Es wird an Konzepten gearbeitet und es werden Budgets durchgerechnet. Aber ob der Vorstand die MotoGP-Rückkehr von KTM absegnen wird, bleibt abzuwarten.
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Pit Beirer, Head of Motorsport bei KTM, zog vor vier Wochen beim Mugello-GP ausgiebige Erkundigungen zum MotoGP-Reglement für 2016 (dann wird die Einheits-ECU für alle Teams vorgeschrieben) ein, er liess sich über mögliche Entwicklungskosten und Rennbudgets aufklären und zeigte Interesse an einem Einstieg beziehungsweise an einer Rückkehr von KTM in die Königsklasse.
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Fakt ist, dass KTM nach dem erfolgreichen Abschneiden in der Moto3-Weltmeisterschaft (Titelgewinn mit Sandro Cortese und Maverick Viñales) in Road Racing-Szene den nächsten Schritt machen will. Aber die Moto2-WM wird auch nach der Saison 2015 mit Einheitsmotoren von Honda gefahren. Und für die Superbike-WM verfügt KTM über kein geeignetes Basis-Motorrad.
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Der KTM-Motorsportchef schliesst einen Einstieg zum Saisonbeginn 2016 aus.
"Wir würden vom Beschluss zum Mitmachen bis zum ersten Rennen eine Entwicklungszeit und Testphase von insgesamt zwei Jahren benötigen", ist sich Beirer bewusst. "Denn wir würden alles In-house machen, vom Chassis über den Motor, dazu kämen die Elemente von WP Suspension." Es ist kein Geheimnis: Für die Entwicklungsphase müsste mit einem Jahresbudget von 5 bis 6 Millionen Euro gerechnet werden. Das Ziel müsste sein, anfangs mit Suzuki und Aprilia mithalten und in der zweiten Saison um Top-Ten-Plätze fighten zu können.
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Die Neueinsteiger-Vorschriften (zwölf statt fünf Motoren, 24 statt 20 Liter, Motorenentwicklung nicht eingefroren, mehr Testfahrten, weichere Hinterreifen) sind für neue Hersteller (wie Suzuki 2015 und Aprilia 2016) verlockend. Kann sich Beirer vorstellen, dass 2014 oder 2015 bei KTM der Startschuss für eine MotoGP-Rückkehr (2005 fuhr das Team Roberts mit Shane Byrne und Jeremy McWilliams bis zum Brünn-GP mit KTM-V4-Motoren) fällt und der Vorstand in diesem Zeitraum grünes Licht gibt? Beirer: "Was der Vorstand beschliessen wird, das kann ich jetzt nicht einschätzen." KTM hat vor zehn Jahren die Anforderungen und die hohen Kosten in der MotoGP-WM deutlich unterschätzt. Einen zweiten Flop (der Motor war nicht fahrbar genug, die TAG-Heuer-Elektronik nicht konkurrenzfähig) kann und will sich Firmenchef Stefan Pierer nicht leisten. Heute lässt sich die MotoGP-WM zwar für ein Werk mit jährlichen Kosten von 15 bis 20 Millionen Euro stemmen. Aber das ist immer noch ein stattlichen Sümmchen.
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KTM will jedoch bei den Stückzahlen schrittweise zu Suzuki, Kawasaki und Harley Davidson aufschliessen. Deshalb werden die Mattighofener an der Königsklasse nicht vorbeikommen. Die Zweitmarke Husqvarna bekommt jetzt in Munderfing eine eigene Rennabteilung. Sie könnte sich eines Tagen vorrangig um die Moto3-Klasse kümmern.
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