Herve Poncharal (Tech3) über die MotoGP-Pläne 2016

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Tech3-Yamaha-Pilot Pol Espargaró: «Wir haben eine Werksmaschine», sagt Poncharal

Tech3-Yamaha-Pilot Pol Espargaró: «Wir haben eine Werksmaschine», sagt Poncharal

Tech3-Yamaha-Teambesitzer Hervé Poncharal zählt zu den mächtigsten Figuren im MotoGP-Paddock. Und er weiss, was die Dorna für 2016 genau plant.

In der Grand Prix Commission wird momentan heftig darüber diskutuiert, wie die technischen Vorschriften für 2016 aussehen sollen.

Fakt ist: 2016 werden alle Teams und Fahrer mit der Einheits-ECU fahren, auch die Werksteams, es wird Einheitsreifen von Michelin geben und 22 Liter pro Fahrer (statt 20 wie jetzt).

Und wahrscheinlich wird die Anzahl der erlaubten Motoren pro Fahrer von fünf auf sechs erhöht, weil 20 statt 18 Rennen stattfinden sollen. Spielberg und Chile oder Brasilien kommen neu dazu.

Es wird aber auch überlegt, wie man 2016 ein MotoGP-Startfeld mit 22 bis 25 Fahrern zustande bringen wird, ohne dass weiter Open-Bikes mit Superbike-Rennmotoren antreten, wie es bei PBM, Iodaracing und Avintia-Kawasaki 2014 noch der Fall war.

Der erste Schritt ist gemacht: PBM hört auf, Avintia steigt auf GP14-Prototypen von Ducati um, es bleibt also nur noch Iodaracing-Aprilia als letztes Team mit ehemaligen Claiming-Rule-Maschinen. Fahrer für 2015: Alex De Angelis.

Jetzt soll mit den Werken und dem Herstellerbündnis MSMA vereinbart werden, dass jeder der bisherigen Hersteller (Honda, Yamaha, Ducati) 2016 mindestens je vier Factory-Fahrer einsetzt, dazu auch die Neulinge Suzuki und Aprilia, das wären dann die erwünschten 24 Bikes.

Hervé Poncharal, Besitzer des Tech3-Yamaha-Teams mit Bradley Smith und Pol Espargaró ist gleichzeitig Präsident der Teamvereinigung IRTA und deshalb in den Entscheidungsprozess eingebunden. «Wir müssen zuerst einmal definiere, was ist ein Factory-Bike», erklärte Poncharal im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Es wird viel darüber debattiert, was ist ein Factory-Bike und was ist ein werksunterstütztes Motorrad, wie wir es bei Tech3 einsetzen. Wir haben für 2014 und 2015 die Open-Class mit unterschiedlich weichen Hinterreifen, mit mehr Sprit, mehr Motoren und so weiter eingeführt, um die Privatteams leistungsmässig näher an die Werksteams heranzubringen. Aber für mich wäre es sinnvoll, 2016 nur mehr mit einer Klasse anzutreten. Für mich ist mein Team genau so ein Werksteams wie LRC-Mannschaft von Lucio Cecchinello. bei Yamaha heisst es immer, sie haben vier Werksmaschinen, das schliesst also das Tech3-Team ein. Auch wenn wir manchmal nicht das neueste Chassis oder Getriebe haben. Aber selbst Valentino und Jorge haben nicht immer die neueste Spezifikation, weil sie dem einen behagt und dem andern nicht. Was ist eine Werksmaschine und was nicht, das ist eine sinnlose und endlose Debatte, bei der du nie auf einen grünen Zweig kommst. Für mich hat Yamaha auch 2015 vier echte Werksmotorräder. Vielleicht sind wird manchmal einen Schritt zurück.»

Deshalb plädiert Poncharal dafür, dass die vier Traditionswerke wie gehabt auch 2016 je vier Werksmaschinen einsetzen. «Das tun sie ja schon seit einigen Jahren», sagt der Franzose. «Zwei werden bei Yamaha vom Factory-Team eingesetzt, zwei von Tech 3. Bei Honda hat zwei Bikes, LCR und VDS haben je eines, bei Ducati hat Pramac zwei Werksbikes neben Ducati Corse. Jetzt sagt Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta, die Newcomer wie Suzuki und Aprilia dürfen im ersten Jahr nur zwei Fahrer einsetzen, aber im zweiten Jahr 2016 sollen sie zwei weitere Fahrer ausrüsten, wenn die Nachfrage besteht. Wenn 2016 also ein Team starkes Interesse hat, die 2015-Maschinen von Suzuki zu leasen, dann sollte Suzuki verpflichtet werden, diese Motorräder zu verleasen. Wenn 2016 niemand Interesse an zusätzlichen Suzuki oder Aprilia hat, wird es mehr Honda oder Ducati oder Yamaha geben. 2015 wird es viele Honda-Open-Teams geben. Man weiss nicht, ob diese Teams 2016 zu Aprilia oder Suzuki wechseln wollen... Jedenfalls sollten sich die Newcomer darauf einrichten, dass sie 2016 vier Maschinen für vier Fahrer einsetzen. Zwei im Werksteam, zwei Vorjahres-Maschinen in einem Kundenteam. Aber wie gesagt: Das gilt nur, wenn die Nachfrage besteht. Wir bewegen uns in einem freien Markt. Jeder private Teambesitzer sollte die Möglichkeit haben, Marke X statt Marke Y zu wählen, wenn er mit Y nicht konkurrenzfähig ist. Jedes Kundenteam sollte gemeinsam mit dem Sponsor und dem Fahrer entscheiden können, für welche Marke er sich entscheidet. Da wird natürlich jeder schauen, dass er die konkurrenzfähigsten Bikes erhält. Auch der Preis und der technische Support durch das Werk wird eine Rolle spielen.»

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