Lüthi-Manager Dani Epp: «Wollen nicht nur mitfahren»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Tom Lüthis persönlicher Manager Dani Epp war von 2002 bis Ende 2014 auch sein Teamchef. Jetzt spricht er im Interview über die Anbahnung des Marc VDS-Deals.

Der Schweizer Daniel M. Epp steckte Tom Lüthi im Frühjahr 2002 als 15-jährigen Neuling aus der IDM 125 in sein Elit-Honda-125-Team und setzte ihn damals auf dem Sachsenring erstmals in der Weltmeisterschaft ein, weil sich Stammfahrer Jakub Smrz in Assen verletzt hatte.

Als Epp das Talent des Emmentalers erkannte, ließ er ihn die Saison zu Ende fahren und besorgte für Smrz einen Platz in der 250er-WM.

Seitdem geht dieses Duo durch dick und dünn, es hat viele Höhen und Tiefen erlebt, jetzt ist das große gemeinsame Ziel erreicht hat – Aufstieg in die MotoGP-Klasse, wenn auch mit viel Verspätung.

Dani, du hast nach dem Spielberg-GP nicht mehr mit den Medien kommuniziert.

Ja, ich musste ja vorher schon ein bisschen schwindeln und die Chancen herunterspielen. Und dann habe ich keine Telefongespräche mehr angenommen. Denn ich wollte nicht, dass die Neuigkeit wegen mir herauskommt.

Du hast beim Sachsenring-GP auch mit LCR-Honda verhandelt und dort anklingen lassen, dass Tom eventuell aus dem Moto2-Vertrag herauskommt. Dann bahnte sich eine Chance bei Marc VDS an.

Wir hatten den Vertrag für die Moto2-WM 2018 immer fix. Aber es gab eine Ausstiegsoption für den Fall, dass sich eine Möglichkeit in der MotoGP anbietet.

Wir haben ja beim Schweizer Moto2-Team auch angedacht, ein MotoGP-Team zu machen mit der heutigen Struktur. Das hat sich aber nicht ergeben.

Ja, weil die 24 Plätze bis 2021 alle vergeben sind. Deshalb hast du im Sommer lange geglaubt: Das wird nichts mit MotoGP 2018? Ab wann hast du wieder an die Chance geglaubt?

Ich habe überhaupt nicht geglaubt, dass daraus etwas wird. Bei LCR sowieso nicht, weil zuerst nicht klar war, ob Lucio Cecchinello den zweiten Platz finanzieren kann und weil dort immer Nakagami von HRC als Fahrer gesetzt war.

Wenn Lucio den zweiten Platz finanzieren hätte können, hätte er ihn schon lange vorher besetzt. Der Grund, warum er ihn nicht gemacht hat, war das Budget.

HRC hat ja weitgehend unter Kontrolle, wer bei LCR als zweiter Fahrer kommt. In dem Moment, wo HRC Geld für einen Fahrer zuschießt, reden sie mit. Ganz klar.

Das ist ja auch völlig okay. Aber das war der Grund, warum ich wusste, dass aus dem LCR-Deal nichts wird.

Wann hat sich dann eine konkrete Chance bei Marc VDS abgezeichnet?

In Brünn. Vom Gefühl her etwas früher, weil die Verhandlungen mit Michael Bartholemy recht zielführend verliefen. Aber bis Brünn war nicht klar, ob Jack Miller wirklich zu Pramac-Ducati geht.

Ich dachte: Er fährt jetzt für Honda das 8h-Rennen in Suzuka, sie werden ihm dort ein gutes Angebot machen.

Das Kriterium war bis Brünn: Geht Miller bei Marc VDS weg? Wenn er nicht weggegangen wäre, hätte VDS keinen neuen Fahrer gebraucht. Dann hätte es keine Diskussion mehr mit uns gegeben.

Morbidelli war ja statt Rabat für den anderen Platz längst gesetzt.

Aber in Brünn sah es erstmals so aus, als würde Miller wirklich weggehen.

Ich habe immer gedacht: Honda wird sich Mühe geben und ihn zum Bleiben überreden.

Welche Ziele kann Tom Lüthi 2018 in der MotoGP-WM anstreben?
 
 
 
 
 
 

Sicher nicht nur mitfahren.

Was heißt das konkret? So abschneiden wie Zarco oder Folger in der Rookie-Saison? Sie haben jeder schon einen zweiten Platz und liegen in der WM in den Top-Ten.

Einfach im Moment nicht nur mitfahren.

Aber Honda erwartet von jedem Neuling zumindest Plätze zwischen 10 und 15.

Wir schauen uns an, wie gut das Motorrad ist. Wir sind sicher nicht einfach froh, dass wir in der MotoGP dabei sind. Wir möchten alles dafür tun, um das maximal Mögliche rauszuholen. Das ist das Ziel.

Kann Crew-Chef Gilles Bigot zu Marc VDS mitkommen?

Das ist einer der Punkte, die noch besprochen werden müssen.

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