Moto2-Kalex: Die Fortschritte werden geringer

Von Günther Wiesinger
Moto2
Das Rennen in Mugello: Rabat vor Aegerter, Folger, Zarco, Salom und Lowes

Das Rennen in Mugello: Rabat vor Aegerter, Folger, Zarco, Salom und Lowes

Es hat bis zum sechsten Rennen gedauert, bis bei Kalex der erste Moto2-Sieg mit einem 2015-Motorrad gefeiert wurde. Denn die 2014er-Bikes sind fast genau so schnell.

Auffallend ist in der Moto2-WM 2015, dass die Fahrer Johann Zarco (er ist WM-Leader mit 31 Punkten Vorsprung auf Rabat) und Tom Lüthi mit den 2014-Modellen von Kalex schon Rennen gewonnen haben, während sich manche Spitzenfahrer mit den 2015-Modellen schwer tun, darunter auch Tito Rabat. Erst beim sechsten Saisonrennen gelang ihm am Sonntag in Mugello der ersten Sieg 2015.

Das ist einerseits erfreulich für Kalex, die im Winter nur den letztjährigen ​Kunden neuestes Material lieferten, während sich Neukunden wie Ajo Motorsport und Technomag (Lüthi, Aegerter, Mulhauser) mit Vorjahresmaterial zufrieden geben müssen. Erst jetzt wird den neuen Teams ein 2015-Update angeboten.

Anderseits bedeutet es auch, dass die Entwicklungsschritte kleiner werden.

Das ist verständlich, zumal Kalex inzwischen über ein Quasi-Monopol verfügt – und 23 von 31 WM-Piloten ausrüstet.

«Es ist absolut richtig, dass die Unterschiede beim Chassis von Jahr zu Jahr geringer werden, diese Entwicklung ist eigentlich schon seit drei Jahren festzustellen», räumt Kalex-Geschäftsführer Alex Baumgärtel ein. «Es geht nur noch um kleine Prozentschritte. Wir haben in diesem Jahr auch die Situation, dass die Dunlop-Einheitsreifen erstmals im neuen Werk in Frankreich erzeugt werden, was für eine gewisse Balance-Änderung gesorgt hat. Sie haben sich bei den Wintertests bei niedrigen Temperaturen ein bisschen anders verhalten als die Reifen, die in England hergestellt wurden. Bei den höheren Temperaturen wie in Jerez war kein grosser Unterschied mehr festzustellen.»

Was versteht Baumgärtel unter Balance-Änderung? «Wir haben beim 2015er-Modell mehr Grip am Hinterrad, weshalb ein neues Set-up verlangt wird. Es gibt die Tendenz zu sagen, wir müssen diesen Hinterradgrip einfach wieder wegnehmen, was eigentlich ein blöder Schritt wäre. Wir müssen es schaffen, das Vorderrad entsprechend anzupassen. Auf diesem Weg befinden wir uns gerade.»

Der Beweis: Rabat hat inzwischen mehr Vertrauen zum Vorderrad gefunden, ein Test in Almeria vor dem Jerez-GP war ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung, der Sieg in Italien der endgültige Beweis.

Und Johann Zarco (Platz 2) Domi Aegerter (Platz 3) stellten in Mugello die Schlagkraft der 2014-Kalex klar unter Beweis.

Kalex darf sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, denn die drei Speed-up-Fahrer Sam Lowes, Julián Simón und Anthony West zeigen ansprechende Resultate.

«Im Speed-up-Motorrad steckt auch einiges, denn neben Lowes sind auch Simón und West oft gut dabei», ist Baumgärtel aufgefallen. «Und Lowes ist ohne Zweifel ein brutal guter Typ. Man sieht, dass er körperlich nach Stürzen viel einstecken kann. Er fährt die nächste Runde trotzdem wieder am Limit.»

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