer LCR Yamaha 600 ccm. Schlosser, der immer mit 1000er-Aggregaten sehr erfolgreich unterwegs war, nahm die Umstellung 600 ccm vor, um in der Seitenwagen-Weltmeisterschaft mitfahren zu können.

Da die IDM jetzt auch wieder zwei getrennte Wertungen in Bezug auf den Hubraum erlaubte, wollten die beiden Schweizer auch in der IDM mitfahren, aber mehr zu Trainingszwecken. Aber Motorsport ist teuer und braucht viel eigenes Geld oder potente Sponsoren.

In der IDM Seitenwagen 600 dominieren die Briten Tim Reeves/Mark Wilkes und sind das Maß aller Dinge. Sie führen die Wertung mit sechs Siegen und der Maximalpunktzahl von 150 klar an. Auf Platz 2 folgen Schlosser/Fries mit 101 Punkten. Wer den ehrgeizigen Markus Schlosser genauer kennt, der weiß, dass er sich damit nicht zufrieden gibt.

Zuletzt in Schleiz wurden Schlosser/Fries im ersten Rennen Gesamt-Sechste, aber nur Vierte in der 600er-Wertung und am Sonntag in Rennen 2 im Gesamtfeld Fünfte und Dritte im 600er-Feld hinter Reeves/Wilkes und Streuer/Rousseau.

«Irgendwie geht diese Möhre nicht vorwärts», schimpfte Schlosser in Schleiz schon vor dem zweiten Lauf, «es ist einfach so, wir müssten viel mehr Geld in die Hand nehmen, um uns weiter zu verbessern.» Was verursacht eigentlich die Kosten?

Schlosser: «Na, abgesehen davon, dass man schon ein ganzes Motorrad kaufen muss, um an einen anständigen 600er-Motor zu kommen, sind es vor allem die Zündung und deren komplizierte Einstellungsmöglichkeiten, die die Kosten verursachen. Oder besser gesagt, das Know-how, was dahinter steckt. Die Leute, die das drauf haben, sind einfach teuer. Sie lassen sich das gut bezahlen. Und das Geld fehlt uns momentan.»

Auch der Motor selbst ist laut Schlosser ein Problem: «Die Dinger laufen doch immer am absoluten Limit und werden dauernd hoch geprügelt. Kein Wunder, wenn immer wieder mal was kaputt geht.»

Und dass das Fahren mit den hubraumschwächeren Motoren für die Beifahrer einfacher geworden sei, ist laut Marcel Fries eine Mär: «Der Bremspunkt ist hier später als mit den 1000ern und in den Kurven geht es viel schneller wieder ans Gas, das ist eine ziemliche Hektik.» Oft genug werden dann auch die kurvenschnellen 600er von den hier langsameren 1000ern aufgehalten, auf den darauf folgenden Geraden machen es die 50 PS, die die Einliter-Gespanne mehr haben, den «Kleinen» aber deutlich schwer zu überholen.

Der nächste Lauf der Seitenwagen-WM findet am 11. August im Rahmen des Gamma Racing Day auf dem TT Circuit in Assen statt.

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