SARI: Stefan Bradl beim ersten Classic-Rennen auf P2

Von Thorsten Horn
Auf dem Sachsenring nahm Stefan Bradl am Rennen der Klasse «ADAC Sachsenring Classic Legenden» teil. Er belegte auf Anhieb den feinen zweiten Platz.

wischen den Grand Prix der Niederlande und vonÖsterreich stand heute das Rennen zur «ADAC Sachsenring Classic» mit dem Kernthema «Motorrad-Ex-Weltmeister-Meisterschaft» auf dem Programm. Dabei stieg der Bayer Stefan Bradl auf ein 250-ccm-Motorrad, um sich mit den gestandenen Classic-Profis Toni Mang, Kevin Schwantz, Freddie Spencer, Christian Sarron, Bruno Kneubühler, Helmut Kassner, Martin Wimmer, Jürgen Fuchs, Jörg Teuchert und vielen anderen zu messen. Dabei schlug er sich mit Rang 2 nicht nur durchaus akzeptabel, sondern er sorgte sogleich für eine kleine Sensation.

Schon aus der ersten Runde kam der 32-Jährige MotoGP-Pilot mit seiner 1993er-250-ccm-Honda als Zweiter hinter dem 40 Jahre älteren Toni Mang mit seiner 350er-Kawasaki von 1981 zurück. Er fand aber keine Lücke, um gegebenenfalls sogar in Führung zu gehen. Ein Vorbeikommen war offensichtlich nicht möglich, wie der Zahlinger höflich und mit Rücksicht auf das hohe Alter seines Gegners betonte. «Der Toni war nicht zu überholen. Er ist breit wie ein Lkw gewesen, da hatte ich keine Chance. Außerdem hatte er 100 ccm mehr. Allerdings habe ich auf der Bremse gemerkt, dass er schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist. Ich habe ihn ein paar Runden studiert und dann die Gunst der Stunde genutzt», gab Stefan Bradl anschließend zum vorentscheidenden Manöver zu Protokoll. Er nahm

Den Sieg und die Sensation vor Augen, wurde Bradl dann aber von der wie ein ICE heran preschenden Dreiergruppe mit Kevin Schwantz, Jürgen Fuchs und Jörg Teuchert aufgeschnupft. Nach ein paar Runden hatte er sich dann auch an deren Pace gewöhnt und zeigte innerhalb der Gruppe sehenswerte Fights. «Auf einmal tauchte Sandro Cortese vor uns auf. Ich hatte keine Ahnung, wo der auf einmal herkam», sagte Stefan über den zweiten Classic-Debütanten mit einer 750er-Yamaha aus den 1970er-Jahren.

Des Rätsels Lösung: Der ebenfalls 32-jährige Classic-Novize geriet mit einer genussvollen Fahrt wie durch Zauberhand in Führung.

Bradl: «Da habe ich gedacht, ich sehe nicht richtig. Was macht mein alter Kumpel hier? Danach haben wir ein bisschen den Zuschauern gewunken und das Leben genossen. Nachher sind wir weiter gefahren.»

Stefan Bradl verstand auch nicht, dass ein gewisser Kevin Schwantz in der Spitzengruppe mitmischte. «Kevin hat auf der Geraden ein bisschen versucht, eine Gaudi zu machen. Doch als die nächste Kurve noch nicht einmal in Reichweite war, hat er sofort damit aufgehört. Er hat die Linien überhaupt nicht getroffen, ich glaube, der ist sein erstes Rennen überhaupt gefahren», lachte Bradl, der wie der Texaner einen WM-Titel errungen hat.

«Was soll ich sagen? Ich bin natürlich überglücklich, weil ein Podestplatz bei meiner Premiere in dieser Kategorie und noch dazu beim Heim-Grand-Prix natürlich etwas ganz Besonderes ist. Mehr kann man sich nicht wünschen», sagte ein zufriedener Stefan Bradl.

Zuvor musste Bradl noch eine Schrecksekunde überstehen, als in der Auslaufrunde bei einem Wheelie sein Vorderrad aufstieg. «Da war ich total überrascht», lachte der Bayer, der mit Vater Helmut angereist war und auch von Adi Stadler begleitet wurde.

Auf der Repsol-Honda von Marc Márquez konnte sich Stefan Bradl vor vier Wochen mit der MotoGP-Hondas RC213V beim GP von Deutschland auf dem Berg- und Tal-Kurs in Hohenstein-Ernstthal auf den Classic-Event vorbereiten. «Das hat mir extrem geholfen, weil ich dadurch viel Streckenkenntnis sammeln konnte», schmunzelte der siebenfache GP-Sieger.

Zu seiner Zielsetzung für das morgige Rennen befragt, entgegnete Bradl: «Ich möchte das Ding gewinnen und hoffe natürlich auf den Support der Zuschauer, damit wir endlich wieder einen Deutschen ganz oben auf dem Podest sehen.»


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