Lin Jarvis (Yamaha): Auch 2017 mit drei MotoGP-Teams?

Von Ernest Marson
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Die MotoGP-Hersteller haben von der Dorna einen neuen Vertragsentwurf bis 2021 erhalten. Ob Yamaha auch künftig sechs Fahrer ausrüsten wird, ist noch offen. «Wir kennen noch nicht alle Details», sagt Jarvis.

Lin Jarvis, Managing Director von Yamaha Factory Racing, hat einen neuen Vertragsvorschlag der Dorna für die Jahre 2017 bis 2021 auf dem Tisch liegen. 2017 sollen alle sechs Werke (Honda, Yamaha, Suzuki, Ducati, Aprilia und KTM) zwei Werksfahrer einsetzen und dazu maximal vier weitere Piloten auf Kunden-Motorräder, die von den Herstellern zu fix vereinbarten leasing-Kosten abgegeben werden.

Und diese Leasinggebühren in der Höhe von 1,5 bis 2 Millionen Euro pro Fahrer wird die Dorna den Privatteams zur Gänze erstatten.

«Es ist für uns ein bisschen schwierig, zu diesem neuen Vertrag Stellung zu nehmen, weil ihn Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta den Vorschlag erst vor wenigen Tagen auf den Tisch gelegt hat», sagt Lin Jarvis. «Die werke haben den vertrag vor dem Argentinien-GP zu Gesicht bekommen, die Privatteams erst am Wochenende. Der Vorschlag sieht anders aus als der existierende Vertrag, also müssen wir uns einige Tage lang in die Materie vertiefen und uns mit den Details vertraut machen. Wir müssen herausfinden, was der neue Vertrag für uns bedeutet und welche Auswirkungen er hat. Immerhin binden für uns für fünf Jahre, das ist für ein grosses Unternehmen wie Yamaha eine lange Zeit. Unser Vorstand muss sich damit befassen. Wir müssen auch mit unseren Partnern und Sponsoren darüber reden. Unsere Partner sind im Augenblick Tech3 und Forward Racing. Wir werden uns jetzt Zeit nehmen und analysieren, ob der Vertrag für uns tragbar ist oder nicht.»

Suzuki und Aprilia betreiben vorläufig nur ein Werksteam. Sollen diese Neueinsteiger gezwungen werden, 2017 auch ein Kundenteam auszurüsten?

Jarvis: «Ich denke, es wäre zum Wohle des Sports, wenn jedes Werk zwei Fahrer in einem Werksteam und zwei in einem Satellitenteam ausstatten würde. Dadurch hätten wir ein perfekt ausbalanciertes Startfeld. Ob die erwähnten Hersteller 2017 in der Lage sind, zwei weitere Fahrer zu unterstützen, ist eine andere Story. Nicht jeder Hersteller hat die gleichen Kapazitäten. Ehrlich gesagt, Yamaha hat zum Beispiel als Firma geringere Kapazitäten als Honda. Wir sind deshalb in der Moto2 und Moto3 nicht dabei. Ducati hat eventuell weniger Kapazitäten als wir. Und andere haben vielleicht geringere Möglichkeiten als Ducati. Es ist also schwierig, alle Werke über einen Kamm zu scheren, wenn die Kapazitäten der mitspielenden Werke nicht identisch sind.»

Wenn Suzuki und Aprilia und auch KTM auf zwei Fahrer beharren, wird dann Yamaha auch 2017 sechs Fahrer in die WM schicken?

«Ehrlich gesagt, das weiss ich nicht», gibt Jarvis zu. «Wir haben seit 2014 sechs Motorräder im Feld, zwei davon in der Open-Class. Yamaha unterstützt die MotoGP-WM seit vielen Jahren, wir wollen als grosses Werk auch künftig Wachstum in dieser Serie sehen. Es gab 2010 und 2011 schwierige Zeiten mit wenigen Teilnehmern, also haben wir uns verpflichtet gefühlt, mit Forward ein drittes Team zu verpflichten. Ob das auch in Zukunft nötig sein wird, bleibt abzuwarten. Wir haben immer gesagt, unsere optimale Anzahl sind vier Bikes im MotoGP-Feld. Das sind zwei Werksmaschinen und zwei weitere Factory-Bikes, die den Werksmaschinen sehr ähnlich sind und in einem Satellitenteam eingesetzt werden. Wir wissen jetzt noch nicht, ob 2017 eine Nachfrage nach insgesamt sechs Yamaha bestehen wird oder nicht. Das hängt von vielen Faktoren ab.»

Ein Faktor wird sein: Will für 2017 überhaupt ein Kundenteam von Honda, Yamaha oder Ducati auf Suzuki oder Aprilia umsteigen?

Lin Jarvis hat gehört, dass die Dorna den Kundenteams von 2017 bis 2021 sämtliche Materialkosten (ohne Sturzschäden) ersetzt. «Ja, im Vorschlag wird erwähnt, dass die Kundenteams künftig grössere Zuschüsse erhalten sollen», weiss Jarvis. «Wir müssen uns das noch alles genauer anschauen, bevor wir einen Kommentar zum neuen Vertrag geben können.»

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