Alex Baumgärtel (Kalex): Baut er bald Moto2-Motoren?

Von Günther Wiesinger
Moto2
Kalex feierte gestern in Mugello den 40. GP-Sieg in der Moto2-WM. Firmenchef Alex Baumgärtel befürwortet die Einheitsmotoren und würde sie für 2019 gerne selber bauen.

Insgesamt neun Jahre lang wird in der Moto2-WM fix mit den CBR 600RR-Einheitsmotoren von Honda gefahren, denn im März wurde der Deal mit Honda ohne grossen Rummel um drei weitere Jahre bis Ende 2018 verlängert.

Jetzt wird eine neue Lösung für 2019 gesucht. FIM und Dorna wollen andere Hersteller einladen und ihre Vorschläge anhören, Ende 2015 soll es eine neue Ausschreibung für einen Moto2-WM-Motorenlieferanten für 2019 stattfinden.

Kawasaki hat bereits abgelehnt, auch KTM dürfte nach dem Einstieg in die MotoGP-WM kein Interesse und keine Kapazität haben.

Und was sagt Alex Baumgärtel von Kalex engineering, dessen Motorräder in fünf Jahren 40 GP-Siege errungen haben, mit denen Stefan Bradl, Pol Espargaró und Tito Rabat 2011, 2013 und 2014 Fahrer-Weltmeister wurden?

«Es ist schwer zu sagen, welches Reglement man sich für 2019 wünschen sollte. Sinnvoll wäre es, zumindest Getriebe-Varianten zu haben, um das Fahrzeug zu einem echten Rennmotorrad machen zu können», sagt Baumgärtel. «Wir brauchen ein Getriebe, das nicht so am Limit ist und nicht zu Stürzen führt. Und wenn man einen Hersteller findet, der das Projekt nicht als grosse Profit-Geschichte betrachtet, könnte man auch ein Kurbelgehäuse produzieren, das mit den Innereien von Honda funktioniert, aber trotzdem ein Kasettengetriebe drin hat. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass wir bei Kalex so etwas anbieten. Wir könnten sagen: Lasst uns ein Kurbelgehäuse machen, in das die Honda-Innereien sauber reinpassen. Wir könnten solche Triebwerke dann als Einheitsmotoren anbieten.»

Baumgärtel weiss, dass die Teams jetzt nur 60.000 Euro pro Jahr für die Motoren bezahlen.

Um wie viel würde sich so ein moderneres Konzept für 2019 verteuern?

«Solche Motoren wären nicht zwingend teurer als die jetzigen», meint der Konstrukteur aus Bobingen. «Okay, solche Getriebe kosten Geld, aber wenn sie sauber gemacht sind, sind sie auch standfest. Lass' die Motoren mit so einem Getriebe im Jahr 10.000 Euro mehr kosten... Aber dann ist jeder happy. Und die Motoren könnten dann genau so wie heute bei ExternPro in Spanien revidiert werden.»

Baumgärtel ist gegen eine Freigabe der Motoren für verschiedene Hersteller wie in der Moto3-WM. Er präsentiert sich als hartnäckiger Befürworter des Einheitsmotoren-Konzepts. «Sobald die Einheitsmotoren wegfallen, explodieren die Kosten», ist der Kalex-Designer überzeugt. «Finanziell sind die Einheitsmotoren die preiswerteste Lösung.»

Aber wenn neben Honda auch Hersteller wie Suzuki oder Yamaha mitmachen, könnten zum Beispiel grosse Händler oder Landesimporteure wieder als Sponsoren auftreten – wie früher in der 250er-WM. Auch Firmen wie Mahindra, Aprilia, Ducati, Husqvarna oder KTM könnten dann eines Tages mitmischen.

«Im ersten Jahr könnten die Kosten bei so einem Konzept noch überschaubar sein», meint Alex Baumgärtel. «Aber in der zweiten Saison geht es dann ums Tuning, es geht um die Frage, wer hat den besten Motor, dann geht das finanzielle Feuerwerk los.»

Ausserdem: FIM und Dorna haben sich auf die Beibehaltung der Einheitsmotoren auch nach der Saison 2018 festgelegt.

Sie werden nur dann Abstand von diesem Plan nehmen, wenn sich kein geeigneter Hersteller für dieses Konzept findet.

Und das werden wir in den nächsten sechs Monaten herausfinden.

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