Forward-Team: Teamchef Giovanni Cuzari weiter in Haft

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Das Athinà-Forward-Team bei der Vorstellung im März in Mailand: Giovanni Cuzari (Vierter von rechts) neben Stefan Bradl

Das Athinà-Forward-Team bei der Vorstellung im März in Mailand: Giovanni Cuzari (Vierter von rechts) neben Stefan Bradl

Das Material des Forward-Teams (MotoGP-Yamaha, Moto2-Kalex) befindet sich bereits in Amerika. Trotzdem steht die Zukunft des Teams in den Sternen.

Unerfreuliche Nachrichten für die betroffenen Mitglieder des Athiná Forward Racing-Teams: Der am Montag im Tessin festgenommene Teambesitzer Giovanni Cuzari befindet sich weiter in Haft.

Deshalb lässt sich immer noch nicht abschätzen, ob das seit 2010 existierende Team am 9. August beim Indianapolis-GP in den Klassen Moto2 (Fahrer: Corsi, Baldassarri) und MotoGP (Fahrer: Bradl, Baz) antreten kann.

Die Behörden ermitteln gegen Cuzari wegen des Verdachts auf Bestechung, Steuerhinterziehung, Steuerbetrug und Geldwäsche, offenbar in Zusammenhang mit Sponsorship-Deals mit italienischen Firmen. Im Visier der Behörden steht Cuzaris inzwischen stillgelegte Firma Media Action. Es gehe um Millionen von Franken, teilten die Tessiner Behörden mit. Cuzari wird vorgeworfen, einigen Sponsorfirmen behilflich gewesen zu sein, mit dem Vehikel Media Action im grossen Rahmen die italienische Mehrwertsteuer IVA zu hinterziehen. Auch von Scheinrechnungen und Schwarzgeld ist die Rede.

Der Rennbetrieb von Forward wird über die in Agno/Schweiz angesiedelte und im Juli 2014 gegründete Firma Forward Team S. A. abgewickelt, die nicht im Zentrum von Ermittlungen steht.

Giovanni Cuzari ist Alleininhaber dieser Firma. Ob jetzt genügend ​Geld zur Verfügung steht, um die restlichen neun Grand Prix absolvieren zu können, lässt sich vorläufig nicht beurteilen. Bei den Teammitgliedern macht sich Besorgnis breit. Obwohl das gesamte Forward-Material vo​m Sachsenring-GP direkt nach Amerika verfrachtet wurde, gibt es noch kein grünes Licht für eine Teilnahme am US-GP in zwei Wochen.

Ob die Mannschaft in Marsch gesetzt werden kann, hängt davon ab, ob dann in Indy die Rechnungen für Hotel, Leihautos und so weiter bezahlt werden können, ob die Zulieferfirmen von Brembo bis Öhlins (für die Suspension gibt es bei den MotoGP-Teams Leasingverträge) an Bord bleiben, ob Yamaha mitspielt, ob die Sponsoren wie Athinà Eyewear in dieser schwierigen Situation loyal bleiben und ob danach auch die restlichen acht Rennen finanziert werden können.

Solange Teambesitzer Cuzari hinter Schloss und Riegel sitzt, ist der Rennstall nur bedingt handlungsfähig. Selbst wenn sich ein Investor oder potenzieller Käufer findet, werden sich die Verhandlungen über Monate hinziehen.

Dass die Dorna eine Zwischenfinanzierung anbietet, ist schwer vorstellbar. Denn nach so einer Rettungsmassnahme würden womöglich auch andere unterfinanzierte MotoGP-Teams wie AB Motoracing, IodaRacing oder LCR (von Sponsor CWM im Stich gelassen) bei der Dorna als Bittsteller auftreten.

«Ich stehe mit Teammanager Marco Curioni in Kontakt», sagt Stefan Bradl. «Er bemüht sich, das Team am Leben zu halten. Aber ich kann vorläufig nichts tun als abzuwarten. Ich betreibe bereits seit Montag mit meinem Trainer Bernd Thuner ein gezieltes Aufbautraining. Gleichzeitig läuft die Therapie weiter. Das rechte Handgelenk hat nach dem Kahnbeinbruch jetzt schon wieder die ​übliche Beweglichkeit. In der kommenden Woche werden wir mit ersten Belastungstests beginnen​, die sicher mit Schmerzen verbunden sein werden. Aber ich könnte in Indy auf jeden Fall fahren.»

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