Kenneth Kruse Hansen: «Langbahn und Speedway ergänzen sich perfekt»
Kenneth Kruse Hansen feierte 2025 mit dem Gewinn der Grasbahn-EM den größten Erfolg seiner Karriere. In der Weltmeisteschaft lief es nicht so gut. Aber der Däne ist nach wie vor hochmotiviert.
Die Entwicklung des heute 39-jährigen Kenneth Kruse Hansen, der mit seiner Familie in Terslev auf der dänischen Insel Seeland wohnt, ist bemerkenswert. Erst Ende Mai 1996 gewann der bis dahin auf der Langbahn weitgehend unbekannte Däne völlig überraschend das Grasbahnrennnen auf der schwierigen Nahner Waldbahn in Osnabrück. Nach den beiden Corona-Jahren etablierte sich KKH dann zügig in der Weltspitze der Stahlschuh-Piloten auf Gras und Sand.
Mitte August vorigen Jahres wurde Kenneth Kruse Hansen in Eenrum (NL) Europameister auf der Grasbahn. In einem super spannenden Finale siegte der damals 38-Jährige mit einem Meter Vorsprung vor dem Niederländer Dave Meijerink. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com blickte «KKH» jetzt auf diesen Erfolg, aber auch auf ein durchwachsenes Jahr zurück.
Kruse Hansen: «Insgesamt sehe ich 2025 für mich als eine sehr positive Saison an. Es gab einige schwierige Momente, aber das gehört zum Rennsport dazu. Am wichtigsten war für mich, erneut zu beweisen, dass ich auf höchstem Niveau mithalten kann. Der Gewinn der Europameisterschaft war natürlich etwas ganz Besonderes. Eine Saison ist nie perfekt, aber wenn man sie mit einem Europameistertitel abschließt, kann man sie definitiv als eine gute Saison bezeichnen. An diesem Tag hat einfach alles perfekt gepasst, das Motorrad, das Team und das Gefühl auf der Strecke, für solche Momente arbeitet jeder Fahrer. Die Konkurrenz war extrem stark, daher bedeutete es mir sehr viel, ganz oben auf dem Podium zu stehen.»
Rückenbeschwerden verhinderten eine bessere WM-Platzierung
In der Langbahn-Weltmeisterschaft lief es für Kruse Hansen allerdings nicht so gut. Woran lag das? Kruse Hansen: «Die Weltmeisterschaft verlief nicht nach Plan. In einigen Rennen lief es einfach nicht rund, und ein paar technische Probleme kosteten uns wichtige Punkte. In einer solchen Meisterschaft sind die Unterschiede minimal. Wer früh in der Serie Punkte verliert, kann diese nur schwer wieder aufholen». Das betraf wohl vor allem den vorletzten Grand Prix in Scheeßel, wo der Däne wegen starker Rückenbeschwerden frühzeitig aufgeben musste und null Punkte einfuhr.
In der Team-Weltmeisterschaft oder besser gesagt, im Wettbewerb Longtrack of Nations, wurde das dänische Team um Kenneth Kruse Hansen Vierter. War das zufriedenstellend für ihn oder eher nicht? KKH: «Wenn man für Dänemark fährt, will man immer um Medaillen kämpfen. Daher ist der vierte Platz natürlich nicht das Ergebnis, von dem wir träumen. Aber das Niveau im internationalen Langbahnsport ist unglaublich hoch, und die Leistungsunterschiede sind minimal. Als Team haben wir alles gegeben. Und wenn man die dänischen Farben trägt, ist das Ziel immer das Podium.»
Auf die Frage, welche persönlichen Pläne und Ziele er für die kommende Saison hat, bleibt Kruse Hansen eher vage. «Das Ziel ist, in jedem Rennen konkurrenzfähig zu sein und bei den großen Meisterschaften wieder um Medaillen zu kämpfen. Gemeinsam mit meinem Team haben wir den Winter über hart an der Vorbereitung und am Material gearbeitet. Wenn alles so läuft, wie wir es uns erhoffen, glauben wir, dass wir wieder um Top-Ergebnisse mitfahren können. Unsere Motivation ist einfach: Wir wollen stärker zurückzukommen und wieder ganz oben mitkämpfen.»
Auch Speedway ist ein sehr wichtiger Teil seines Familienlebens
Was ist eigentlich mit Speedway, wollten wir wissen? KKH: «Speedway ist nach wie vor ein sehr wichtiger Teil meines Rennfahrerlebens. Ich genieße beide Disziplinen sehr, weil sie sich gegenseitig ergänzen. Speedway hält einen fit und aggressiv, während die Langbahn Geduld und Rhythmusgefühl erfordert. Langbahn und Speedway ergänzen sich für den Fahrer perfekt.»
Die Sportbegeisterung hat sich in der Familie Kruse Hansen auch auf die beiden Söhne übertragen. «Ja, sie haben mit Speedway angefangen und sind begeistert», freut sich der stolze Papa. «Es ist toll zu sehen, wie ihre Leidenschaft für den Sport wächst. Am wichtigsten ist natürlich, dass sie Spaß daran haben und sich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Meinen Söhnen beim Fahren zuzusehen, ist ein ganz anderes Gefühl. Als Vater ist es sogar noch emotionaler als selbst Rennen zu fahren.»
Über den Jahreswechsel wurde Kenneth Kruse Hansen von der DMU (Danmarks Motor Union) für seine sportlichen Leistungen geehrt. «Das macht mich absolut stolz. Es ist immer etwas Besonderes, wenn der Verband die eigenen Ergebnisse und den Einsatz für den Sport anerkennt. Motorsport ist aber nie eine Einzelleistung. Mein Team, meine Sponsoren und meine Familie tragen maßgeblich zu unseren Erfolgen bei. Jede Auszeichnung dieser Art gebührt dem gesamten Team hinter mir.»
Zum Abschluss fasst Kenneth Kruse Hansen noch einmal seine Gefühle zusammen. «Auch nach vielen Jahren im Sport ist meine Motivation dieselbe. Ich liebe es immer noch Rennen zu fahren und mich auf höchstem Niveau zu messen. Solange die Leidenschaft da ist und ich um gute Ergebnisse kämpfen kann, werde ich mich und mein Team immer weiter antreiben. Rennsport ist nach wie vor meine große Leidenschaft. Solange ich mich wettbewerbsfähig und motiviert fühle, will ich da draußen um Siege kämpfen. Und natürlich macht es den Sport für mich noch besonderer, die nächste Generation in meiner eigenen Familie im Speedway zu sehen.»
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