Sandro Cortese: «Der Druck war 2014 besonders groß»

Von Otto Zuber
Moto2

Die Moto2-Saison 2014 barg für Kalex-Pilot Sandro Cortese viele Höhen und Tiefen. Sechs Rennen beendete er ohne Punkte, doch er stand auch einmal auf dem Podest.

Platz 3 beim Grand Prix von Brünn war das absolute Saison-Highlight für Sandro Cortese und das Team Dynavolt Intact GP. Doch der Deutsche fabrizierte auch 20 Stürze in nur einer Saison.

Am Ende erreichte der Berkheimer WM-Rang 9. Er lag gleichauf mit Rookie Luis Salom, der jedoch mit Platz 2 in Mugello die bessere Platzierung einfuhr. Tech3-Pilot Marcel Schrötter lag nur fünf Punkte hinter Cortese.

Sandro, hattest du dir zu Beginn letzten Jahres mehr erhofft. Wie bewertest du die Saison 2014?



Es war eine sehr schwierige Saison für uns. Doch es waren auch Erfolge dabei. Natürlich hatten wir uns nach den super Wintertests eine bessere Saison erhofft. Aber es sind Sachen dazwischen gekommen, die das Ganze sehr erschwert haben. Wir haben trotzdem immer gekämpft und versucht, zur Spitze aufzuholen. In der zweiten Saisonhälfte ist uns das auch ganz gut gelungen. Wir haben gezeigt, wo wir hingehören. Wir waren fast immer unter den Top-5, Top-6. Der Trend ging ganz klar nach oben. Vor der Saison war das Ziel, in die Top-10 zu fahren. Im letzten Rennen habe ich noch eine Gesamtplatzierung verloren. Trotzdem war das Ergebnis einstellig, was unser großes Ziel war. 



War es nach der Verletzung in Katar und den teilweise schwierigen Rennen schwer für dich, motiviert zu bleiben?



Klar, die Verletzung hatte mich extrem weit zurückgeworfen, vor allem mental. Ich habe immer versucht, wieder vorne anzuknüpfen. Ich habe mich aus dem Loch herausgekämpft. Das hat mich für mein Leben weitergebracht. Von so einer schweren Verletzung wieder zurückzukommen, hat mich am Ende noch stärker gemacht. Natürlich wurde ich auch über die ganze Saison hinweg viel kritisiert. Ich musste auch lernen, damit umzugehen. In erster Linie bin ich froh, dass ich überhaupt noch Motorradrennen fahren kann. Wenn ich nicht den Dainese-Stiefel gehabt hätte, wäre in Doha meine Karriere beendet gewesen. Darum muss man auch irgendwo sagen: Das war hart, aber danke an Gott, dass ich wieder gesund bin.



Wie groß war der Druck in diesem Jahr?



Der Druck ist immer hoch. In meiner gesamten Karriere war er jedes Jahr zu spüren. Die Erwartungen sind immer da. In einem Ein-Mann-Team schauen natürlich alle auf dich. Da ist der Druck besonders hoch. Aber ich versuche einfach, dies in Motivation umzusetzen. Ab und zu ist mir das in dieser Saison gelungen – ab und zu nicht. Ich will versuchen, es in der nächsten Saison umso besser zu machen.



Nach der Sommerpause sah es so aus, als wäre deine Pechsträhne beendet. Gab es für dich einen Schlüsselmoment, als du gedacht hast «jetzt geht es bergauf»?



Klar, die zwei Rennen in Indy und in Brünn haben da viel verändert. Platz sechs und das Podium waren wirklich super Ergebnisse. Danach folgten Rennen, die teilweise gut waren, teilweise nicht so gut. Aber im Großen und Ganzen denke ich, kann man nächstes Jahr auf die zweite Saisonhälfte aufbauen. 



Was war 2014 der schönste Moment für dich?



Das Podium in Brünn natürlich!

Weitere Highlights waren die Platzierungen in der ersten Startreihe. Kleine Highlights waren auch die Rennen von Indy oder Phillip Island. Auch wenn Australien etwas unglücklich lief, war es trotzdem schön. Aber Brünn bleibt mit Abstand das beste Erlebnis.



In Jerez hat für dich und dein Team bereits die Saison 2015 begonnen. Was ist neu an deinem Bike und wie war dein erster Eindruck?



Der erste Eindruck von der neuen Kalex war sehr gut. Ich habe mich sofort gut zurechtgefunden. Es war jetzt kein gigantischer Unterschied, aber wir haben eine gute Basis. Trotzdem müssen wir noch ein paar Tage mehr testen, um einen Vergleich herzustellen, weil es die wenigen Tage in Jerez sehr regnerisch war. 



Erst im Februar geht es mit den Tests weiter. Wie bereitest du dich während der zweimonatigen Winterpause auf die neue Saison vor?

Der Plan ist ganz klar: Wieder so zu werden, wie ich letzten Winter war. Ich habe durch die Verletzung sehr viel an Muskelmasse verloren. Dort muss ich wieder anknüpfen. Ich habe einen sehr guten Konditionstrainer und ein sehr gutes Fitness-Team hinter mir, die mir helfen, mich für die neue Saison top vorzubereiten. Supermoto und Motocross stehen natürlich auch auf dem Programm. Ich versuche, so oft wie möglich rauszugehen oder in der Halle zu fahren. 



Hättest du dir für die kommende Saison einen zweiten Fahrer gewünscht?



Klar ist es schön, wenn man einen Teamkollegen hat und sich gegenseitig pushen kann, aber ich bin auch glücklich, wie es jetzt ist. 


Wie würdest du dein Team kurz in einem Satz beschreiben?



Es ist ein Dream-Team. So wie es sich jeder Fahrer wünscht und erträumt. Ich habe alles, was man braucht, um schnell zu fahren. Jetzt muss ich es noch auf der Rennstrecke umsetzen.

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