Gestatten? Moto3-Rookie Aron Canet!

Von Sharleena Wirsing
Moto3
Der 16-jährige Aron Canet mischt 2016 bereits in seinem Rookie-Jahr regelmäßig die Spitzengruppe der Moto3-Klasse auf. SPEEDWEEK.com sprach mit dem Spanier über seine bisherige Karriere und seine Ziele.

Aron Canet ist einer von zehn Neulingen, die 2016 ihre erste Saison in der Moto3-WM absolvieren. 2015 hatte Canet die Junioren-WM bereits überlegen mit 40 Punkten Vorsprung angeführt. Doch im Training von Jerez verletzte er sich am Fuß und musste beide Rennen auslassen. Beim Saisonfinale in Valencia wurde er in Lauf 1 von einem Gegner abgeräumt. Trotz Platz 2 im zweiten Rennen verlor der Honda-Pilot aus dem Junior-Team von Estrella Galicia 0,0 nicht nur den Titel an Nicolò Bulega, sondern fiel sogar noch auf Gesamtrang 3 zurück.

2016 absolviert er seine erste Saison in der Moto3-Weltmeisterschaft für die Truppe von Emilio Alzamora. Nach elf Rennen belegt Canet den 20. Gesamtrang mit 34 Punkten. Er zeigte bereits starke Rennen wie mit Platz 4 in Le Mans und Platz 6 in Barcelona, doch er fabrizierte auch schon einige Stürze während der Kämpfe in der Spitzengruppe. «Bevor ich in die Weltmeisterschaft kam, dachte ich, dass ich es ein oder zwei Mal in die Punkteränge schaffen kann, aber als die Rennen dann begannen, sah ich, dass ich es in die Top-10 schaffen kann. Dann auch in die Top-8 und auch unter die Top-4. Das nächste Ziel ist ein Podestplatz», lachte Canet im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

Auch die Saison 2017 wird der aufgeweckte, anhaltend scherzende und lächelnde Spanier im Team Estrella Galicia 0,0 verbringen.

Aron, wie bist du zum Rennsport gekommen, ist deine Familie auch von Motorrädern begeistert?

Ich weiß es gar nicht mehr genau. [lacht] Als ich fünf Jahre alt war, kaufte mir mein Vater ein Kart. Meine Leidenschaft waren immer die Motorräder und nicht die Karts, aber sie waren mein erster Schritt in diese Art von Leben. Ich stieg also von vier auf zwei Räder um und begann mit Minibike-Rennen. 2007 fuhr ich dann meine erste richtige Meisterschaft: die Cuna de Campeones. In dieser Nachwuchsmeisterschaft erhalten die besten Fahrer eine Art Stipendium, eine finanzielle Unterstützung, um ihre Karriere voranzutreiben. Im ersten Jahr wurde die Hälfte der Kosten übernommen, im zweiten Jahr haben sie für mich dann alle Kosten getragen. 2009 wechselte ich dann die Meisterschaft. Ich fuhr eine in Katalonien, dort fuhren auch Fahrer wie Alex Márquez und Alex Rins, und in der Cuna de Campeones stieg ich in die Meisterschaft für die fortgeschrittenen Fahrer auf.

Ist diese umfangreiche Nachwuchsförderung der Grund, warum auch hier in der Weltmeisterschaft so viele Spanier erfolgreich sind?

Ja, ich denke das ist der Grund. Denn wenn wir erhalten schon in jungen Jahren sehr viel Unterstützung und der Wettbewerb ist sehr ausgeglichen. Doch in Italien ist das nicht anders, das sieht man an der Fülle von italienischen Fahrern hier in der Moto3-Klasse. Auch das Wetter in Spanien spielt wohl eine Rolle. Für mich ist es perfekt, im Sommer in der Sonne zu trainieren. In dieser Zeit bin ich oft in Barcelona, um mit anderen Fahrern, die dort leben, zu trainieren. Ich treffe mich dort mit Marc und Alex Márquez oder Jorge Navarro.

Im letzten Jahr warst du in der Junioren-WM im Rahmen der CEV sehr erfolgreich. Doch am Ende hast du den Titel verloren. War das eine große Enttäuschung?

Schon, aber das letzte Jahr war eine sehr gute Vorbereitung für mich, denn das Level war wirklich sehr hoch. Die Moto3-Rookies in der Weltmeisterschaft sind in diesem Jahr fast alle aus der Junioren-WM. Gegen sie alle habe ich schon Rennen gewonnen. Das waren gute Gegner, denn jeder von ihnen konnte schon in der Junioren-WM vorne dabei sein oder sogar siegen. Das Level war so hoch, dass wir alle keine großen Probleme mit dem Wechsel in die Weltmeisterschaft hatten.

Du warst in der Junioren-WM bereits für Estrella Galicia 0,0 unterwegs. Wann begann deine Zusammenarbeit mit Emilio Alzamora?

Eigentlich erst in diesem Jahr, denn Emilio kümmert sich hauptsächlich um die Weltmeisterschaft. 2015 war er nur beim Rennen in Barcelona auch bei der Junioren-WM dabei und hat mit mir gesprochen.

2015 hast du dir eine schwere Verletzung am Fuß zugezogen, die dich auch im Titelkampf weit zurückwarf. Wie fit bist du nun?

Für mich ist es in Ordnung. Ich kann laufen gehen und mit dem Fahrrad trainieren. Für meinen Teamkollegen Jorge ist es schwieriger, für mich ist es jetzt in Ordnung.

Du hast bereits starke Rennen wie mit Platz 4 in Le Mans gezeigt, aber du bist auch einige Mal gestürzt. Denkst du trotzdem, dass in dieser Saison noch ein Podestplatz möglich ist?

Ja, ich denke, das ist möglich. Ich weiß nur nicht, in welchem Rennen ich die Gelegenheit dazu haben werde. Viele Strecken sind auch komplett neu für mich. Daher weiß ich auf diesen Kursen nie, ob ich nach dem ersten Training Fünfter oder 20. bin. Bei den Übersee-Rennen wird es deshalb vielleicht schwierig, doch auch die Strecke in Misano kenne ich nicht. Bei den verbleibenden Rennen kenne ich nur in Aragón und Valencia die Strecken.

Warst du schon in Ländern wie Japan, Australien oder Malaysia?

Nein, das wollte ich bisher auch nicht. Ich war nie dort. Eigentlich bleibe ich am liebsten in Valencia. [lacht]

Was ist für dich in der Weltmeisterschaft bisher am schwierigsten?

Die harten Kämpfe in den Rennen. Es geht so eng zu. Du denkst, du kannst überholen und deine Position halten, aber dann berührt dich innen schon wieder ein Fahrer. Du startest von Platz 5, alles läuft gut, doch schon in der ersten Kurve bist du nur noch Zehnter, weil alle wie die Wilden fahren. Sogar bei Berührungen halten die Gegner ihre Linie, sie sind davon komplett unbeeindruckt. Das ist in der Junioren-WM ein bisschen anders, denn wir sind dort alle noch eher wie Kinder. Hier ist es noch härter. [lacht]

Was willst du in den nächsten fünf Jahren erreichen?

Puh, gute Frage. Entweder bin ich dann wieder zuhause oder in der Moto2-Klasse. [lacht] In diesem Jahr will ich noch viel lernen und mich weiter verbessern. Ich denke, dass ich es in einem Rennen schon noch auf das Podest schaffen kann. Im zweiten Jahr wäre es für mich perfekt, wenn ich in jedem Rennen in der ersten Gruppe bleiben kann und mich unter den Top-5 platziere. Ich will dann auch um Siege kämpfen.

Hast du im Paddock bereits einen der Helden aus deiner Kindheit getroffen?

Nein, denn mein Idol ist Marco Simoncelli, aber er ist ja leider nicht mehr im Paddock.

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