Maverick Vinales hat keine Sekunde an Rossi gedacht

Von Gerraint Thompson
MotoGP
Maverick Vinales und Yamaha freuten sich über Platz 3

Maverick Vinales und Yamaha freuten sich über Platz 3

Mit Rang 3 im MotoGP-Rennen in Buriram sorgte Maverick Vinales für den ersten Podestplatz von Yamaha seit dem Sachsenring-GP Mitte Juli 2018. Problematisch: Niemand bei Yamaha kann den Erfolg erklären.

So stark wie in Thailand war Yamaha seit knapp drei Monaten nicht mehr, als Valentino Rossi und Maverick Vinales im Deutschland-GP hinter Marc Marquez (Honda) die Plätze 2 und 3 eroberten.

Auf dem Chang International Circuit führte Rossi das Rennen von Runde 5 bis 10 an, Vinales kam mit 0,270 sec Rückstand hinter Sieger Marquez und Andrea Dovizioso als Dritter ins Ziel, Rossi als Viertplatziertem fehlten 1,564 sec.

Seit dem ersten Training am Freitag gab es bei Yamaha großes Rätselraten, weshalb die M1 nach den schwachen Darbietungen in Spielberg, Misano und Aragon auf einmal wieder konkurrenzfähig ist.

«Wir gingen auf die Strecke raus und hatten mehr Grip», erzählte Rossi. «Also konnten wir mit der Yamaha mehr pushen. Warum das so war, ist rätselhaft für uns alle. Wir tappen im Dunkeln, Yamaha hat keine Erklärung.»

Honda-Pilot Cal Crutchlow, der die Yamaha-Piloten den ganzen Buriram-GP über studierte, machte die Reifen als Ursache aus. «Mit diesen Michelin-Reifen musste man mehr in Schräglage fahren, das kommt der Yamaha entgegen.»

Maverick, einige der Fahrer haben gesagt, dass du am besten mit den Reifen umgegangen bist. War das der Grund, dass ihr letztes Wochenende so schnell wart?

In Aragon habe ich es nicht geschafft, dieses Mal war es eine meiner Stärken, das ist sehr seltsam. Besonders in den Sektoren 2 und 3 war ich sehr gut. Das Wochenende war wirklich super, ich hoffe, dass wir in Motegi so weitermachen können. Ich muss noch ein bisschen mehr Selbstvertrauen sammeln.

Was war in Buriram anders beim Start, als in den Rennen zuvor? Da hattest du immer ein wenig Mühe am Anfang, jetzt konntest du mit den Top-Five mithalten.

Mit dem Team hat alles gut funktioniert, aber am Schluss konnten wir nicht mehr so schnell fahren. Wir haben unsere Art zu starten ein bisschen verändert. Ich hatte auch wegen all der guten Trainings mehr Selbstvertrauen und konnte daher besser starten. Ich bin gespannt, ob die Veränderungen am Motorrad in Japan auch helfen.

Hast du in der letzten Kurve geglaubt, dass du den Kampf zwischen Marquez und Dovizioso ausnützen kannst? Wusstest du, dass Rossi so nahe an dir dran war?

In der letzten Runde habe ich nicht so sehr daran gedacht, was hinter mir passiert, sondern mehr daran, was vor mir geschieht. Ich wusste, dass ich keine Chance hatte, die beiden vor mir zu überholen. Ich wollte einfach auf dem Podest landen. Ich weiß nicht woran es lag, dass wir mit der Yamaha wieder so gut waren. Vielleicht lag es an der Strecke, an den Reifen oder an den Veränderungen, die wir am Bike vorgenommen haben. Ich habe mich sehr wohl gefühlt auf dem Motorrad und mein Bestes gegeben. So sind wir sehr nahe an die Spitze herangekommen.

Was hältst du von Thailand?

Ich bin sehr überrascht von diesem Grand Prix. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich dort so wohlfühlen würde. Alle Leute im Paddock und die ganzen Fans haben für eine großartige Atmosphäre gesorgt. Auch außerhalb der Strecke sind die Menschen sehr höflich.

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