Mike Leitner: Geht er von Honda zu KTM?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Mike Leitner

Mike Leitner

Nach elf Jahren gehen Mike Leitner und Dani Pedrosa getrennte Wege. «Ich brauche jetzt Zeit zum Nachdenken. Und die gönne ich mir auch», sagt Crew-Chief Leitner.

Seit 2004 arbeiten Mike Leitner als Crew-Chief und Dani Pedrosa als Fahrer in der Weltmeisterschaft zusammen.
Jetzt hat der Oberösterreicher einen Schlusstrich gezogen.
Er wird den neuen Zwei-Jahres-Vertrag der Honda Racing Corporation nicht unterschreiben.

Er hat seinen Data-Recording-Engineer Ramon Aurin als Nachfolger vorgeschlagen.

Mike, vor deinem Abflug nach Japan hat man bei dir schon gewisse Zweifel gespürt. Mit voller Überzeugung ist du nicht zu den drei Übersee-Rennen weggeflogen?

Naja, Zweifel... Ich habe halt überlegt, ist klar. Natürlich muss man sich so ein Angebot überlegen. Es gab ein Angebot für zwei Jahre. Es hätte alles gepasst.
Aber ich muss sagen. Für mich persönlich ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um einen Schlussstrich zu ziehen.

In Brünn vor zwei Monaten gab es die ersten Gerüchte. Hast du gespürt, dass Dani Pedrosa eine Änderung haben will?

Es waren Überlegungen da, Sachen im Team zu ändern. Es wurde dann entschieden, die zwei Mechaniker auszutauschen. Ich muss sagen, das hat mich nicht glücklich gemacht, weil das super Leute sind. Zwischendurch habe ich gedacht, das kriegen wir schon wieder hin. Aber es hat in mir gearbeitet...
Jetzt war irgendwann in Japan der Punkt, wo ich gesagt habe: Nein, ich höre auf. Erstens kam immer Druck, ich solle den Vertrag unterschreiben. Das ist auch verständlich.
Ich wollte es dann nimmer rauszögern. Ich habe gewusst: Ich muss die Wahrheit auf den Tisch legen. Ich war zuerst einmal Dani in meine Pläne eingeweiht. ich habe ihm auch empfohlen, Ramon Aurin als Crew-Chief zu nehmen, ich habe das als guten Tipp empfunden. Er hat das auch bei Dovizioso schon gemacht. Er ist ein Supertyp, er kennt Dani, er versteht ihn, man muss nicht mit einem ganz Neuen anfangen.

Muss man sich Sorgen machen über deine berufliche Zukunft?

Nein, ich habe in den letzten Jahren immer wieder Angebote und Nachfragen gehabt... Jetzt habe ich das einmal entschieden. Nach dem WM-Finale gebe ich einfach mal zwei oder drei Monate Ruhe. In dieser Phase werde ich mir anschauen, welche Sachen es gibt.

Und dann fährst du schnurstracks nach Mattighofen? Zu KTM?

(Er lacht). Wir reden schon seit fünf Jahren miteinander... Aber das ist nicht der Punkt. Mein Abgang kommt überraschend. Genau so überraschend kann sich meine Zukunft gestalten. Vielleicht mache ich ganz etwas anderes als jetzt. Ich täte jetzt nicht auf KTM wetten.

KTM kommt 2017 werkseitig in die MotoGP-WM. In einem Jahr sollen die ersten Tests stattfinden, 2016 erste Wildcard-Einsätze. Da wird ein erfolgreicher Crew-Chief gebraucht. Wenn er Deutsch kann, ist es sicher kein Hindernis. Und du wohnst nur eine Stunde von Mattighofen weg?

Es gibt viele reizvolle Aufgaben im Leben. Sie sind alle mit viel Arbeit verbunden. Das ist nun mal so. Bevor man sich wieder in ein neues Abenteuer stürzt, muss man sich das sicher gut überlegen.

Aber es müsste doch reizvoll sein für dich, bei so einem Projekt für ein aufstrebendes, erfolgreiches österreichisches Werk in der MotoGP-WM mitzuwirken?

Ich würde nie sagen, dass das keine reizvolle Aufgabe wäre. Aber man muss sich so einen Schritt sehr genau überlegen. Es gibt auch noch andere Sachen im Leben. Ich hätte auch an meinem Haus einiges umzubauen.
Ich brauche jetzt einmal etwas Zeit, um nachzudenken. Und die gönne ich mir jetzt auch.

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