Shuhei Nakamoto: «Habe von Bradl mehr erwartet»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl und HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto

Stefan Bradl und HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto

HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto sprach in Valencia über die Saison 2013, über den Fehler von Phillip Island und über Stefan Bradl.

Shuhei Nakamoto, Vizepräsident der Honda Racing Corporation HRC, blickt auf einer erfolgreiche MotoGP-Saison zurück: Fahrer-WM gewonnen, Konstrukteurs-WM gewonnen, mit Repsol-Honda die Team-WM gewonnen.

«Marc Márquez hat uns als Rookie alle überrascht. Im Winter haben wir uns gefragt, ob er bereits im ersten Jahr einen Grand Prix gewinnen kann. Aber er hat viel schneller gelernt als andere Rookies vor ihm. Es ist ihm auch nicht schwer gefallen, in den Rennen mit gebrauchten Reifen bis zum Rennschluss schnell zu fahren», stellte Nakamoto fest.

Aber HRC muss auf der Hut sein, denn Yamaha hat mit Lorenzo die letzten drei WM-Rennen gewonnen. «Es gibt Strecken, wo die Yamaha überlegen sind und Strecken, wo die Honda besser zurechtkommt», ist sich Nakamoto bewusst. «Aber insgesamt ist der Unterschied nicht so gross, wie er oft dargestellt wird. Klar, wir haben ein sehr konkurrenzfähiges Motorrad. Aber Yamaha hat genau so neun Rennen gewonnen wie wir. Deshalb müssen wir uns bei der Weiterentwicklung sehr anstrengen. Wir haben zwei Versionen des 2014-Werksbikes hier in Valencia; beide haben starke und negative Seiten. Bis zum Sepang-Test im Februar möchten wir eine optimierte Version entwickeln.»

Der Tiefpunkt der Saison passierte auf Phillip Island, als Márquez disqualifiziert wurde, weil er erst nach elf statt nach neun Runden zum Motorrad- und Reifenwechsel an die Box kam. Bridgestone hatte die Sicherheit der Hinterreifen für maximal zehn Runden gewährleistet.

Die Fans und Experten rätseln heute noch, wie im HRC-Team so ein Flop passieren konnte. Jetzt ist klar: Die HRC-Führung wusste nicht, dass Márquez beim Überschreiten des 10-Runden-Limits die schwarze Flagge und somit die Disqualifikation drohte.

«Wir haben gewusst, dass ein Fahrer irgendeinen Penalty bekommt, wenn er mehr als zehn Runden fährt», erklärte Nakamoto. «Aber wir wussten nicht, um welchen Penalty es sich handeln würde. Wie auch immer: Wir haben einen Fehler gemacht.»

Cristian Gabbarini, Technischer Berater bei HRC, schien es zu wissen, denn er machte an der Boxenmauer mit den Fingerspitzen Richtung Hals eine eindeutige Kopf-ab-Handbewegung, als Márquez nach der zehnten Runde nicht an die Box einbog. Nakamoto: «Das glaube ich nicht. Wir haben die Dorna vor dem Rennen um ein Meeting gebeten. Es gab keines. Also wussten wir nichts...»

Aber Yamaha wusste Bescheid. Denn Lorenzos Yamaha-Teammanager Wilco Zeelenberg hatte sich rechtzeitig bei der Race Direction und bei der Teamvereinigung IRTA erkundigt. (Die Dorna ist für die kommerziellen Belange zuständig).

Nakamoto: «Ja, vielleicht haben sie gefragt»

Dieses Vorkommnis zeigt, wie harmonisch bei HRC zusammengearbeitet wird. Denn die Dani-Pedrosa-Truppe mit Crew-Chief Mike Leitner und Manager Alberto Puig wusste ebenfalls über die schwarze Flagge Bescheid. Sehr genau sogar.

Aber die Pedrosa-Honda-Abteilung teilte ihr Wissen nicht mit Nakamoto, Suppo und dem Márquez-Team in derselben Box.

Shuhei Nakamoto versicherte beim Valencia-Test auch, dass er von Stefan Bradl in diesem Jahr mehr erwartet hat. «Als Stefan in Laguna Seca aufs Podest gefahren ist, habe ich mich sehr, sehr gefreut», versicherte der HRC-Chef. «Aber wir haben in seinem zweiten Jahr mehr als einen Podestplatz von ihm erwartet. Das muss jetzt das Ziel für 2014 sein.»

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