Valentino Rossi: Warum er mit den Eskapaden aufhörte

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Valentino Rossi bestreitet 2019 seine 14. MotoGP-Saison für Yamaha. Wir werfen wir einen Blick auf gewisse Episoden seiner einmaligen Karriere.

Jahrelang unterhielt Valentino Rossi seine Fans nicht nur mit seinen spektakulären Auftritten während der Rennen, er inszenierte regelmäßig auch unterhaltsame Gags für die Auslaufrunde, deren Planung manchmal viel Zeit in Anspruch nahm und deren Ausführung die Siegerehrung verzögerten.

Nicht immer verstand das Publikum den Hintergrund der Späße, das war aber für Rossi nebensächlich. Einmal setzte er sich einen Plüschaffen auf die Schulter, ein anderes Mal warb er auf merkwürdige Art für eine Hühnerfarm, die ihn sponserte.

1999 kletterte Valentino nach dem 250-ccm-GP-Sieg beim Jerez-GP über den Zaun und versteckte sich dann minutenlang hinter der verschlossenen Tür einer mobilen Zuschauer-Toilette.

In Mugello lud Rossi zu seiner Aprilia-Zeit einmal eine aufblasbare Blondinen-Puppe auf der Auslaufrunde hinter sich auf den Sozius. Sie sollte Fotomodell Claudia Schiffer darstellen. Damit wollte er seinen Rivalen Max Biaggi lächerlich machen, der damals kühn behauptete, er habe eine Affäre mit Supermodel Naomi Campbell.

Einmal setzte sich Rossi in seiner 250er-Zeit bei der Siegerehrung einen Plüschaffen auf die Schulter, in Mugello setzte er auf dem Podest einmal einen Doktorhut auf, weil ihn die Universität Urbino zum Ehrendoktor ernannt hatte.

Später postierte Rossi einmal in Mugello zwei als Carabinieri verkleidete Kumpel auf der Auslaufrunde am Ende der Zielgeraden, die Vale mit der Kelle stoppten, ihm ein Strafmandat für fast 300 Euro ausstellten und ihm sogar Handschellen und eine Fußfessel anlegen wollten. Die Vorwürfe: Überhöhte Geschwindigkeit, Überholen vor einer unübersichtlichen Kurve, keine Rücksichtnahme auf den Gegenverkehr, Rechtsüberholen, Verstöße gegen die Lärmgesetze und so weiter.

Irgendwann hörte der 115-fache GP-Sieger mit diesen Eskapaden auf. Erstens wurden sie von seinem Rivalen Jorge Lorenzo – recht einfallslos – kopiert. «Und zweitens verstehen die meisten Leute die Hintergründe der Späße sowieso nicht», wiegelte der Superstar im Hinblick auf die Lorenzo-Kopien ab. «Manche Kritiker warfen mir sogar vor, ich würde mich mehr mit der Vorbereitung dieser Aktionen mehr beschäftigen als mit dem Rennen.»

Lorenzos Ideen waren künstlerisch und von der Ausführung her nicht immer von besonders hohem Wert. Nach vielen Siegen rammte er eine Flagge ins Kiesbett, auf der «Lorenzo Land» stand. das sollte bedeuten, er habe eine weitere Rennstrecke erobert.
Einmal sprang der Mallorquiner in Jerez in einen Wasserteich – und soff fast ab, als sich Leder, Stiefel und Handschuhe mit Wasser vollsogen. Es war der Untergang von Jorges Eskapaden.

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