Ende des Neon-Zeitalters?: VR46-Akademie-Piloten 2027 ohne MotoGP-Vertrag?
Seit Jahren ist die Akademie von Valentino Rossi in der MotoGP stark vertreten. Für 2027 könnte sich das Aufgebot aus Tavullia aber halbieren. Die Jobs von Luca Marini und Franco Morbidelli wackeln.
Zuverlässig lieferte das omnipräsente VR46-Akademie-Projekt von Grand-Prix-Legende Valentino Rossi Nachschub auch für das Fahrerlager der Königsklasse. Aktuell sind gleich vier Schützlinge des Doktors bestens untergekommen. Während Franco Morbidelli, den die längste Zusammenarbeit mit Rossi verbindet, seinen Unterhalt als einziger der VR46-Kadetten im dazugehörigen MotoGP-Rennstall verdient, sind die anderen Piloten mit Werksverträgen ausgestattet.
Neben Akademie-Gründer Rossi ist Pecco Bagnaia der erfolgreichste Vertreter der Akademie. Der Doppelweltmeister fährt seit 2019 Ducati. Trotz anhaltender Formdelle gilt
So vielversprechend die Zukunft der einen Hälfte der Rossi-Schützlinge ist, so düster ist die Lage bei Luca Marini und Franco Morbidelli. Marini muss sich als jüngerer Halbbruder der GP-Überfigur Rossi den Vorwurf des ewigen Talents gefallen lassen. Weder auf der Kunden-Ducati noch auf der Werks-Honda sorgte Marini seit seinem Debüt 2021 für Sensationen. Zwei Podestplätze für den 28-Jährigen bislang notiert. Marini ist neben den Rookies Razgatlioglu und Moreira sowie Trackhouse-Pilot Ogura der einzige sieglose Pilot der Königsklasse. Zwar hat der Racer einen ausgezeichneten Ruf als Entwicklungsfahrer, doch für Gigant Honda dürfte es keine Option sein, einen weiteren Vertrag für Marini aufzusetzen.
Da eine Rückkehr in eigene VR46-Lager ausgeschlossen scheint, bleiben nur wenige Optionen für einen Verbleib in der Königsklasse. Sondierungsgespräche liefen besonders in Richtung Yamaha. Dort kam Marini aber erst konkret ins Gespräch, nachdem Pecco Bagnaia die innere Entscheidung für eine Zukunft bei Aprilia getroffen hatte. Mit anderen Worten: Der VR46-Akademie-Vertreter steht aktuell bei keinem Projekt der MotoGP ganz oben auf der Wunschliste.
Noch kritischer dürfte die Situation bei Franco Morbidelli sein. Dessen freies Auffahren 2025 das mit einem ordentlichen WM-Platz 7 – auch weil Morbidelli auf einem Vorjahres-Bike saß – doch überraschend positiv endete, ist Geschichte. Fehlstart, das trifft den Saisonbeginn 2026 am besten. Nur ein achter Platz aus sechs Rennen geht als gutes Ergebnis durch. Platz 13 in der WM-Tabelle inmitten der Verhandlungen für 2027 – das Ende der Karriere, zumindest im Fahrerlager der MotoGP, das scheint für den Vizeweltmeister des Jahres 2020 vorprogrammiert.
Nachschub aus der Akademie ist allerdings auch in Sicht. Celestino Vietti gilt als MotoGP-Anwärter, doch hier muss sich der mittlerweile 24-Jährige gegen etliche andere, meist deutlich jüngere Großtalente wie David Alonso (19) oder Senna Agius (20) durchsetzen. Die Hochphase der Neongelben-VR46-Ära neigt sich dem Ende zu.
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