Stefan Bradl: «Ich fahre auch 2016 MotoGP»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl mit Schiene auf dem Fahrrad auf dem Sachsenring

Stefan Bradl mit Schiene auf dem Fahrrad auf dem Sachsenring

Stefan Bradl kann bei Forward-Yamaha bleiben; er sieht aber auch bei anderen Teams gewisse Möglichkeiten für 2016. Und für Indy am 9. August will er wieder fit sein.

Stefan Bradl (25) musste in Sachsen erstmals seit Phillip Island 2013 auf ein MotoGP-Rennen verzichten, damals hatte er sich eine Woche zuvor im FP4 in Sepang/Malaysia im rechten Fuss einen Knöchelbruch zugezogen.

Der verletzte Athinà-Forward-Yamaha-Pilot (Kahnbeinbruch im Rennen von Assen) schaute den Kollegen mehrmals an der Strecke zu und unterstützte seinen Ersatzfahrer Claudio Corti.

Dazu fanden erste Gespräche mit Forward für die Saison 2016 statt​. Der italienische Forward-Teambesitzer Giovanni Cuzari hat auf Umwegen bereits vernommen, dass Stefan Bradl trotz der ziemlich verpatzten ersten Saisonhälfte für die nächste Saison auch bei Teams wie Aprilia Racing oder Pramac Ducati berücksichtigt werden könnte.

Pramac und Ducati wollen aber die aktuellen Fahrer Yonny Hernandez und Danilo Petrucci noch zwei, drei Rennen weiter beobachten, ehe entschieden wird, ob ein Fahrer ausgewechselt oder das aktuelle Duo auch für 2016 beibehalten wird.

Ausserdem haben bei Pramac auch Fahrer wie Cal Crutchlow und Pol Espargaró angeklopft, deren Verträge mit LCR-Honda und Tech3-Yamaha auslaufen.

Bei Aprilia ist Alvaro Bautista für 2016 gesetzt, der zweite Platz ist noch unbesetzt, es gibt Verhandlungen mit Draufgänger Sam Lowes aus der Moto2.

Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta will seine Beziehungen spielen lassen und Stefan Bradl unbedingt in der MotoGP-Klasse halten. «Das ist wichtig für die Meisterschaft», erklärte Ezpeleta auf dem Sachsenring gegenüber SPEEDWEEK.com.

SPEEDWEEK.com hat sich mit Stefan Bradl vor seiner Abreise aus dem Sachsenring-Fahrerlager am Sonntag unterhalten.

Stefan, du trägst die vor knapp zwei Wochen operierte rechte Hand immer noch in einer Schiene. Aber du hast seit Freitag keine Schmerzen mehr?

Wenn ich das Handgelenk in dieser Schiene fixiert habe und es nicht bewege, ist es okay. Aber ich muss diese Schiene natürlich ​nach diesem Wochenende wegtun und schauen, dass ich im Gelenk Bewegung herstelle. Dann muss ich langsam mit der Belastung anfangen, aber wirklich ganz langsam.
Ich probiere bereits hin und wieder, die Hand zu belasten, aber ich spüre dann, dass es noch nicht möglich ist. Aber in den nächsten zwei Wochen kann sich einiges tun. Daher bin ich ganz optimistisch, dass ich in Indianapolis einsatzfähig sein werde.
Ich weiss noch nicht, ob ich 100-prozenzig fit sein werde, aber zumindest kann ich wieder fahren.

100-prozentig fit warst du eh noch nie?

(Er lacht). Ja, war ich eh noch nie.

Auf dem Sachsenring beginnen üblicherweise die Transfergespräche für die kommende Saison. Wie sieht die Situation bei dir aus? Du kannst bei Forward bleiben. Es könnten sich aber auch bei Aprilia oder Pramac Möglichkeiten ergeben?

Ja, die Gespräche gehen natürlich los. Das war letztes Jahr eigentlich zum genau gleichen Zeitpunkt. Damals hatten wir die gleiche Situation.
Ja, mein Vertrag mit Forward läuft am Ende des Jahres aus. Man schaut sich natürlich um. Das tut das Team, da tue ich, das tun andere Teams und andere Fahrer.
Aber es gibt nichts, was man irgendwie vermelden könnte. Es werden demnächst Gespräche stattfinden. Dann wird man schauen, was sich während der Sommerpause tut.

Du bist hier 2014 auf dem dritten Startplatz gestanden und hast das Rennen angeführt. Jetzt bist du verletzt und WM-19. Werden dadurch die Verhandlungen für 2016 dramatisch erschwert? Oder bist du zuversichtlich, dass du auch im nächsten Jahr wieder MotoGP fahren wirst?

Ja, ich bin eigentlich schon zuversichtlich, dass ich 2016 wieder in der MotoGP-WM fahre. Okay, ich habe jetzt keine grandiose erste Saisonhälfte abgeliefert. Aber ich war auch nicht wirklich vom Glück begünstigt, was die Situation mit der Elektronik und der Motorradabstimmung betraf. Wir haben viel Pech gehabt.
Ich habe selber auch Fehler gemacht, keine Frage. Aber ich war nicht an allem immer selber schuld. Ich habe viele technische Rückschläge einstecken müssen.
Man wird sehen. Ich muss es nehmen, wie es ist. Auch wenn die Situation in der WM für mich jetzt nicht so gut ausschaut, bin ich immer noch optimistisch und sehr zuversichtlich, dass ich nächstes Jahr wieder MotoGP fahre.
Denn es gibt einige Teamchefs, die sich gut auskennen und die nicht nur die Rennen in diesem Jahr bewerten, sondern auch gewisse Einzelleistungen und meine Performance in den Jahren davor. Die Insider beobachten ja auch die einzelnen Trainings und Probleme, die in der Open-Class passieren. Daher mache ich mir jetzt keinen Stress.
Aber es wird jetzt natürlich eine Sommerpause werden, die von Verhandlungen geprägt sein werden. Das Mobiltelefon darf man im Urlaub auf jeden Fall nie ausgeschaltet lassen.

Deine Kritiker sehen dich 2016 schon in der IDM oder in der Moto2-WM. Aber deine wahren Fans können sich auf eine weitere MotoGP-Saison mit Stefan Bradl freuen?

Ja.

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