Marc Márquez (Honda/6.): Er rätselt über die Stürze

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Marc Márquez

Marc Márquez

Es war der 26. Sturz an einem GP-Wochenende in dieser Saison. Repsol-Honda-Star Marc Márquez ärgerte sich über den Fehler im FP2. «Denn es ist immer das Risiko eine Verletzung dabei.»

Weltmeister und WM-Leader Marc Márquez stürzte am Ende des zweiten freien MotoGP-Trainings in Valencia und ärgerte sich über diesen Fehler.

Er fuhr in der Gesamtwertung aus FP1 und FP2 auf den sechsten Rang, obwohl er in beiden Sessions Rang 5 erzielt hatte.

Mit 1:31,243 min blieb der Repsol-Honda-Star 0,603 sec hinter der Bestzeit von Lorenzo und 0,294 sec hinter seinem Herausforderer Dovizioso, der in der WM 21 Punkte zurückliegt.

Zur Erinnerung: Wenn Dovi gewinnt, reicht Márquez ein elfter Platz zum Titelgewinn.

Marc absolvierte den 26. Crash in dieser GP-Saison. Aber er blieb unverletzt.

«Natürlich hofft man immer, dass der letzte Sturz der letzte in der Saison bleiben wird. Aber diesmal ist es wirklich so», stellte der Honda-Star fest. «Aus irgendeinem Grund passieren solche Zwischenfälle in diesem Jahr regelmäßig. Das hat auch mit dem Motorrad zu tun, dass dir im Grenzbereich wenig Feedback gibt. Ich versuche immer zu pushen, aber die Situation wird dann oft kritisch. Aber ich bin schnell. Wie gesagt: Ich werde den Márquez-Stil an diesem Wochenende nicht ablegen. Ich werde in den Trainings bis an Limit pushen und dann am Sonntag probieren, das Rennen auf andere Art zu managen.»

«Im Moment bin ich her mit meiner Arbeit zufrieden, auch wenn mir das Vorderrad im FP2 weggerutscht ist. Ich habe heute nur zwei Hinterreifen probiert, den Medium im FP1 und den weichen im FP2. Als ich gestürzt bin, hatte der Vorderreifen schon viele Runden hinter sich. Aber die Pace war gut. Klar, ich bin über den Crash nicht happy. Aber lieber heute als am Sonntag.»

Wie kann Marc diese vielen Stürze immer so leicht abschütteln? Wie wappnet er sich körperlich dagegen? Durch viel Stretching?

«Natürlich braucht man immer Glück, wenn man unbeschadet davon kommt. Denn ein Sturz bleibt ein Sturz, du kannst dich immer überall verletzen. Aber wenn man sich die Situation anschaut, dann sieht man: Die meisten Stürze passieren gegen Ende der Trainings. Auch heute fuhr ich am Schluss über den Zielstrich, ich war in der Liste weit vorne, zeitweise war ich Erster, vor dem Crash Dritter. Es war noch eine Minute zu fahren. Da dachte ich: ‚Lass’ uns noch schneller fahren, probieren wir es.’ Aber es war nicht möglich. Ich war schon mit 1:31,2 min am Limit. Klar, wir müssen uns da in Zukunft verbessern. Ich mag es nicht, wenn ich so oft runterfalle. Oft passieren die Stürze in diesem Jahr völlig unerwartet. Das war auch heute im FP2 so. Klar, ich war schnell unterwegs. Aber ich habe früher gebremst als in der Runde zuvor. Doch dann hatte ich eine Art Chattering am Hinterrad, das vorher nie zu spüren war. Das ist oft schwer zu verstehen. Ich glaube und hoffe, dass wir nächstes Jahr mit einem anderen Motorrad, mit neuen Teilen, ich weiß bisher nicht, wie sie aussehen werden, eine Verbesserung erreichen.»
Kümmert sich Márquez an diesem Wochenende gar nicht um die Zeiten der Gegner? «Wenn ich auf der Piste bin, vergesse ich die anderen Fahrer. An diesem Wochenende spielt es keine Rolle, wer mir nachfährt, es spielt keine Rolle, wer neue Reifen probiert. Ich bin heute mit nur zwei Hinterreifen durchgekommen, ich wollte einfach mit gebrauchten Reifen pushen und einen guten Rennrhythmus vorlegen. Ich will alles gut verstehen, damit ich für den Sonntag optimal gerüstet bin, falls ich hart fighten muss. Es ist sinnvoll, so konzentriert zu bleiben wie bei den bisherigen Rennen. Gleichzeitig inspiziere ich die Ergebnisse nach dem Training sehr aufmerksam. Zuerst schaue ich: Wo ist Dovi? Dann: Wo sind Zarco und Dani? Denn die beiden werden am Sonntag hier meine schärfsten Gegner sein, denke ich.»

Dovizioso liegt zwar in der Gesamtwertung als Dritter vor Márquez, aber seine Pace war schlechter als die des Spaniers.

«Natürlich ist das gut fürs Vertrauen. Aber wichtiger ist, dass wir im FP1 gut ins Weekend gestartet sind», betont Marc. «Das bringt mich in eine halbwegs komfortable Situation. Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich sehe, mein Teamkollege ist schnell, und Zarco ist schnell. Und wir sind auch konkurrenzfähig. Aber heute ist Freitag. Wir müssen uns weiter anstrengen und dann am Sonntag nach dem Warm-up schauen, wie die Kräfteverhältnisse aussehen, wo Dovi ist und wo die anderen Piloten stehen.»

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