Was die IG Königsklasse für den Nachwuchs tut

Von Sharleena Wirsing
Moto3

Die IG Königsklasse ist nicht jedem MotoGP-Fan ein Begriff, doch diese Interessengemeinschaft setzt sich seit Jahren für den Erhalt des Zweitakt-Rennsports und für den deutschen Nachwuchs ein.

Prominentestes Mitglied der IG Königsklasse ist wohl der Moto2-WM-Dritte Jonas Folger. Er ist seit 2005 IGK-Mitglied und hat im gleichen Jahr, also mit gerade einmal zwölf Jahren, das 125-ccm-Rennen in Most mit über zwölf Sekunden Vorsprung gewonnen. Auch die heutigen WM-Piloten Marcel Schrötter und Florian Alt trainierten im Rahmen der IGK für ihre Einsätze in nationalen Meisterschaften.

«Forian Alt gewann 2012 unsere beiden Läufe in Hockenheim. 2008 war er Vizemeister der IGK 125-Wertung. 
Er fuhr die komplette Saison, beste Ergebnisse waren ein Sieg in Oschersleben und zwei Siege auf der Dahlemer Binz», erinnert sich der 2. Vorsitzende der IG Königsklasse Peter Schulte-Wien im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

«Jonas Geitner fuhr 2012 in Schleiz und 2013 auf dem Sachsenring.
Patrik Pulkkinen, der 2015 im Red Bull Rookies Cup antreten wird, fuhr 2014 in Zolder mit. Er wurde im ersten Lauf Dritter, im zweiten Zweiter.»

Seit wann organisiert die IG Königsklasse Rennen und Trainings für Zweitakt-Fahrer und Nachwuchspiloten? Nachdem der DMSB Ende 1999 die 500-ccm-Klasse der Deutschen Meisterschaft gestrichen hatte, sollten diese Maschinen ab 2000 gegen großvolumige Viertakter in der «Open Extreme» fahren. Dies lehnten die meisten Fahrer jedoch ab.

Hier trat die IG Königsklasse e.V. auf den Plan. Es gelangt, drei Rennen in Straubing, Frohburg und am Lausitzring kurzfristig zu organisieren und jeweils etwa 20 500-ccm-Fahrer an den Start zu bringen. Für 2001 waren sechs bis acht Rennen geplant.

Doch es war eine kaum lösbare Herausforderung, 20 bis 30 500-ccm-Fahrer pro Rennen an den Start zu bringen. «Da gleichzeitig beim DMSB die 125er und 250er B-Lizenzklassen gestrichen wurden, kamen wir auf die Idee, diese Piloten auch bei uns fahren zu lassen», erklärte Peter Schulte-Wien.

«Die IG Königsklasse ist mit über 200 Mitgliedern der größte Verein Europas, der sich mit dem Zweitakt-Rennsport befasst. Unsere Mitglieder sind logischerweise Zweitakt-Freaks und Liebhaber dieser Bikes. Es treten Nachwuchstalente aber auch erfahrene Rennfahrer mit ihren Bikes im Rahmen der alljährlich stattfindenden Trainings- und Meisterschaftsläufe der IGK an. Gefahren wird mit Zweitakt-Rennmaschinen der letzten Ära», fuhr Schulte-Wien fort.

«Um die Nachwuchsarbeit weiter zu unterstützen, können seit 2012 bei uns auch Moto3-Motorräder starten. So bieten sich für die Einsteiger bei unseren Veranstaltungen optimale Trainingsmöglichkeiten.»

Was muss ein Nachwuchspilot tun, um im Rahmen der IGK antreten zu können? «Im Prinzip muss er sich nur anmelden und vorbeikommen. Wir haben jedoch kein Motorrad für ihn. Wir bieten die Möglichkeit, dass Nachwuchsfahrer mit Moto3- oder auch 125-ccm-Maschinen bei uns Rennen fahren können. Das geht mit der C-Linzenz oder auch bei zwei Veranstaltungen ohne Lizenz. Wir machen einen Wellenstart, da bei uns Bikes mit 500 ccm, 250 ccm und 125 ccm unterwegs sind. Die schnellere Klasse fährt voraus, die anderen folgen im Abstand von 20 Sekunden.»

Welche Vorteile genießt der Nachwuchs durch die IG Königsklasse? «Wir sorgen für die Plattform, damit sie fahren können. Dadurch können Kontakte entstehen, die den Piloten in Zukunft weiterhelfen. Wenn es sich anbietet, vermitteln wir auch selbst die Kontakte.»

Der erste Lauf der IGK 2015 in Brünn erfolgt in Zusammenarbeit mit der CAMS, der tschechischen Föderation von Karel Abraham Senior.

Im Rahmen der IDM in Zolder findet das zweite Rennen statt. Dies ist besonders interessant für IDM Moto3-Fahrer, da diese Klasse in Zolder nicht am Start ist. Hier bietet sich eine also eine zusätzliche Trainingsmöglichkeit.

Der dritte Lauf in Assen erfolgt bei der Speed Challange des MC Assen. Die Veranstaltung stellt die Generalprobe für das 14 Tage später stattfindende MotoGP-Wochenende da. «Dort ist also Organisation und Streckensicherung auf MotoGP-Niveau garantiert. Letztes Jahr machten Jasper Iwema und Thomas van Leuwen einen Gaststart bei uns und konnten sich so perfekt auf den MotoGP-Lauf vorbereiten», erklärte Schulte-Wien.

Der vierte Lauf in Most findet im Rahmen einer Veranstaltung von Heidi Dannhoff statt. Durch die Terminüberschneidung mit der MotoGP-WM auf dem Sachsenring werden dort keine IDM-Gaststarter teilnehmen. «Wir hoffen aber, dass die Starter der 250-ccm-Stock-Viertakt-EM aus dem Alpe Adria Cup bei uns trainieren, da sie eine Woche später dort ihr Rennen haben.»

​Im Rahmen der IDM auf dem Schleizer Dreieck findet das fünfte Rennen statt. «Für uns sicher ein Highlight im Terminkalender, das Publikum liebt unsere Zweitakt-Motorräder», freut sich Peter Schulte-Wien. «Unser Saisonfinale ist dann wieder bei einem Dannhoff-Rennen in Oschersleben eine Woche nach der Speedweek.»

Weitere Informationen zu den Rennen und der Arbeit der IG Königsklasse finden Sie hier.

Der Kalender der IG Königsklasse 2015:

17.04. - 19.04.2015 Brünn (CZ)
15.05. - 17.05.2015 Zolder (BL)
13.06. - 14.06.2015 Assen (NL)
11.07 - 12.07.2015 Most (CZ)
31.07. - 02.08.2015 Schleiz (GER)
29.08. - 30.08.2015 Oschersleben (GER)

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