Überraschung: Johann Zarco fährt bei Avintia-Ducati

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Johann Zarco

Johann Zarco

Das Rätselraten hat ein Ende. Bereits am morgigen Freitag wird Johann Zarco den Wechsel zu Reale Avintia Ducati bekannt geben.

Der 30-jährige Franzose Johann Zarco hat turbulente Monate hinter sich. Am Samstag, 10. August, hat er beim GP von Österreich im Gespräch mit Pit Beirer und Mike Leitner von KTM den Vertrag für 2020 gekündigt. Das Red Bull-KTM-Team hat ihn dann nach Platz 11 in Misano fristlos entlassen.

Danach war Zarco bei Yamaha als MotoGP-Testfahrer im Gespräch. Er wollte aber unbedingt eine komplette Rennsaison fahren und ließ bei Yamaha die gesetzte Frist verstreichen.

Dann entschied sich Idemitsu-LCR-Honda-Pilot Takaaki Nakagami zur Schulter-Operation, Zarco durfte bei den letzten drei Grand Prix dessen 2019-Honda RC213V übernehmen. Er sicherte sich Platz 13 in Phillip Island und stürzte in Sepang und Valencia.

Die Hoffnung, bei Repsol oder LCR einen Platz nach dem Abgang von Jorge Lorenzo zu bekommen, erfüllte sich für den zweifachen Moto2-Weltmeister nicht. Er bekam dafür den Platz von Alex Márquez bei Marc VDS in der Moto2 angeboten.

Aber Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta stellte Zarco seine Hilfe in Aussicht, weil dieser jetzt von Le-Mans-Promoter Claude Michy gemanagt wird. Michy will für den Frankreich-GP Zarco in der MotoGP-WM sehen, denn viele französische Fans betrachten Fabio Quartararo nicht als echten Landsmann, weil er bereits im jugendlichen Alter mit seinen Eltern nach Spanien ausgewandert ist.

In Valencia ergab sich die Möglichkeit bei Ducati, aber aller Voraussicht nach muss Zarco bei Avintia eine Desmosedici GP19 fahren. Der Bau zweier weiterer GP20-Modelle für ihn dürfte logistisch nicht mehr zu bewerkstelligen sein. Außerdem liegt der Aufpreis bei ca. 1 Million Euro. Das ist für Avintia nicht fianzierbar. Schon gar nicht, wenn jetzt Bezahlfahrer Karel Abraham bei Avintia weggeht.

Ob sich Zarco (sechs Podestplätze 2017 und 2018 bei Tech3-Yamaha) mit einer Ducati GP19 nach der vermurksten Saison 2019 im nächsten Jahr rehabilitieren kann, bleibt abzuwarten. Ob die V4-Ducati für ihn sanfter zu handhaben ist als die V4-KTM, wird sich zeigen.

«Ich habe Johann empfohlen, in der MotoGP zu bleiben, denn wenn er sich gut aus der Affäre zieht, kann er 2021 bei Pramac oder einem anderen Spitzenteam fahren», sagt Fahrer-Manager Carlo Pernat.

Auch die Ducati-Manager Gigi Dall‘Igna und Paolo Ciabatti haben einiges getan, um Zarco zur Unterschrift bei Avintia-Teambesitzer Raúl Romero zu überreden.

Ob Zarco bereits am kommenden Montag und Dienstag in Jerez eine Ducati testen wird, ist fraglich.

Jack Miller: «Johann ist innerhalb von zwölf Monaten für Yamaha, KTM und Honda gefahren. Er kann Ducati wertvolle Informationen liefern.»

Die Zarco-Rückkehr in die MotoGP könnte weitreichende Konsequenzen für Sandro Cortese haben. Seine Chancen auf den Marc-VDS-Moto2-Platz neben Sam Lowes sind kräftig gestiegen.

«Ich will diesen Platz unbedingt», zeigte sich der zweifache Weltmeister unternehmungslustig.

So sehen die MotoGP-Teams 2020 aus

Repsol-Honda

Marc Márquez, Alex Márquez

Ducati Team

Andrea Dovizioso, Danilo Petrucci

Monster Energy Yamaha

Maverick Viñales, Valentino Rossi

Suzuki Ecstar

Alex Rins, Joan Mir

Red Bull KTM Factory Racing

Pol Espargaró, Brad Binder

Aprilia Racing Team Gresini

Aleix Espargaró, Andrea Iannone

Pramac Racing

Jack Miller, Francesco Bagnaia

Reale Avintia Racing

Tito Rabat, Johann Zarco

Petronas Yamaha SRT

Fabio Quartararo, Franco Morbidelli

LCR Honda

Cal Crutchlow, Takaaki Nakagami

Red Bull KTM Tech3

Miguel Oliveira, Iker Lecuona

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