Jorge Lorenzo zurück zu Yamaha? Nur ein Gerücht?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Biegt er bald wieder in die Yamaha-Box ein? Jorge Lorenzo

Biegt er bald wieder in die Yamaha-Box ein? Jorge Lorenzo

Jorge Lorenzo versichert, er werde auch in den nächsten zwei Jahren MotoGP fahren. Aber bis zu einem Deal in einem Yamaha-Kundenteam ist ein weiter Weg.

Seit wenigen Tagen ist klar, dass Jorge Lorenzo aller Voraussicht nach bei Ducati Corse durch Danilo Petrucci ersetzt wird und dass ihm bei Suzuki Ecstar wohl der aktuelle Moto3-Weltmeister Joan Mir (20) vorgezogen wird. Trotzdem betont Jorge Lorenzo, er werde in den nächsten zwei Jahren in der MotoGP-WM fahren.

Im Aprilia-Werksteam wird es nicht sein, aber jetzt wurde kolportiert, Jorge Lorenzo könne in einem neuen italienischen Yamaha-MotoGP-Kundenteam mit Petronas-Geld fahren, man werde sich die Startplätze von Marc VDS einverleiben.

Das sind aber äußerst voreilige, teilweise an den Haaren herbei gezogene Berichte. Denn erstens sind die 24 MotoGP-Startplätze bis inklusive 2021 fix vergeben. Den Kundenteams Gresini, Tech3, Avintia, Ángel Nieto, Pramac und LCR sowie Marc VDS wurde schriftlich zugesichert, dass bis 2021 kein zusätzlicher MotoGP-Startplatz vergeben wird.

Fakt ist auch: Die beiden kostbaren Marc VDS-MotoGP-Plätze befinden sich bis auf Weiteres im Besitz von Marc van der Straten.

SPEEDWEEK.com hat jedoch exklusiv berichtet, dass Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta nichts dagegen hätte, wenn Marc VDS die beiden Plätze zurücklegen würde. Die Dorna würde sich dadurch rund 5,5 bis 5,8 Millionen an Zuschüssen ersparen und könnte ein, zwei oder drei Jahre auch mit 22 Stammpiloten fahren. Ezpeleta macht kein Geheimnis daraus, dass er die beiden Startplätze dann gern Valentino Rossis geplantem SKY VR46-Yamaha-Team für 2021 übergeben würde. 2021 könnte er dort seine Schützlinge Morbidelli und Bagnaia einsetzen.

SPEEDWEEK.com hat berichtet, dass Marc VDS die beiden Plätze durch ein Joint Venture oder eine Allianz mit einem anderen Team weiter nutzen und betreiben könnte, wenn dadurch die Kosten für VDS sinken. Denn die Infrastruktur und die Technikcews sind vorhanden.

Momentan kostet das Marc VDS-Team für beide Klassen 14,5 Millionen Euro im Jahr, zwölf davon fallen für die MotoGP-Klasse an.

Marc van der Straten investiert total 4 Millionen Euro im Jahr, die Dorna bezahlt ca. 5,8 Millionen. Also schiessen die restlichen Sponsoren wie Estrella Galicia 0,0 und Total gemeinsam keine 3 Millionen zu, denn es sind noch etliche kleine Co-Sponsoren von Lumberjack bis Interwetten und Exide auf den Bikes zu sehen.

Ein Interessent für zumindest einen MotoGP-Startplatz ist Estrella Galicia 0,0 für Alex Márquez, man würde aber dann mit Honda weiterfahren.

Von Seiten Marc VDS wird versichert, es habe kein Kontakt mit einem italienischen Interessenten für die Teamplätze stattgefunden.

Und die Estrella Galicia 0,0-Moto3-Mannschaft von Emilio Alzamora ist auf Honda fixiert, von dort wird mit Sicherheit kein Angebot an Jorge Lorenzo kommen. Zumal Alzamora persönlicher Manager von Marc Márquez ist und sein Schützling wenig Freude hätte, wenn sich der gute Emilio irgendwie für Lorenzo ins Zeug legen würde.

Bisher hat Alzamora bei weitem nicht einmal genug Budget, um Alex Márquez mit einer Honda auf einem Marc VDS-Platz 2019 MotoGP fahren zu lassen.

Der neue Marc VDS-Teamprinzipal Luca Montiron betont, er kenne die Gerüchte über Lorenzo, Yamaha und Petronas nur aus den Medien.

Lin Jarvis, Managing Director von Yamaha Factory Racing, hat schon Anfang der Woche nach einem Gespräch mit SPEEDWEWEK.com berichtet, Yamaha werde 2019 eventuell kein Kundenteam betreuen, denn die Bestellfrist für die Bikes laufe Ende Juni ab.

Aber Lin Jarvis, ganz britischer Gentleman, schließt natürlich nicht aus, dass Lorenzo zu Yamaha zurückkehrt. «Es kann sein», sagte er ins Mikrofon des italienischen Senders «Sky Sport.»

Aber Yamaha hat dafür kein Geld übrig, das Projekt müsste finanziell selbsttragend sein.

Lorenzo-Manager Albert Valera steht unter Druck. Eine 2018-Yamaha in einem Kundenteam, falls eines zustande kommt, vielleicht durch eine Allianz von Marc VDS mit einem Top-Moto2-Team wie jenem von Sito Pons, wäre für den fünffachen Weltmeister sicher kein ebenbürtiges Projekt im Vergleich zu einem Ducati- oder Suzuki-Werksvertrag.

Bis Marc VDS über die künftige Nutzung der beiden MotoGP-Startplätze entschieden hat, könnte die Sommerpause und die Deadline von Yamaha verstrichen sein.

Übrigens: Die Vermutungen, Lin Jarvis könnte Lorenzo einfach auf eine dritte Movistar-Yamaha setzen, können nur von hoffnungslosen Illusionisten genährt werden. Erstens zahlt Movistar nicht einfach im Handumdrehen noch einmal 6 oder 10 Millionen, zweitens existiert kein Startplatz, drittens wäre das ein Vertrags- und Vertrauensbruch gegenüber Rossi und Viñales.

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