Indian Chief Vintage: Eine amerikanische Legende feiert ihr Comeback
Zum 125. Firmenjubiläum bringt Indian die ikonische Chief zurück. Mit 1940er-Look und moderner Technik ist sie eine Hommage an die Blütezeit des US-amerikanischen Herstellers.
Wer die Geschichte von Indian Motorcycle verstehen will, kommt an den 1940er-Jahren nicht vorbei. Damals prägte die Chief mit ihren tief gezogenen, geschwungenen Schutzblechen und dem massiven V-Twin das Bild des amerikanischen Motorradbaus. Pünktlich zum Start der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Marke bringen die US-Amerikaner nun die Indian Chief Vintage des Modelljahrs 2026 auf die Strasse. Es ist der Versuch, den Spirit von Springfield in die Neuzeit zu retten – technisch auf der Höhe, optisch radikal klassisch.
Ola Stenegärd, Design Director bei Indian Motorcycle, ist mit seinem Design-Team tief in Indians Historie eingetaucht. Die markantesten Merkmale sind zweifellos die geschwungenen Schutzbleche, die fast das gesamte Rad umschliessen. Vorne thront natürlich die ikonische, beleuchtete Headdress-Figur, der Indianerkopf mit Federschmuck. Zusammen mit dem Einzelsattel und den Speichenrädern sieht die Maschine aus, als wäre sie gerade erst vom Fliessband im einstigen Werk in Springfield Massachusetts gerollt. Besonders schick: Der Thunderstroke-Motor wurde optisch auf alt getrimmt. Schwarze Zylinder, grausilberne Ventildeckel und Stösselstangenrohre – wie einst an den Ur-Modellen.
Unter dem Retro-Kleid steckt kein Oldtimer. Herzstück ist der luftgekühlte Thunderstroke 116 V2 mit 1890 ccm und Ventiltrieb mit Stösselstangen, Kipphebel und zwei Ventilen pro Zylinder. Mit 156 Nm Drehmoment bietet das Aggregat den Punch, den man von einem schweren US-Cruiser erwartet. Damit der Reiter die Kraft im Griff hat, stehen drei Fahrmodi zur Verfügung: Tour, Standard und Sport. Wer es eilig hat, kann die Gasannahme scharf stellen, wer geniessen will, wählt den Tour-Modus. Im Standgas wird der hintere Zylinder abgeschaltet. Scheibenbremsen verzögern die 327 kg schwere Maschine. Das Fahrwerk ist mit Stahlrahmen, Teleskopgabel und zwei Federbeinen klassisch aufgebaut.
Der grösste Kontrast zur 1940er-Optik findet sich im Cockpit. In einem klassischen Rundinstrument mit 101 mm Durchmesser steckt ein moderner Touchscreen mit Ride Command. Die Software des 2026er-Jahrgangs arbeitet um 25 Prozent schneller. Neu ist die «App Enhanced Navigation». Damit lassen sich Ziele via Google Maps oder Apple Maps auf dem Smartphone suchen und direkt im Display des Motorrads anzeigen. Bluetooth-Kopplung für Musik und Telefonie gibt es serienmässig.
Obwohl die Chief Vintage mit Solosattel am stärksten wirkt, bietet Indian eine Palette an Touring-Zubehör an. Wer nicht alleine fahren will, kann den Solo-Sitz um ein Beifahrer-Pad und eine Sissybar ergänzen. Mit einer 450 mm hohen Schnellverschluss-Windschutzscheibe und wetterfesten Vinyl-Satteltaschen (je 19 Liter Volumen) wird aus der puristischen Chief Vintage ein Reisedampfer.
Mit der 2026er Chief Vintage zeigt Indian, dass Tradition nicht Stillstand bedeutet. Sie ist ein Motorrad für Fahrer, die den Stil der alten Schule suchen, aber keine Lust auf die Unzuverlässigkeit echter Oldtimer haben. Ein würdiges Geschenk zum 125. Geburtstag von Indian an die Fangemeinde zum Preis von 20.990 Euro (Schweiz: 20.990 Franken; Österreich: 24.450 Euro).
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