BMW: Moto3-WM-Pläne wurden auf Eis gelegt

Von Günther Wiesinger
Moto3
BMW-Superbike mit 1000-ccm-Vierzylinder: Zylindereinheit mit 250 ccm

BMW-Superbike mit 1000-ccm-Vierzylinder: Zylindereinheit mit 250 ccm

BMW ist auf den wichtigen Märkten wie Indien und China kaum vertreten. Deshalb wurde ein Joint Venture mit TVS gemacht. Aber die Moto3-Pläne wurden verworfen.

Es wäre ja fast zu schön gewesen. Bei BMW wurde über einen Einstieg in die Moto3-Weltmeisterschaft nachgedacht, dazu hätte man einen 250-ccm-Viertakt-Einzylinder-Motor bauen müssen.

Man stelle sich vor: Das magische Dreieck Munderfing (KTM) – München (BMW) – Turbenthal (Mahindra) wäre dann das Epizentrum der kleinsten GP-Klasse gewesen.

Die Idee über eine Beteiligung an der Moto3-WM entstand bereits 2012, noch unter BMW-Renndirektor Bernhard Gobmeier.

Das machte Sinn, denn die Budgets für eine Werksbeteiligung in der Königsklasse wären bei 20 oder 25 Millionen anzusiedeln gewesen, dafür hätte der Vorstand kein grünes Licht gegeben.

Die Moto3-WM hätte BMW zu überschaubaren Kosten handhaben können. Bei Husqvarna gab es damals im Hause Know-how für einen 250-ccm-Einzylinder, ausserdem hätte man eine Zylindereinheit aus dem rund 225 PS starken S 1000 RR-Superbike-Rennmotor als Basis nehmen können.

«Wenn man da einen 250er-Zylinder runterrechnet, landet man mal bei 50 bis 52 PS», meint Mahindra-Konstrukteur Eskil Suter. «Damit hätte BMW eine Basis. Die Zylindereinheit 250 ccm kennen sie. Aber einfach wäre es nicht.»

BMW: Als Basis der Vierzylinder?

BMW hätte für so ein 250-ccm-Triebwerk etliche Anleihen beim eigenen 1000er-Reihenvierzylinder nehmen können. Allerdings: Der dreht 16.000/min, in der Moto3 sind nur 14.000/min gestattet.

Aber mit einen Bohrung-Hub-Verhältnis von 80 x 49,7 mm passt so eine BMW-Zylindereinheit erstklassig ins Moto3-Konzept. Zur Erinnerung: KTM operiert mit einer Bohrung von 81 mm.

BMW muss in absehbarer Zeit motorisierte Krafträder für die kleinen Hubraumklassen für die aufstrebenden Märkte in Südostasien (Malaysia, Indonesien, Thailand) sowie Indien und China anbieten.

Deshalb wurde 2013 eine Kooperation zwischen BMW Motorrad und der TVS Motor Co. Ltd. in Indien vereinbart. TVS hat als indischer Autohersteller mit seinen Zweirädern auf dem Heimmarkt gegen Honda und Yamaha keinen Fuss auf den Boden gebracht. TVS investiert jetzt 20 Millionen in dieses Joint Venture, erst gemeinsame Produkte von TVS und BMW sollen 2015 auf den Markt kommen. Sie werden ausnahmslos weniger als 500 ccm haben.

Da hätte eine Moto3-Rennmaschine als Kontrahent zum indischen Team Mahindra Racing (die Maschinen werden bei Suter Racing in Turbenthal/CH gebaut) tadellos ins Konzept gepasst.

Zumal auch Moto3-WM-Dominator KTM einen indischen Partner und Grossaktionär hat. Bajaj Auto ist ein indisches Unternehmen mit Sitz in Pune, Maharashtra. Es ist einer der größten Automobilhersteller in Indien und der viertgrösste Hersteller von Zwei- und Dreiradfahrzeugen weltweit.

Inzwischen hat BMW die Moto3-Pläne auf Eis gelegt.

Experten schätzen, BMW Motorrad hätte für einen Werkseinsatz in der Moto3-WM ein Entwicklungsbudget von 5 bis 6 Millionen Euro benötigt.

Und mit so einem Betrag kann BMW (letztes Jahr wurden 117.000 Motorräder verkauft) in der MotoGP-Klasse schon ein kräftiges Zeichen für die Claiming-Rule-Kunden setzen und Aprilia den Rang ablaufen.

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