Moto3

Hervé Poncharal (KTM): «Moto3-Fahrersuche schwierig»

Von - 11.09.2019 07:57

Tech3-Teamchef Hervé Poncharal will den ersten Moto3-Fahrer in Misano präsentieren. Und er nimmt seine nicht sehr überzeugenden Moto2-Fahrer Bezzecchi und Öttl in Schutz.

Der französische Tech3-Teambesitzer Hervé Poncharal ist für 2019 nach 20 Jahren mit Yamaha auf KTM umgestiegen. Er setzt in der MotoGP-Klasse das Red Bull KTM-Tech3-Team mit Miguel Oliveira und Hafizh Syahrin ein. In der Moto2 rüstet er Marco Bezzecchi und Philipp Öttl mit der KTM RC12 aus.

Für 2020 ist im MotoGP-Team von Red Bull-Tech3 die Paarung Oliveira und Binder vorgesehen. Das Moto2-Team wird nicht mehr auftreten, weil sich KTM als Chassis-Hersteller aus der Moto2-WM per Saisonende zurückzieht – nach zehn Siegen in zweieinhalb Jahren. Das Red Bull-Tech3-Team wird dafür 2020 mit zwei Piloten in die Moto3-WM transferiert.

Poncharal erfuhr erst beim Spielberg-GP vom KTM-Rückzug. Er konnte also erst spät mit der Fahrersuche für die Moto3-Klasse beginnen und tut sich schwer, einen Titelanwärter zu finden, weil Canet, Dalla Porta, Ramirez und Fenati in die Moto2-WM aufsteigen und etliche Topfahrer schon von anderen Teams engagiert wurden.

«Wir treffen die Fahrerentscheidung in der Moto3 gemeinsam mit KTM und Red Bull», sagt Poncharal. «Aber die Fahrersuche ist nicht einfach. Wir bemühen uns, schlau zu sein. Aber bis Spielberg habe ich mich nicht besonders um den Transfermarkt in der Moto3 gekümmert. Es ist ein bisschen ein Durcheinander. Es gibt noch einige offene Stellen bei den Teams. Gleichzeitig haben Topfahrer wie Arbolino und Masia schon neue Verträge unterschrieben. Ich möchte am liebsten einen meiner beiden Moto3-Fahrer beim Misano-GP offiziell verpflichten und vorstellen.»

Poncharal hat kein Interesse an routinierten Fahrern wie Andrea Migno, er sucht vielversprechendere Piloten. «Die VR46-Mannschaft hat mich wegen Migno gefragt. Ich habe abgesagt», schildert Poncharal. «Wir nehmen entweder einen sehr jungen Fahrer, der bereits in der Moto3-WM fährt, aber einiges Potenzial hat. Oder wir nehmen einen Rookie. Alles andere macht keinen Sinn. Migno ist schon lange dabei…»

«Red Bull will ja die Teams von Aki Ajo und Tech3 als Plattform verwenden, bei uns sollen die talentierten Nachwuchsfahrer für WM-Aufgaben ausgebildet werden. In dieses System passt Migno nicht hinein.»

Während bisher davon ausgegangen wurde, dass Can und Deniz Öncü 2020 bei Ajo fahren, könnte dort jetzt auch Red Bull-Rookies-Cup-Leader Carlos Tatay landen; und die Cup-Zweiten Acosta und Kunii könnten bei Tech3 ein Thema werden. Vielleicht wird auch ein Öncü-Zwilling zu Tech3 transferiert.

Natürlich wird auch ein Blick auf die Junioren-WM geworfen. Dort sieht der Stand momentan so aus: 1. Jeremy Alcoba (Husqvarna), 118 Punkte. 2. Barry Baltus, KTM, 100. Xavier Artigas, Honda, 94. 4. Yuki Kunii, Honda, 83. 5. Carlos Tatay, KTM, 67.

In der Moto2-WM hat Tech3 in diesem Jahr mit seinen Rookies Bezzecchi (10 Punkte) und Öttl (null Punkte) bisher viele Enttäuschungen erlebt. Aber Poncharal ist sich auch bewusst: «Die Moto2-WM ist 2019 eine sehr schwierige Klasse. Wenn ich sehe, dass Jonas Folger in fünf Rennen keinen Punkt geholt hat und Bradley Smith beim Comeback in England nur vom 28. Startplatz losgefahren ist, dann ist das ein Hinweis, wie eng es zugeht und wie schwierig diese Klasse für meine Neulinge geworden ist.»

Zumal die KTM in diesem Jahr nie das schlagkräftigste Motorrad gewesen ist. Bezzecchi (3 Siege) und Öttl (1 Sieg) waren 2018 in der Moto3-Klasse erfolgreich. Aber die Kalex-Fahrer Fabio Di Giannantonio (WM-10.) und Enea Bastianini (WM-9.) tun sich als Moto2-Rookies mit ihrem Material wesentlich leichter.

Zur Erinnerung: Oliveira und Binder gewannen 2018 sechs Moto2-Rennen auf KTM,. sie beendeten die WM auf den Rängen 2 und 3. Jetzt ist Brad Binder (bisher ein Saisonsieg) WM-Fünfter. Vor Assen lag er noch außerhalb der Top-ten.

MotoGP-WM-Stand (nach 12 von 19 Grand Prix):

1. Marc Márquez 250. 2. Dovizioso 172. 3. Rins 149. 4. Petrucci 145. 5. Viñales 118. 6. Rossi 116. 7. Miller 94. 8. Quartararo 92. 9. Crutchlow 88. 10. Morbidelli 69. 11. Pol Espargaró 68. 12. Nakagami 62. 13. Mir 39. 14. Aleix Espargaró 33. 15. Bagnaia 29. 16. Iannone 27. 17. Oliveira 26. 18. Zarco 22. 19. Lorenzo 21. 20. Bradl 16. 21. Rabat 14. 22. Pirro 9. 23. Guintoli 7. 24. Syahrin 6. 25. Abraham 5.

Moto2-WM-Stand (nach 12 von 19 Grand Prix):

1. Alex Márquez 181. 2. Fernandez 146. 3. Lüthi 146. 4. Navarro 146. 5. Binder 125. 6. Baldassarri 124. 7. Schrötter 116. 8. Marini 108. 9. Bastianini 74. 10. Di Giannantonio 69. Ferner: 20. Aegerter 12. 28. Tulovic 3. 30. Raffin 3.

Moto3-WM-Stand (nach 12 von 19 Rennen)

1. Dalla Porta 171. 2. Canet 157. 3. Arbolino 133. 4. Antonelli 118. 5. Ramirez 114. 6. McPhee 93. 7. Vietti 88. 8. Masia 83. 9. Fenati 67. 10. Kornfeil 67. 11. Ogura 66. 12. Foggia 54. 13. Toba 51. 14. Suzuki. 15. Rodrigo 50. 16. Migno 49. 17. Sasaki 47. 18. Fernandez 45.

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Thema der Woche

Von Günther Wiesinger

Red Bull KTM: Der tiefe Fall von Johann Zarco

Johann Zarco ist ein Rennfahrer mit vielen Stärken, die Selbstkritik gehört nicht dazu. Er schimpfte so lange über KTM, bis den provozierten Österreichern der Geduldsfaden riss.

» weiterlesen

 

TV-Programm

Di. 22.10., 17:55, SPORT1+
SPORT1 News
Di. 22.10., 19:15, SPORT1+
SPORT1 News
Di. 22.10., 19:15, ServusTV Österreich
Servus Sport aktuell
Di. 22.10., 19:35, Eurosport
Formel E
Di. 22.10., 19:35, Motorvision TV
Formula Drift Championship
Di. 22.10., 21:40, Motorvision TV
Top Speed Classic
Di. 22.10., 21:55, Schweiz 2
7 Tage ... Rallye-Fieber
Di. 22.10., 23:25, Motorvision TV
Monster Jam Championship Series
Di. 22.10., 23:35, Eurosport
Motorsport
Di. 22.10., 23:50, Eurosport
Motorsport
zum TV-Programm