MotoGP-Kundenteams: Die mühselige Fahrersuche

Von Günther Wiesinger
Durch den Einstieg neuer Werke und durch die starken Open-Teams tun sich Rennställe wie Pramac-Ducati und Tech3-Yamaha bei der Fahrersuche schwer.

Durch den MotoGP-Einstieg der neuen Werke Suzuki und Aprilia mit zwei neuen Piloten in der Saison 2015 und dem Rückkehr von KTM mit einem Semi-Werksteam 2017 neigt sich die Ära der Claiming-Rule-Bastlerteams in der Königsklasse dem Ende zu.

Teams wie Iodaracing, Avintia und PBM können beim Wettrüsten und beim Feilschen um die Fahrergagen nicht mithalten.

Selbst für Satellitenteams mit Anknüpfung an ein Werk wie Pramac-Ducati, LCR-Honda, Gresini-Honda, Tech3-Yamaha und Forward-Yamaha werden die Zeiten nicht einfacher.

In der Saison 2014 hat mit Alvaró Bautista erst ein Fahrer aus einem Kundenteam einen Podestplatz errungen.

In der Regel machen die Fahrer von Repsol-Honda und Movistar-Yamaha die Podestränge unter sich aus, Ducati-Star Andrea Dovizioso kam immerhin noch zu einem dritten und einem zweiten Platz.

Aber die Team wie Pramac-Ducati haben jetzt Mühe bei der Fahrerwahl; sie müssen jene Brosamen auflesen, die vom Tisch der Werke gefallen sind.

Bei Pramac wurde zu lange mit dem Verbleib von Cal Crutchlow im Ducati-Werksteam spekuliert. Andrea Iannone wäre dann auf Kosten von Ducati Corse eine dritte Desmosedici GP15 im Pramac-Stall gefahren.

Pramac hätte dann wohl grossteils die Kosten für Yonny Hernandez allein stemmen müssen.

Jetzt weiss Pramac-Teammanager Francesco Guidotti nicht, ob er für den künftigen Iannone-Nachfolger überhaupt eine GP15 erhält.

Das Interesse an Stefan Bradl erwachte bei Pramac erst am 2. August wieder, nachdem Ende Juni in Assen ein «full house» signalisiert worden war. Jetzt stehen für 2015 bei Pramac noch Fahrer wie Bautista, Petrucci, Eugene Laverty, Smith, De Angelis oder Aegerter zur Wahl. Aber Bautista wird sich wohl eher für Gresini-Honda oder Aspar-Honda entscheiden.

Aus diesem Fahrer-Fundus wird sich wohl auch Forward bei der Suche nach dem zweiten Fahrer neben Stefan Bradl bedienen, desgleichen Aprilia Racing.

Aprilia hat bereits einen Fahrer fix für zwei Jahre unter Vertrag. Italienische Insider tippen auf Marco Melandri, obwohl der MotoGP-Vizeweltmeister von 2005 kürzlich gesagt hat, er würde nur mit einer Sieger-Maschine in die MotoGP zurückkehren. Aber vielleicht lässt sich «Macio» auf ein langfristiges Abenteuer mit Aprilia ein.

Auch Eugene Laverty könnte der erste der beiden Aprilia-Werkspiloten sein. Rennchef Romano Albesiano gibt sich vorläufig zugeknöpft. Das würd eher auf Laverty hindeuten, der bei Suzuki in der Superbike-WM unter Vertrag ist.

Aprilia will für 2015 und die Jahre danach die zwei Plätze von PBM-Aprilia übernehmen. Auch Iodaracing ist wegen mangelnder Erfolge ein Wackelkandidat; Giampiero Sacchi könnten seinen Startplatz an LCR-Honda verkaufen, falls Jack Miller dort zusagt, die Dorna will vermitteln.

Ein weiterer Platz ist bei Drive-M7-Aspar neben Nicky Hayden offen, Bautista ist ein Kandidat. Er könnte aber auch bei Gresini bleiben, obwohl er (wie Bradl) den HRC-Support verloren hat.

Auch Gresini braucht noch einen Teamkollegen für Scott Redding; und bei Avintia (dort wird 2015 mit Ducati GP14 statt mit FTR-Kawasaki gefahren) sind noch zwei Plätze zu vergeben, wobei Héctor Barbera bleiben soll, die Zukunft von Mike di Meglio ist fraglich.

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