Aleix Espargaro (Aprilia): «Dann höre ich bald auf»

Von Ivo Schützbach
MotoGP

2015 kehrte Aprilia werksseitig in die MotoGP-WM zurück, nennenswerte Fortschritte gab es seither keine. Die Werksfahrer Aleix Espargaro und Andrea Iannone verlieren langsam den Glauben an den Hersteller aus Noale.

«Auf Strecken, die unserem Motorrad liegen, landen wir normalerweise auf den Plätzen 10 bis 13», schilderte Andrea Iannone die wenig rosigen Aussichten eines Aprilia-Werksfahrers.

Tatsächlich sahen wir 2019 erst drei Top-10-Resultate von Iannone und Teamkollege Aleix Espargaro. Iannone wurde in Assen Zehnter. Espargaro in Katar Zehnter und in Argentinien Neunter. In der Weltmeisterschaft liegen die beiden vor dem Spielberg-GP am kommenden Sonntag auf den trostlosen Plätzen 14 und 15.

«Ich fühle mich mit dem aktuellen Motorrad besser als letztes Jahr, aber alle anderen haben sich enorm verbessert», schilderte Espargaro. «Manchmal kommen wir auf eine Strecke und die Ingenieure sind zufrieden, weil wir schneller sind als früher. Aber das kümmert mich nicht. Wenn ich zwei Sekunden langsamer bin aber Erster, dann ist das gut genug für mich. Es zählt nur, wie schnell du verglichen mit den anderen an diesem Tag bist – nicht im Jahr zuvor. Es nützt nichts, wenn wir eine halbe Sekunde schneller wurden und alle anderen eine Sekunde. Dann ist das trotzdem schlecht – da stehen wir im Moment.»

«Andrea und ich haben die gleichen Schwierigkeiten, wir schildern den Ingenieuren laufend, was wir brauchen», erzählte Espargaro. «Jetzt liegt der Ball in deren Hälfte. Wir kriegen immer wieder neue Teile, in Brünn haben wir eine andere Schwinge probiert, die ich sehr mag. Ich werde sie in Spielberg am Motorrad haben und kann sie mit der Standardschwinge im zweiten Bike vergleichen. Wir brauchen aber viel mehr als nur eine neue Schwinge. Der Plan war, dass wir das nächstjährige Motorrad so früh wie möglich noch dieses Jahr bekommen, aber ich fürchte, das wird schwierig. Ich weiß, dass Romano Albesiano viel über das Motorrad-Konzept nachdenkt. Ich habe in Brünn auch ein anderes Chassis probiert, diesbezüglich habe ich aber Zweifel. Es ist zu früh, dieses während eines Rennwochenendes einzusetzen, ich werde es in drei Wochen beim Misano-Test noch einmal versuchen.»

Du bist jetzt im dritten Jahr im Aprilia-Team: Glaubst du nach wie vor, dass sie es an die Spitze schaffen? «Sagen wir, ich glaube ein bisschen daran», überlegte der 30-Jährige. «Das ist nicht einfach, dieses Jahr ist nicht einfach. Ich fahre besser als je zuvor, aber das reicht nicht, wir holen keine guten Resultate. Über die Jahre hat Aprilia öfter die Fahrer getauscht. Bradl fährt jetzt für HRC, Bautista gewinnt Rennen in der Superbike-WM. Iannone gewann MotoGP-Rennen und ist jetzt langsamer als ich. Da fällt es dir schwer zu glauben. Aber Aprilia ist eine große Firma, die Piaggio Gruppe ist sehr groß. Deshalb hoffe ich, dass das neue Motorrad besser wird.»

Kannst du dir den gleichen Schritt wie Bautista vorstellen, kommt die Superbike-WM für dich in Frage? «Nein», unterstreicht Espargaro. «In der Vergangenheit habe ich mal darüber nachgedacht, heute schließe ich das aus. Ich möchte im MotoGP-Fahrerlager Erfolg haben. Wenn ich das nicht kann, höre ich bald auf. Ich sehe meine Zukunft nicht in der Superbike-WM. Ich will die Aprilia verbessern und mit den Top-Jungs fahren. Wir können das – das ist mein Ziel.»

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