Caterham Bikes: Grosse Worte, keine Taten

Von Günther Wiesinger
Moto2
Caterham Brutus: Es sollte ein SUV auf zwei Rädern um 9500 Euro sein

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Caterham wollte im Sauseschritt von der Moto2 in die MotoGP aufsteigen und dazu als Motorradhersteller die Welt erobern. Doch die Träume sind geplatzt.

Das neue Moto2-WM-Team des britischen Sportwagenherstellers Caterham stellte eine willkommene Bereicherung für die gesamte MotoGP-Szene dar. Der schillernde malaysische Unternehmer Tony Fernandes, der Caterham Cars Ende April 2011 gekauft hat und mit der AirAsia eine rasant wachsende Fluglinie besitzt, war mit seiner Airline seit einigen Jahren Sponsor des Red-Bull-Ajo-KTM-Teams mit dem Malaysier Zulfahmi Khairuddin (Platz 2 beim Sepang-GP 2012); jetzt sponsert AirAsia die Moto3-Einsätze des Malaysiers Hafiq Azmi.

Fernandes beauftragte Projektleiter Mia Sharizman Ismail mit der Leitung des Moto2-Teams (Fahrer: Johan Zarco und Josh Herrin).

In der Formel 1 lebte Tony Fernandes seit 2010 seine Motorsport-Leidenschaft aus. Und er nützte sie als Werbeplattform für seine Unternehmen. Zuerst warb er am Williams-Heckflügel für Air Asia, 2011 trat er mit einem eigenen F1-Team unter dem Namen Lotus Racing an. 2011 nannte er den Rennstall Team Lotus. Fernandes hatte sich mit dem Rechteinhaber am Markennamen – David Hunt – geeinigt.

Am 27. Mai 2011 bestätigte ein britisches Gericht, dass das Team Lotus offizieller Nachfolger und Namensträger des grossen Namens sei. Allerdings erlaubte das Gericht auch der Lotus-Renault-Gruppe, den Namen Lotus (allerdings ohne den Zusatz Team) zu verwenden. Damit war der Teamname Lotus Renault GP ebenfalls legal.
Somit war Lotus in der Formel 1 gleich zweimal vertreten...

Der gerichtliche Streit um die Namensrechte ging im Sommer 2011 zu Ende. Tony Fernandes entschied sich, sein Formel-1-Team 2012 unter dem Namen Caterham F1 Team an den Start zu bringen. Er hatte den britischen Automobilhersteller Caterham Cars im Frühjahr 2011 übernommen.

Zu den namhaften Caterham-Modellen gehört der von Lotus-Gründer Colin Chapman 1957 designte Lotus Seven. Er wird von Lotus seit 40 Jahren nicht mehr gebaut, Caterham Cars erwarb die Produktionsrechte.

Aber Caterham Cars kann wegen der geringen Stückzahlen nur als Liebhaberei bezeichnet werden.

Dafür gilt Fernandes’ Vorzeige-Airline AirAsia als Erfolgsgeschichte. Sie wurde vom staatlichen Konzern DRB-HICOM vor 20 Jahren gegründet, der Flugbetrieb begann im November 1996. Im Dezember 2001 wurde die in Finanznöten steckende Fluglinie durch die Airline «Tune Air» für den symbolischen Preis von einem Ringgit gekauft. Die Tune Air gehörte dem einstigen Warner-Music-Manager Tony Fernandes, der 2002 bereits in die schwarzen Zahlen kam und die dominierende Malaysia Airlines frontal angriff. AirAsia erweitert seither jedes Jahr ihr Streckennetz und ihre Flotte. In Kuala Lumpur betreibt Air Asia einen eigenen Terminal.

Im Juni 2011 meldeten AirAsia und Airbus die Bestellung von mehr als 200 Flugzeugen des Typs A320neo. Es ging um ein Auftragsvolumen von 18 Milliarden US-Dollar. Kein Wunder, wenn auch ein Aufkleber von Airbus auf den F1-Rennfahrzeugen prangt und der Airbus-Mutterkonzern EADS auf der Boxendekoration wirbt.
Momentan betreibt die AirAsia-Gruppe insgesamt 123 Flugzeuge. Der Gewinn lag 2012 bei 114 Millionen US-Dollar; der Profit soll im Vorjahr um 168 Prozent gewachsen sein.

«Wir haben 500 weitere Airbus A320neo bestellt. Es werden zwei pro Monat ausgeliefert», verriet Dato Kamarudin Meranun im Oktober im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Er ist bei AirAsia und Caterham Group 50-Prozent-Teilhaber. «Unsere Airline wächst auf der Mittel- und Langstrecke mit enormer Geschwindigkeit.»

Caterham Racing wollte 2014 auch E-Bikes und Motorräder für den asiatischen Markt bauen.

«Unser erstes Ziel bei den Serienmaschinen wird sein, Lifestyle-Motorräder für den asiatischen Markt zu erzeugen», sagte Kamarudin Meranun noch im Oktober. Er wollte erstklassige Qualität zu erschwinglichen Preisen liefern. «Solche Produkte existieren bisher besonders in Südostasien für die breite Masse nicht. Die Bikes müssen bezahlbar sein... Es müssen auch Offroad-Modelle dabei sein. Wir dürfen nicht Motorräder bauen, die nur uns selber gefallen, sondern die auch gekauft werden. Wir müssen lernen, den Motorradmarkt zu verstehen.»

Aber den Worten folgten keine Taten. Der Deal mit dem ehemaligen Italjet-Besitzer Alessandro Tartarini wurde nie unterzeichnet. Er hätte sich um Produktion, Vermarktung und Verkauf kümmern sollen.

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