Marienbad: Zwei Ausfälle kosten Deutschland Gold

Von Susi Weber
Langbahn-Team-WM
Die drei besten Langbahn-Teams 2016: Deutschland, Niederlande und Tschechien (v.l.)

Die drei besten Langbahn-Teams 2016: Deutschland, Niederlande und Tschechien (v.l.)

Die Niederländer sind zum zweiten Mal Langbahn-Team-Weltmeister. In Marienbad verwiesen sie das deutsche Team auf Platz 2, die Tschechen überraschten auf ihrer Heimbahn mit Bronze.

Der WM-Titel schien den Niederländern im letzten Durchgang schon sicher, wäre Theo Pijper– gemeinsam mit Jannick de Jong und Dirk Fabriek in Führung liegend – nicht in der Schlussrunde gestürzt. Statt maximaler Punkteausbeute hieß es so noch einmal zittern, hätte doch das deutsche Team mit den Plätzen 1 bis 3 in ihrem Lauf gegen Frankreich gleichziehen und damit ein Stechen erzwingen können.

Dem machte allerdings Mathieu Trésarrieu einen Strich durch die Rechnung und zwängte sich als Zweiter zwischen Laufsieger Martin Smolinski, Michael Härtel und Jörg Tebbe, was für die Deutschen Silber und gleichzeitig für die Niederländer Gold bedeutete.

Überraschungsteam des Tages war in Marienbad die Heimmannschaft aus Tschechien, die als Drittplatzierte erstmals in der seit 2007 bestehenden Geschichte der Langbahn-Team-Weltmeisterschaft den Sprung aufs Treppchen schaffte.

Das Glück hatte die deutsche Mannschaft am Samstag nicht gepachtet. Zunächst erlitt Michael Härtel im zweiten Rennen einen Motorschaden, dann fiel einen Lauf später Jörg Tebbe gut positioniert aus. Punkte, die am Ende fehlten. Vor 1500 Zuschauern ließ sich das deutsche Team dennoch nicht entmutigen und startete nach einem 10:5 gegen Großbritannien und den bereits erwähnten mehr oder weniger unglücklichen 7:8-Niederlagen gegen Tschechien und Finnland eine fulminante Aufholjagd. Lag man zu diesem Zeitpunkt bereits acht Punkte hinter den Niederlanden, so schaffte es das DMSB-Team im direkten Vergleich, den niederländischen Kontrahenten eine 10:5-Niederlage zuzufügen. Ebenfalls ein 10:5 gelang gegen die Franzosen, die von Anfang an durch den verletzungsbedingten Ausfall von Stéphane Trésarrieu mit geschwächtem Team antreten mussten.

Am Ende gewann mit den Niederländern das ausgeglichene Team – und freute sich nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2013 zum zweiten Mal über Gold. «Die Niederländer haben verdient gewonnen», meinte DMSB-Teammanager Josef Hukelmann: «Wir hatten das Pech von zwei Ausfällen.»

Ähnlich sah es Teamkapitän Martin Smolinski, der nicht nur am eifrigsten Punkte sammelte, sondern bei der Pressekonferenz erklärte, dass sein Engagement im Langbahn-Nationalteam keine einmalige Ausnahme sein muss und werde: «Wir haben gut im Team zusammengearbeitet. Es hat Spaß gemacht. Einem erneuten Einsatz in der Nationalmannschaft steht nichts im Wege.»

Völlig in Ordnung ging die Vizeweltmeisterschaft auch für Jörg Tebbe: «Eigentlich haben wir alles richtig gemacht. Uns fehlten einfach die Punkte der Ausfälle.»

Ergebnisse Langbahn-Team-WM Marienbad/CZ:

1. Niederlande, 46 Punkte: Jannick de Jong 18, Theo Pijper 13, Dirk Fabriek 15, Romano Hummel N.

2. Deutschland 44: Martin Smolinski 23, Jörg Tebbe 5, Michael Härtel 14, Stephan Katt 2.

3. Tschechien 42: Josef Franc 18, Hynek Stichauer 18, Martin Malek 6, Martin Skurla N.

4. Großbritannien 34: Richard Hall 14, Glen Phillips 1, James Shanes 5, Andrew Appleton 14.

5. Finnland 31: Aki Pekka Mustonen 14, Jesse Mustonen 16, Aarni Heikkilä 0, René Lehtinen 1.

6. Frankreich 28: Jérôme Lespinasse 1, Mathieu Trésarrieu 16, Dimitri Bergé 9, Theo Di Palma 2.

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