Noch nicht alles gezeigt: Maverick Vinales (9.) vom KTM-Potenzial überzeugt
Fortschritte bei der Schulter und ein gutes Gefühl fürs Bike: Maverick Vinales blickt nach drei intensiven Testtagen in Sepang optimistisch auf den Saisonstart der MotoGP 2026.
KTM-Pilot Maverick Vinales hat den MotoGP-Test in Sepang mit einem insgesamt positiven Eindruck beendet. Der KTM-Pilot landete in der kombinierten Zeitenliste aller drei Testtage auf Rang neun und hatte 0,724 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Alex Marquez (Gresini-Ducati). Trotz dieser Differenz sieht der Spanier die Grundlage für den Saisonstart als vielversprechend an.
Vor allem körperlich machte Vinales einen wichtigen Schritt nach vorn. Nach seinem Sturz auf dem Sachsenring und der daraus resultierenden Schulterverletzung, die ihn praktisch die zweite Saisonhälfte 2025 kostete, konnte er nun deutlich freier agieren. «Erschöpft, aber glücklich. Körperlich fühle ich mich ehrlich gesagt wirklich gut», erklärte er.
«Den dritten Testtag haben wir genutzt, um verschiedene Set-ups auszuprobieren, unterschiedliche Sitzpositionen, verschiedene Richtungen, um noch besser zu verstehen, was wir verbessern können», schilderte der Spanier.
Warum Vinales sehr optimistisch in die MotoGP-Saison 2026 startet
Besonders zufrieden war der KTM-Pilot mit dem Feedback an den ersten beiden Tagen. «Offensichtlich habe ich mich am wohlsten auf dem Motorrad gefühlt, mit dem ich Tag eins beendet und Tag zwei begonnen habe. Dieses Gefühl gefällt mir am meisten. Und mit diesem Bike bin ich ziemlich zufrieden, um in die Saison zu starten», erklärte Vinales.
Am finalen Testtag konnte Vinales jedoch nicht mit seiner bevorzugten Spezifikation und Abstimmung fahren. «Leider nicht, weil ich viele Teile testen musste, um zu bestätigen oder zu sagen, dass mir etwas nicht gefällt», sagte er auf die Frage, ob er noch einmal auf sein Lieblings-Bike zurückgekehrt sei. «Ich musste sehr viele Dinge ausprobieren. Am Ende des Tages hatte ich einen Sturz, aber nicht mit dem Motorrad, das ich mochte. Und das andere Bike hatte ein komplett anderes Setup, eine andere Fahrerposition. Ich konnte nicht richtig auf Zeitenjagd gehen.»
Der Spanier ist überzeugt, dass mehr möglich gewesen wäre: «Ich war mit der Rundenzeit zufrieden, die ich an Tag eins und Tag zwei gefahren bin. Und wir müssen noch viele Bereiche weiter erforschen.» Auf die Frage, wo er mit idealer Konfiguration hätte landen können, meinte er: «Ich bin mir nicht sicher. Man weiß es nie. Ich weiß es nicht. Aber sicher weiter vorne.»
Entscheidend sei vor allem das Gefühl für die KTM gewesen. «Was mir gefällt, ist das Feedback vom Motorrad. Das Feedback, das ich besonders am Morgen vom zweiten Tag erhalten habe, war großartig. Genau dieses Feedback suche ich immer. Und so werde ich auch in Thailand starten. Dort gibt es dann nicht mehr viele Dinge auszuprobieren. Dann arbeiten wir nur noch fürs Rennen. Denn ich glaube, ich habe eine gute Basis gefunden.»
Auch seine intensive Winterarbeit mit Jorge Lorenzo sieht Vinales bestätigt – mit Einschränkungen: «Natürlich bin ich mit dem Winter zufrieden, aber es gibt noch viel zu tun.» Insgesamt funktioniere das Paket bereits gut: «Ich verstehe sehr schnell, was ich am Motorrad brauche, um schnell zu sein. Und wir verstehen auch, wo wir noch mehr arbeiten müssen, um vielleicht die schwächsten Punkte des Bikes zu verbessern. Ich denke, das ist eine Arbeit für das ganze Jahr. Das ist das Wichtigste. Es ist sehr klar, in welche Richtung wir beim Setup und bei den Teilen gehen müssen. Bisher also ein positiver Test.»
Keine radikalen Änderungen an der KTM RC16
Auffällig sei zudem, dass KTM im Vergleich zum Vorjahr geschlossener auftrete. «Ich denke, am Ende liegt es an unserer Arbeitsweise. Nicht zu viele unterschiedliche Teile. Kleine Fortschritte machen. Keine verrückten Dinge, nur kleine Schritte. So zu arbeiten ist ehrlich gesagt viel einfacher», betonte Vinales. «Letztes Jahr war es schwer, weil wir viele Chassis und viele Dinge zum Ausprobieren hatten. Dieses Jahr war es etwas ruhiger, aber in die richtige Richtung. Die Leute im Werk haben großartige Arbeit geleistet.»
Eine Standortbestimmung im Kräftevergleich will der 31-Jährige dennoch nicht vornehmen. «Es ist zu früh. Es ist zu früh, und es ist der Sepang-Test. Man weiß es nicht. Man muss Thailand abwarten und dann Europa.» Entscheidend sei das Grundgefühl: «Das Gefühl mit dem Motorrad ist gut. Und wenn du ein gutes Gefühl hast, weißt du, dass du vorne mitfahren kannst.»
Auch bei der technischen Basis sieht Vinales Kontinuität, denn im Vergleich zum Valencia-Test im November gab es keine radikalen Neuerungen: «Als ich den Valencia-Test beendet habe, hatte ich ein gutes Gefühl. Und hier hat ein ähnliches Motorrad wie in Valencia auch ein gutes Gefühl vermittelt.» Neue Teile – etwa im Bereich Aerodynamik – will er in Thailand weiter evaluieren.
Die wichtigste Erkenntnis bleibt für ihn jedoch seine körperliche Verfassung. «Zuerst musste ich die Schulterverletzung auskurieren. Heute habe ich gut getestet. Ich bin einfach so auf dem Boden gelandet – das war der beste Test, den ich machen konnte», scherzte Vinales und freute sich, dass der Sturz am Donnerstag keine bösen Folgen hatte: «Die Schulter ist perfekt. Für mich ist sie komplett verheilt.»
Vinales weiß, wo er körperlich noch Defizite hat: «Ich muss noch ein bisschen weiterarbeiten, besonders am Rücken, weil ich dort etwas Kraft verloren habe. Aber ich arbeite wieder an Arm, Brust und Rücken. Es gibt also noch Arbeit. Aber mit meinem körperlichen Zustand bin ich bisher ziemlich zufrieden.»
Ergebnisse MotoGP Sepang-Test (kombiniert)
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Alex Marquez (E)
Ducati
1:56,402 min
2.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,124 sec
3.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,383
4.
Marc Marquez (E)
Ducati
+0,387
5.
Joan Mir (E)
Honda
+0,472
6.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,527
7.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+0,581
8.
Pedro Acosta (E)
KTM
+0,714
9.
Maverick Vinales (E)
KTM
+0,724
10.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+0,843
11.
Enea Bastianini (I)
KTM
+0,888
12.
Ai Ogura (J)
Aprilia
+0,924
13.
Luca Marini (I)
Honda
+1,163
14.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,178
15.
Brad Binder (ZA)
KTM
+1,188
16.
Johann Zarco (F)
Honda
+1,199
17.
Fabio Quartararo (F)
Yamaha
+1,467
18.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,754
19.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+1,924
20.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+2,074
21.
Lorenzo Savadori (I)
Aprilia
+2,164
22.
Augusto Fernandez (E)
Yamaha
+2,876
23.
Andrea Dovizioso (I)
Yamaha
+4,279
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach