Dani Pedrosa: Petronas-Yamaha-Deal noch fraglich

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Dani Pedrosa vor zwei Wochen: Nichts verlautbart

Dani Pedrosa vor zwei Wochen: Nichts verlautbart

Eigentlich wollte Dani Pedrosa heute vor zwei Wochen seinen Rücktritt verkündigen. Aber er erbat sich Bedenkzeit. Und: Er wird auch heute in Assen keine Entscheidung bekanntgeben.

Es war eine gespenstische Szene am Donnerstag vor dem ersten Training zum Catalunya-GP, heute genau vor zwei Wochen. Dani Pedrosa hatte schon zehn Tage vorher eine Pressekonferenz anberaumt, bei der er seinen Rücktritt vom GP-Sport ankündigen wollte, nachdem Repsol-Honda nach Mugello die Verpflichtung von Jorge Lorenzo bekannt gegeben hatte.

Es stürmten also Dutzende Reporter, TV-Crews und Fotografen zur Pressekonferenz in der HRC-Hospitality, wo sich der dreifache Weltmeister mehrmals entschuldigte. «Ich dachte, ich kann etwas mitteilen. Aber ich kann nur sagen, ich habe für 2019 mehrere Optionen.»

Dann murmelte Dani: «So viele Berichterstatter sehe ich normalerweise nicht einmal nach einem GP-Sieg.»

Diese Optionen waren: Petronas-Yamaha, Superbike-WM im Kawasaki-Werksteam neben Johnny Rea – oder Rücktritt nach 13 Jahren im Repsol-Honda-Team mit immerhin 31 MotoGP-Siegen und drei zweiten WM-Rängen.

Die Superbike-WM kam für den 32-jährigen Spanier nie ernsthaft in Frage. Bei Petronas-Yamaha musste zuerst geklärt werden, von wem die zwei Plätze kommen – von Marc VDS oder von Aspar Martinez.

«Ich will auf jeden Fall die ganze Kontrolle haben. Petronas und der Sepang Circuit gehören der malaysischen Regierung; wir können keine Komplikationen gebrauchen», sagte Razlan Razali, CEO des Sepang International Circuits (SIC), beim Mugello-GP zu SPEEDWEEK.com.

Das bedeutete: Ein Joint Venture oder eine Untermiete bei Marc VDS oder Martinez waren keine Optionen für das Team, das auch in der Moto3-WM und Moto2-WM ein eigenes Team betreibt. Razali, Petronas und SIC wollte das Sagen haben und Teameigentümer sein. Übrigens: Petronas war schon von 2008 bis 2010 Co-Sponsor des Yamaha-Werksteams, als Fiat als Hauptsponsor auftrat (mit Rossi und Lorenzo).

Da Martinez für sein MotoGP-Team ohnedies nie genug Geld hat, wird er seine beiden «slots» per Saisonende an den SIC-Rennstall übergeben. Das ist auch im Sinne der Dorna. Sie will die beiden Marc VDS-Plätze in Reserve halten – für Rossi und Yamaha 2021.

In der Zwischenzeit überlegt sich Dani Pedrosa, ob er sich mit dem Abstieg in ein Satellitenteam anfreunden kann. Er verlangt 2019-Werksmaterial von Yamaha. Dieses wurde in Aussicht gestellt, aber bisher nicht definitiv zugesagt. «Das ist eine Geldfrage», hat Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis in Mugello klargestellt.

Petronas hat letzte Woche grünes Lichts für das neue SIC-Team
für die MotoGP gegeben. Neben Dani Pedrosa soll dort Franco Morbidelli fahren.

«Die Gespräche mit Petronas machen gute Fortschritte», sagte Lin Jarvis beim Catalunya-GP.

Er hatte bereits nach dem Le-Mans-GP anklingen lassen, nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Marc VDS könne sich bald eine neue Möglichkeit für ein Kundenteam ergeben, nachdem Tech3 nach 20 Yamaha-Jahren für drei Jahre zu KTM übergelaufen war.

Und der neue MotoGP-Teamprinzipal Razlan Razali, der Trucks, Hospitality und viel Teampersonal von Marc VDS übernehmen will, befindet sich bereits auf dem Weg von Kuala Lumpur zur Dutch-TT.

Aber es müssen noch viele Fragen mit Martinez, mit der Dorna, mit Yamaha und den Piloten geklärt werden, bevor das Petronas-SIC-Yamaha-Team für 2019 und 2020 bestätigt werden kann. Bei Yamaha wird die Bestellfrist für das Material, die eigentlich auf Ende Juni lautet, eventuell um ein paar Tage hinausgeschoben werden. 

Dani Pedrosa ist heute bei der Pre-Event-Pressekonferenz der Dorna um 17 Uhr zu Gast. Aber er wird die neugierigen Berichterstatter wieder vertrösten müssen.

«Zu 75 Prozenjt wird der Deal von Dani Pedrosa mit Yamaha und Petronas klappen», sagte heute ein Insider aus Spanien.

Sein Wechsel zu Petronas-SIC-Yamaha soll frühestens beim GP von Deutschland (13. bis 15. Juli) verlautbart werden.

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