Dominique Aegerter: Kawasaki-Test in Jerez illegal?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Dominique Aegerter will im Januar in Jerez eine MotoGP-Kawasaki testen. Aber die Race Direction wusste nichts davon und prüft jetzt, ob dieser Test mit den Vorschriften vereinbar ist.

Der Moto2-WM-Fünfte Dominique Aegerter will auf Einladung des Kawasaki-Werks am 26./27. Januar in Jerez eine 1000-ccm-MotoGP-Maschine mit Michelin-Reifen testen.

Aber bekanntlich herrscht von 1. Dezember bis 30. Januar striktes Testverbot für alle aktuellen GP-Stammfahrer.

Mike Trimby, Chief Executive Officer (CEO) der Teamvereinigung IRTA, wusste heute noch nichts von den Absichten des Schweizers.
«Aegerter und Kawasaki müssen wissen, dass uns jeder GP-Fahrer über seine Testpläne informieren muss», erklärte Trimby gegenüber SPEEDWEEK.com.

«Mein Technomag-Team hat mir versichert, dass sie alles abgeklärt haben», stellte Domi Aegerter fest. «Mein Team hat Danny Aldridge gefragt. Es ist alles okay. Im Reglement heisst es nur, dass man keine MotoGP-Maschine fahren darf. Und was ich fahre, ist keine MotoGP-Maschine, es ist ein Prototyp.»

Da dürfte Technomag-Teammanager Fred Corminboeuf schlecht informiert sein.

Über die Frage, ob ein Test erlaubt ist oder nicht, entscheidet nicht Technical Director Danny Aldridge, sondern Race Director Mike Webb.

Und Mike Trimby sagt: «Die Race Direction prüft jetzt, ob so ein Test erlaubt ist.»

Dass die zur Diskussion stehende 1000-ccm-Kawa eine MotoGP-Maschine ist, dürfte unbestritten sein, es handelt sich um offenbar um ein Motorrad, wie es 2014 vom Avintia Racing (Barbera, di Meglio) eingesetzt wurde.

Und die Beteuerung von Domi Aegerter, es sei keine GP-Maschine, sondern ein Prototyp, ist nicht sehr aussagekräftig. Jede GP-Maschine stellt einen Prototyp dar.

Inzwischen wirkt Dominique Aegerter etwas verunsichert. «Ich habe mein Team gefragt, ob es mich für diesen Test frei gibt und ob er erlaubt ist. Beide Fragen wurden mit 'Ja' beantwortet», erzählte der 24jährige Sachsenring-GP-Sieger. «Ich muss mich doch auf mein Team verlassen können. Denn ich habe keinen persönlichen Kontakt zu Mike Trimby und Mike Webb und kann mich nicht um alles selber kümmern. Ich habe genug anderes zu tun...»

Allerdings könnte Domi Aegerter bei einer Missachtung des Testverbots selbst der Leidtragende sein, denn es drohen rigorose Strafen.

Der spätere Weltmeister Toni Elias durfte zum Beispiel 2010 am ersten Trainingstag in Brünn nicht teilnehmen. Die Race Direction hatte ihn gesperrt, weil er am Wochenende zuvor für das Gresini-Team einen illegalen Test auf der Moriwaki in Misano bestritten hatte, obwohl die Piste nicht von Gresini als Teststrecke nominiert war.

Tatsache ist: An diesem Jerez-Test am 26./27. Januar darf normalerweise kein aktueller GP-Fahrer teilnehmen. Deshalb schickt Ducati Corse auch nicht Andrea Dovizioso und Andrea Iannone dorthin, sondern Testfahrer Michele Pirro. Doch die Race Direction kann eine Ausnahme bewilligen, da Aegerter für seine Moto2-Saison durch diesen Test keinen Vorteil erwirtschaften kann.

Die Moto2-Kollegen Aegerters sind auf der Hut. Sie üben zwar während des zweimonatigen Testverbots auf Strecken wie Cartagena und Almeria, sitzen aber in dieser Phase nicht auf ihren Kalex-GP-Maschinen, sondern fahren mit käuflichen Honda CBR 600RR (Rabat, Pons, Salom, Raffin und so weiter) oder mit Yamaha R6-Serienmaschinen wie Johann Zarco.

Denn mit Strassenmaschinen darf ein GP-Fahrer üben, wo und wann er will.

Auch mit einem Superbike, wie es Rossi 2010 nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch von Mugello als Versehrter in Misano und Brünn vor seinen MotoGP-Comeback in Sachsen gemacht hat.

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