MotoGP

«Beefy» Bourguignon (LCR): Honda braucht Stoner nicht

Von - 09.12.2018 16:52

Beefy Bourguignon, Crew-Chief bei LCR-Honda, nennt triftige Gründe, warum Stefan Bradl für Honda als Testfahrer nützlicher ist als Casey Stoner, der am anderen Ende der Welt wohnt und keine Rennen mehr fahren will.

Casey Stoner kündigte beim Le-Mans-GP 2012 seinen Rückzug aus der MotoGP-Weltmeisterschaft an, Ende 2012 dieser Saison machte er denn Schluss mit dem Motorrad-GP-Sport. Er nahm im ersten Winter am australischen V8-Supercup teil, aber sein Talent im Automobilrennsport wurde als überschaubar bezeichnet. Also entschloss er sich zu einem MotoGP-Testfahrer-Vertrag bei Honda, auch am 8h-Langstrecken-Klassiker 2015 nahm er teil – aber er stürzte wegen eines Elektronikdefekts schwer.

Stoner fühlte sich bei Honda nicht mehr nützlich, er stand auch zu deutlich im Schatten des neuen Superstars Marc Márquez, der die Nummer 27 aus Australien bei HRC rasch vergessen machte.

Und Stoner war beleidigt, als Dani Pedrosa nach einer «arm pump»-Operation 2014 für Texas, Las Termas und Jerez ersetzt werden musste – und die HRC-Wahl auf Hiroshi Ayoama fiel. Die HRC-Manager Nakamoto und Suppo fürchtete, durch eine Rückkehr von Stoner den Hausfrieden mit Márquez zu stören… Denn man verhandelte gerade über einen neuen Zwei-Jahres-Vertrag mit dem Ausnahmnekönner aus Cervera.

Deshalb unterzeichnete Stoner danach trotzig einen Drei-Jahres-Vertrag bei Ducati. Als Markenbotschafter und Testfahrer. Er legte bei jedem seiner raren Auftritte starke Rundenzeiten vor. Aber ob Stoner wirklich in der Lage war, die Desmosedici weiterzuentwickeln, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Manche Experten sagen, Stoner fahre einfach mit jedem Gefährt schnell, unabhängig von der Marke, von der Art des Rahmens (Stahl, Karbon oder Aluminium) und sogar mit verschiedenen Abstimmungen.

Jedenfalls beendete Ducati die Zusammenarbeit mit dem Weltmeister von 2007 und 2011, der in manchen Jahren nicht einmal beim Australien-GP erschien und liegen zum Fischen ging.Es kam kein neuer Vertrag mehr zustande.

Honda macht vorläufig auch keine Anstalten, Stoner zurückzuholen. Zumal Casey inzwischen sehr deutlich gemacht hat, dass er nie wieder an einem MotoGP-Rennen teilnehmen wird.

Und Weltmeister Marc Márquez versicherte bereits im September beim Misano-GP, er sei mit der Arbeit von Testfahrer Stefan Bradl überaus zufrieden. «Ja, ja, ich bin sehr glücklich mit der Tatsache, dass wir jetzt ein richtiges Testteam in Europa haben», meinte der Spanier. «Das war ein Thema, bei dem ich viel Druck auf Honda ausgeübt habe. Ich habe verlangt, dass wir ein professionelles Testteam in Europa stationieren, mit einem starken Fahrer. Jetzt haben wir Stefan, er war Weltmeister in der Moto2, er hat viel Talent. Er ist oft in Jerez gefahren und hat gute Zeiten erreicht. Er hat auch in Misano gezeigt, dass er dicht an unserem Level dran ist. Außerdem gibt er sehr ähnliche Kommentare für die Techniker ab wie ich. Das ist positiv. Ich bin sehr glücklich über die Leistung unseres Testteams.»

Mit Platz 5 am ersten Tag des Valencia-Tests am 20. November stellte der Bayer auch seinen Speed unter Beweis. Davor hatte Bradl als Crutchlow-Ersatz in Sepang und Valencia im LCR-Team einen 13. und einen 11. Platz sichergestellt.

Bradl arbeitete bei dieser Gelegenheit wieder mit dem belgischen Crew-Chief Christophe «Beefy» Bourguignon zusammen, der ihn schon in den drei LCR-Honda-Jahren 2012 bis 2014 betreut hat.

Der Belgier erwartet keinen neuen Testfahrer-Vertrag für Casey Stoner. «Das macht keinen Sinn», sagt Bourguignon. «Stefan lebt in Mitteleuropa. Er kann jederzeit angerufen werden und am nächsten Tag irgendwo in Europa testen. Und wir kennen Stefan. Er ist sehr konstant und stabil, wenn er fährt. Er kann viele Runden fahren… Er hat in diesem Jahr wirklich einen guten Job für Honda gemacht. Honda hat viel Freude mit ihm. Stefan kommt immer und jederzeit, wenn du ihn brauchst. Er hat uns ein gutes Feedback vermittelt. Wir waren mit seiner Performance im November sehr zufrieden.»

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