Aprilia Tuono 660 Concept: Premium-Mittelklasse

Von Rolf Lüthi
Aprilia hat der als Serienversion an der Motorradmesse Mailand vorgestellten Supersport-Maschine RS 660 eine unverkleidete Version zur Seite gestellt. Die Tuono 660 ist vorerst ein Prototyp.

Aprilia hat den Fahrern von unverkleideten Motorrädern, die sich nicht zu Stummellenkern runterbücken wollten, schon immer die volle Dosis gegönnt. Die Tuono V4 entspricht technisch weitgehend der RSV4 1100, es gibt keine Abstriche bei Motorleistung, Fahrwerk und Assistenz-Elektronik.

Das lässt uns der Serienversion der Tuono 660 hechelnd entgegenblicken. Wir erhoffen uns nicht ganz unbegründet eine leichtgewichtige Mittelklasse-Maschine mit hochwertigen Fahrwerk und Elektronik auf dem neuesten Stand. Am Prototypen entsprach sogar die Verkleidung weitgehend des Supersportversion, nur soweit zurechgestutzt, dass ein flacher Rohrlenker montiert werden konnte.

Der Motor mit 270 Grad Hubzapfenversatz, abgeleitet vom 1100er V4, entwickelt 95 PS (5 PS weniger als in der RS 660), was erfahrungsgemäss auf der Landstrasse selbst für ganz schlimme Sünden ausreicht. Das Chassis ist ein voluminöser Alu-Brückenrahmen, der von der erwähnten Motorleistung nicht zu erschüttern sein dürfte. Die asymmetrische Schwinge ist im Motorgehäuse gelagert. Die Elektronik mit Sechsachsen-Gyrosensor ist eines der ausgeklügeltsten Systeme auf dem Markt. Ein Trockengewicht von weniger als 170 kg ist angekündigt.

Die Sportmaschine RS 660 wird in der zweiten Jahreshälfte 2020 erwartet, bis 2021 werden wir uns gedulden müssen, bis die Tuono (italienisch für Donner) 660 zu haben ist. In Mailand war in einem von Pflanzen überwucherten Plexiglaskubus ein stollenbereiftes Motorrad (nicht) zu sehen, bei dem es sich um eine leichtgewichtige Reise-Enduro mit dem gleichen 660er Motor handeln müsste.

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