Philipp Öttl (KTM): Das Glück im Unglück suchen

Von Sharleena Wirsing
Moto3
Philipp Öttl aus dem Team Schedl GP Racing

Philipp Öttl aus dem Team Schedl GP Racing

Durch einen Handgelenksbruch wurde Philipp Öttls vielversprechende Saison 2016 jäh unterbrochen. Trotz aller Widrigkeiten lenkt er seinen Blick auf die positiven Seiten und will WM-Rang 10 zurückerobern.

Nach schwierigen Trainingssessions und Startplatz 18 kämpfte sich Philipp Öttl nach einem schlechten Start im Moto3-Rennen von Le Mans durch das Feld nach vorne, als er in der vierten Runde per Highsider heftig von seiner KTM geschleudert wurde. Bei seinem Sturz in der Zielkurve brach sich der Bayer aus dem Team Schedl GP Racing das rechte Handgelenk und musste operiert werden. In Barcelona besteht an diesem Wochenende nur eine kleine Chance auf ein Comeback. Obwohl sein Saisonziel – die Top-10 des Gesamtklassements – nun schwieriger zu erreichen sein wird, lässt sich der Austin-Vierte nicht entmutigen.

Der 20-Jährige versucht, sich stets auf die positiven Aspekte zu konzentrieren. «Eine solche Zwangspause kann vielleicht am Ende des Jahres ein bisschen helfen. Das ist natürlich nicht optimal, aber man muss sich aus allem das Beste herausziehen. Auch eine solche Pause kann gut tun. Ich brauche sie nicht und wollte sie auch nicht, aber die Saison ist noch sehr lang. In den letzten drei Jahren habe ich gelernt, dass es für alle am Ende der Saison schwierig wird, sich immer perfekt zu konzentrieren. Aus dieser Sicht ist eine Pause vielleicht nicht ganz so schlecht. Wenn man etwas Positives daraus ziehen kann, dann das», erklärte Öttl im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

Die Brüche von Elle und Speiche sind die erste größere Verletzung des KTM-Fahrers seit einem Schlüsselbeinbruch im Frühjahr 2011, aber damals war keine Operation nötig.

Beim Mugello-GP wurde Öttl durch den Italiener Lorenzo Dalla Porta ersetzt, der durch die finanziellen Probleme des LaGlisse-Teams seinen WM-Platz für 2016 verloren hatte und nun in der Junioren-WM antritt. Dalla Porta belegte Platz 15, nachdem er das Rennen zwischenzeitlich angeführt hatte.

In Barcelona wird Öttl wieder vor Ort sein. Ob er antreten kann, hängt jedoch von der Beweglichkeit seines Handgelenks ab, die derzeit noch nicht ausreichend ist. Er hat daher nur eine geringe Chance auf ein Comeback in Spanien. Wahrscheinlicher ist eine Rückkehr des KTM-Fahrers beim Assen-GP von 24. bis 26. Juni. Vor dem Barcelona-GP liegt Öttl auf dem 13. WM-Rang – nur drei Punkte hinter Andrea Locatelli auf dem zehnten Gesamtrang.

Öttl trainiert derzeit täglich mit seinem Trainer und Physiotherapeuten Franz Dietzinger. Ob Öttl in Barcelona antreten kann, wird sich am Donnerstag entscheiden. «Ich habe eine Orthese, aber wahrscheinlich werde ich eine weitere von der Clinica Mobile erhalten. Eigentlich hätte ich die große Schiene von Ortema noch länger tragen sollen, aber ich habe nun tatsächlich eine kleinere für den Sport. Damit muss ich aber sehr vorsichtig sein. Ich darf meine Hand drehen, aber nicht zu sehr. Es sind etwa 30 Grad in beide Richtungen. Es macht mir nichts aus, wenn ich mit dem Rad über Straßenunebenheiten fahre. Sobald ich den Arm drehe, habe ich aber Probleme. Die Beweglichkeit fehlt noch etwas. Alles andere ist in Ordnung. Drei Stunden auf dem Fahrradlenker abstützen, ist nicht das Problem. Es geht rein um die Beweglichkeit.»

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