IMSA 2020 mit wichtigen Änderungen an der LMP2-Klasse

Von Oliver Müller
Der Oreca 07 von PR1 Mathiasen Motorsports beim Petit Le Mans

Der Oreca 07 von PR1 Mathiasen Motorsports beim Petit Le Mans

In der Saison 2020 sollen in der amerikanischen IMSA-Serie wieder mehr LMP2-Fahrzeuge unterwegs sein. Um dies zu erreichen, haben die Verantwortlichen nun weitreichende Regeländerungen beschlossen.

In Europa funktioniert die LMP2-Klasse derzeit vorzüglich. Das belegt schon der Blick auf die Entrylist der European Le Mans Series (ELMS). An den sechs Rennveranstaltungen nahmen jeweils mindestens 17 LMP2 teil. Noch besser sah es bei den 24 Stunden von Le Mans aus, als im Juni sogar 20 LMP2 an den Start beim großen Langstrecken-Klassiker in Westfrankreich rollten. Auch in Amerika sollte die kleine Prototypen-Kategorie ein Erfolg werden, jedoch hat sich dies bislang noch nicht nachhaltig eingestellt.

Als im Jahre 2017 das neue technische LMP2-Reglement weltweit eingeführt wurde, hatte es die amerikanische IMSA-Serie komplett adaptiert. Zusätzlich wurden in Nordamerika jedoch auch die eigenen DPi (Daytona Prototype international) zugelassen. Ein DPi ist ein LMP2 mit diversen Updates, beispielsweise bei der Aerodynamik und einem anderen Motor. Beide Fahrzeugkonzepte traten in einer gemeinsamen Klasse an und fuhren dank einer BoP um den Gesamtsieg. Durch dieses Konstrukt traten 2018 in der IMSA in der Regel fünf LMP2 an, mit steigender nummerischer Tendenz für die Zukunft.

Für 2019 folgte jedoch der große Schnitt. Denn die amerikanische Serie entschied, lediglich die DPi für die Gesamtsiege in Frage kommen zu lassen. Einigen DPi-Herstellern war es ein Dorn im Auge, dass kleine Teams mit einem Standard-LMP2 Rennen gewinnen konnten und 2018 sogar auch beinahe den Titel holten. Somit gab es für die LMP2 technische Anpassungen, wie beispielsweise ein Drehzahllimit. Als Folge wechselten mit JDC-Miller Motorsports und CORE autosport zwei LMP2-Teams auf DPi-Modelle und die LMP2-Klasse verweiste. In Vollzeit waren 2019 mit Performance Tech Motorsports und PR1 Mathiasen Motorsports nur noch zwei Oreca 07 am Start.

Das soll sich im kommenden Jahr nun wieder ändern, denn die IMSA hat diverse Maßnahmen beschlossen, der LMP2-Klasse wieder auf die Sprünge zu helfen. Hauptaugenmerk lag dabei auf den 24 Stunden von Daytona. Beim kostenintensiven IMSA-Saisonauftakt in Ostflorida dürfen die LMP2 natürlich weiterhin mit dabei sein. Jedoch zählt dieses Rennen nicht mehr zur Gesamtwertung der Saison 2020. Bedeutet: Ein Team kann Daytona auslassen und trotzdem den IMSA-LMP2-Meistertitel einfahren. Eine andere Idee wäre es, in Daytona mit einem anderen Fahreraufgebot anzutreten, als bei den restlichen Läufen der Saison. Dies beschert den Teamchefs neue Möglichkeiten, das Saisonbudget der Fahrzeuge finanziert zu bekommen.

Insgesamt besteht die LMP2-Saison 2020 somit nur noch aus sechs Rennen: Sebring, Mid-Ohio, Watkins Glen, Road America, Laguna Seca und Road Atlanta. Wobei es zusätzlich noch eine gesonderte Langstrecken-Wertung gibt, die neben Sebring, Watkins Glen und Road Atlanta aber auch wieder Daytona umfasst. Auch das bietet Gelegenheiten, ein Budget zusammen basteln zu können.

Auch an die Cockpit-Besatzungen wurde Hand angelegt. So ist es ab 2020 erforderlich, mindestens einen Piloten im Aufgebot zu haben, der von der FIA mit der Einstufung Bronze versehen wurde. (Bislang reichte es aus, einen Silber-Fahrer dabei zu haben). Der Bronze-Pilot muss zudem auch den Start-Stint der jeweiligen Rennen bestreiten. Bei den normalen Saisonrennen ist zudem maximal ein Gold-Fahrer pro LMP2-Fahrzeug erlaubt. Platin-Piloten sind komplett verboten.

Doch auch hier bilden die 24 Stunden von Daytona wieder eine Ausnahme. Beim Klassiker müssen sich insgesamt vier Piloten einen LMP2 teilen, wobei auch maximal zwei Gold-Fahrer oder ein Gold- und ein Platin-Pilot zum Aufgebot gehören dürfen. Wie es scheint, zeigen die Maßnahmen Wirkung. 2020 werden wieder vier bis sechs LMP2 in der IMSA erwartet.

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