MotoGP-WM: In Zukunft 22 Rennen und mehr Geld

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Zirka 70 Millionen Euro zahlt Promoter Dorna pro Jahr an die Teams und Hersteller

Zirka 70 Millionen Euro zahlt Promoter Dorna pro Jahr an die Teams und Hersteller

Promoter Dorna schüttet jährlich rund 70 Millionen Euro an die Teams in den drei Grand-Prix-Klassen aus. In der Formel 1 fließen 950 Millionen US-Dollar an die Rennställe.

Die Dorna subventioniert ein MotoGP-Team mit zwei Fahrern mit jährlichen Zuschüssen von 6,5 Millionen Euro. Da sind die Zahlungen der Teamvereinigung IRTA (Startgeld, Spesen, Fracht, Bonus) eingeschlossen, die ja auch von der Dorna gespeist wird. Wenn ein MotoGP-Hersteller ein Kundenteam zu einer Leasingrate von 2,2 Millionen beliefert, belohnt die Dorna das Werk mit einer zusätzlichen Million für jedes Motorrad. Diese Beträge gelten aber nur für ein Kundenteam. Ducati hatte bis Ende 2018 drei, jetzt noch zwei Kundenteams. Sie erhalten die Zuschüsse aber nur für ein Kundenteam – für Pramac.

Nur fünf von sechs Herstellern erhalten Dorna-Geld, denn Aprilia hat kein Anrecht auf einen eigenen Startplatz, sie haben ein Joint-Venture mit Teameigentümer Fausto Gresini vereinbart bis Ende 2021. Gresini reicht die 6,5 Mio vermutlich an Aprilia weiter, weil das Werk das Material bezahlt, die Entwicklung, die Hospitality, Fahrergagen und die Mechaniker.

Suzuki betreibt im Gegensatz zu Honda, Yamaha, Ducati und KTM kein Kundenteam, also erhalten sie weniger Geld – zwei Millionen weniger als die genannten vier Werke. Die Dorna macht keine Unterschiede bei den Zuschüssen für die unterschiedlichen Werke, während in der Formel 1 die Siegerteams Mercedes und Ferrari und mit etwas Abstand auch Red Bull Racing finanziell stark bevorzugt werden.

Jedes MotoGP-Werk, das über kein Kundenteam verfügt, erhält 500.000 Euro – also Suzuki und Aprilia. An KTM wurde 2017 und 2018 genau diese halbe Million ausbezahlt. Seit das Tech3-Team ausgerüstet wird, darf KTM mit 2 Millionen im Jahr rechnen.

Insgesamt schüttet die Dorna in den drei GP-Klassen zirka 70 Millionen Euro an die Werke und Teams aus. Zum Vergleich: In der Formel 1 werden pro Jahr zirka 950 Millionen US-Dollar an die Teams ausgeschüttet, weil die Einnahmen aus TV-Geld, Austragungsgebühren, Bannerwerbung und so weiter um ein Vielfaches höher sind.

Dorna-Chef Ezpeleta wird in der Periode 2022 bis 2026 auch die finanziellen Zuschüsse für die Teams in der Moto3 und Moto2 erhöhen. Denn diese Beträge waren seit einigen Jahren eingefroren. Sie liegen im Bereich von 180.000 bis 230.000 Euro im Jahr – je nach Erfolg. Aber die Dorna subventioniert auch die Moto2-Motoren. Sie kosten die Teams pro Fahrer nur 20.000 Euro im Jahr. Die Teamvereinigung IRTA und die Dorna übernehmen auch in der Moto3-WM die Kosten für das Motorenpaket, das bei 60.000 Euro pro Fahrer (es sind maximal 6 Triebwerke pro Fahrer und Saison erlaubt) liegt.

Mittlerweile hat die Dorna bereits die Verhandlungen mit den MotoGP-Teams für die Zeit nach 2021 begonnen, es geht um neue 5-Jahres-Verträge von 2022 bis 2026. Die Dorna will die Zustimmung, dass dann maximal 22 statt 20 Grand Prix gefahren werden können.

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