Suzuki-Chaos: Tage von Teammanager Brivio gezählt?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Beim Suzuki Ecstar-Team herrschte in Brünn nach dem desaströsen Rennen wieder einmal dicke Lauft. Der neue MotoGP-Projektleiter Shinichi Sahara steht vor einem Berg voll Arbeit.

Alex Rins hat am Sonntag zwar mit der GSX-RR-Suzuki Platz 11 sichergestellt, aber Andrea Iannone kam mit 83,346 Sekunden nur auf den 19. und vorletzten Platz.

Und besonders das Umfeld von Iannone, der bei Suzuki in zwei Jahren sechs Millionen Euro verdient, war mächtig sauer.

Tatsächlich spielen sich in der Suzuki-Box Szenen ab, die jeder Beschreibung spotten. Jedes Erntedankfest ist besser organsiert als die Suzuki-Box in der Königsklasse.
Am Samstag im Qualifying 1 erlebte Andrea Iannone ebenfalls ein Desaster. Es wurde erzählt, der Hinterreifen seit entgegen die vorgeschriebene Laufrichtung montiert gewesen, also fuhr «The Maniac» an die Box, dort verlor das Motorrad Öl – Verdacht auf Motorschaden.

Was die Reifenmontage betrifft, weist Michelin jeden Fehler von sich. «Der Reifen war von Michelin korrekt auf der Felge montiert», erklärte ein Michelin-Sprecher. «Diese Reifen sind asymmetrisch. Wären sie in der falschen Richtng montiert, wäre das gefährlich. Der Reifen wurde von uns geprüft, es gab nichts zu beanstanden.»

Iannone kam im Qualifying 1 über Platz 10 nicht hinaus, das warf ihn auf den 20. Startplatz zurück.
Im Rennen kam es für Iannone knüppeldick. Weil der Mechaniker von Aleix Espargaró seinen Fahrer nicht mit dem vorgesehenen Schild abbremste, fuhr der Aprilia-Pilot Iannone über den Haufen, er fiel vom Motorrad, beim Ersatz-Bike von Rins wurde der Lenker verbogen.

Aleix Espargaró, 2015 und 2016 bei Suzuki, entschuldigte sich freundlich für das Missgeschick.

Und das Suzuki-Ecstar-Team breitete über all’ diese merkwürdigen Vorkommnisse den Mantel des Schweigens. Davon sollte nichts an die Öffentlichkeit durchsickern. Aber irgendein Vöglein zwitschert immer.

Teammanager Davide Brivio, dessen Tage gezählt sein dürften, fand wieder nur beschönigende Worte.
Aber es gibt bei Suzuki nichts mehr zu beschönigen.

Iannone, im Vorjahr GP-Sieger in Spielberg auf Ducati, hat in zehn MotoGP-Rennen 28 Punkte erbeutet, Rins 12. Die WM-Positionen: 16. Iannone, 21. Rins.
Der neue MotoGP-Projektleiter Shinichi Sahara steht vor einem Berg voll Arbeit.


Fakt ist: Für die zweite Saisonhälfte 2016 wurden die GSX-RR-Motoren bei Pankl Racing in der Steiermark getunt. Maverick Viñales feierte beim zweiten Einsatz dieser Motoren im Silverstone seinen ersten Sieg.

Für dieses Jahr werden die Motoren wieder in Japan vorbereitet.
Das ging schon mehrmals gewaltig schief. Zum Beispiel in der V4-Suzuki-Ära mit Fahrern wie Roberts, Hopkins, Vermeulen, Bautista und Capirossi. Und als Randy de Puniet beim MotoGP-Comeback von Suzuki in Valencia 2015 in drei Tagen vier Motoren verheizte...

Offenbar war die starke Saison 2016 bei Suzuki nur ein Strohfeuer.
Und die Japaner verlieren mit dem hoch gelobten neuen 1000-ccm-Reihenvierzylinder genau so erbärmlich wie jahrelang mit den V4-Motoren.

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