Gerold Gesslbauer: «Sehe mich nur als Außenseiter»

Von Helmut Ohner
Der Steirer Gerold Gesslbauer auf der Ratezi-Yamaha

Der Steirer Gerold Gesslbauer auf der Ratezi-Yamaha

Vor den beiden letzten Läufen zur IOEM Superbike im tschechischen Most stapelt Gerold Gesslbauer (Ratezi Yamaha) tief, obwohl er gute Chancen auf den Titel hat. «Für mich sind Steinmayr und Thöni die Favoriten.»

Der Auftakt der Motorsportsaison 2019 verlief für Gerold Gesslbauer äußerst holprig. Das war einerseits geschuldete der Umstellung von einem serienmäßigen Superstock-Motorrad auf ein PS-schwangeres Superbike und auf der anderen Seite einer übersteigerten Erwartungshaltung an die eigene Leistung.

Einige unnötige Stürze nagten nicht nur beträchtlich am Selbstvertrauen, auch finanziell ging es an die Substanz. «Mein Dank geht vor allem an Herbert Obermair vom Team Ratezi. Obwohl ich ihm offen gestanden habe, dass nicht Pech die Ursache für die Unfälle war, sondern Eigenfehler, hat er sofort seine Hilfe zugesagt.»

«Meine Fitness hat am Anfang der Saison für die Superbike-Klasse einfach noch nicht ausgereicht», ist sich Gesslbauer sicher. «Wenn man ein Superbike im Grenzbereich fahren will, wird man als Fahrer extrem gefordert. Gegen Rennende hat die Konzentration nachgelassen, weil ich körperlich bereits am Limit war.»

Mit zunehmender Erfahrung konnte sich der 30-jährige Steirer steigern. «Momentan bin ich aber noch nicht in der Lage, im Training eine schnelle Rundenzeit hinzulegen. Die schnelleren Fahrer werden sofort langsamer, wenn sie mich sehen. Im Rennen bin ich in ihren Windschatten oft bis zu zwei Sekunden schneller.»

Obwohl Gesslbauer fleißig Punkte gesammelt und vor dem Finale der IOEM Superbike nur vier Zähler hinter dem Führenden Philipp Steinmayr und punktegleich mit Nico Thöni an der dritten Stelle der Zwischenwertung liegt, weist er die Rolle des Mitfavoriten weit von sich. «Für mich sind Philipp und Nico die Anwärter auf den Titel. Ich sehe mich nur als krassen Außenseiter.»

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