Jack Miller 2016: Welches Team? Welches Motorrad?

Von Günther Wiesinger
MotoGP

HRC traut dem 20-jährigen Jack Miller zu, für 2017 den Sprung ins Repsol-Honda-Team zu schaffen. Aber zuerst muss die Saison 2016 bewältigt werden. Und da bestehen noch Hindernisse.

Die Honda Racing Corporation hat vor einem Jahr auf Jack Miller statt auf Stefan Bradl gesetzt und ihn als möglichen Nachfolger von Dani Pedrosa für das Repsol-Honda-Team 2017 ausgekundschaftet.

Der letztjährige Moto3-Vizewletmeister erhielt deshalb einen kugelsicheren Drei-Jahres-Vertrag. Er sollte 2015 und 2016 bei LCR-Honda für das Werksteam aufgebaut werden.

Doch LCR-Teambesitzer Lucio Cecchinello hat seinen Hauptsponsor CWM verloren und sieht sich deshalb ausserstande, 2016 neben Cal Crutchlow (er hat einen neuen Vertrag für 2016 mit Option auf 2017) auch Miller zu finanzieren.

HRC sucht deshalb ein neues Zuhause für «JackAss», der am Sonntag in Silverstone seinen Teamkollegen Crutchlow bereits in Runde 3 beim Kampf um Platz 5 grimmig abgeräumt hat.

HRC-Sportdirektor und Repsol-Honda-Teamprinzipal Livio Suppo: «Gut, Jack hat einen Fehler gemacht. Aber mir hat gefallen, dass er aggressiv gefahren ist.»

HRC hat bei Marc VDS Racing angefragt, ob sie 2016 neben Tito Rabat auch Miller unterbringen könnten. Aber dieser Plan scheitert wohl am Budget – und am zweiten Teamplatz. Honda will Miller auf jeden Fall auch 2016 den italienischen Crew-Chief Cristian Gabbarini zur Seite stellen, der schon Casey Stoner bei LCR, Ducati und Honda betreut hat.

Also könnte Jack Miller aller Voraussicht nach – wie geplant – zum Power Electronics Team von Jorge Martinez transferiert werden. Womöglich wird Miller dort Teamkollege seines Kumpels Danny Kent, momentan Moto3-WM-Leader mit 70 Punkten Vorsprung. Kent steht dort jedenfalls auf der Kandidatenliste.

«Wenn Jorge Martinez so eine Fahrerpaarung bevorzugt, wir haben nichts dagegen», erklärte Livio Suppo in England.

Dann hätte das LCR-Team als Junior-Team von HRC ausgedient, denn dort fährt im nächsten Jahr Cal Crutchlow, der auf die 30 zugeht.

Eine wichtige Frage ist allerdings noch nicht geklärt: Wer bekommt 2016 neben dem Repsol-Honda-Team (Márquez, Pedrosa) die beiden Factory-Honda RC213V des Jahrgangs 2016?

Wenn es nach HRC geht, wären das offenbar Tito Rabat bei Marc VDS und Cal Crutchlow bei LCR-Honda.

Aber da spielt Jack Millers persönlicher Manager Aki Ajo nicht mit. «Jack hat im Gegensatz zu Crutchlow einen HRC-Werksvertrag», betonte Ajo im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Deshalb erwarte ich, dass er im nächsten Jahr eine aktuelle Werksmaschine bekommt, die auf dem technischen Stand der Repsol-Werksmannschaft ist.»

Martinez rechnet vorläufig nur mit 2015-Werks-Honda, also mit jenem Stand, den Crutchlow und Redding jetzt verfügen. Denn sie sind kostengünstiger, was die Leasingraten betrifft. Aber so ein Material stellt Miller und Ajo nicht zufrieden. Denn damit ist Crutchlow jetzt nur WM-Zehnter und Redding WM-Dreizehnter.

Mit solchen Gebrauchtmaschinen wollen sich Miller und Ajo auf keinen Fall abspeisen lassen. Denn 2016 ist der Welpenschutz bei Miller endgültig vorbei. Und mit 2015-Bikes wird er kaum regelmässig unter die Top-Ten fahren können. Das hatte Teamchef Lucio Cecchinello schon für 2015 erwartet, dazu den Gewinn der Open Class. Miller ist jetzt WM-19. und liegt in der Open-Class-Wertung mit zwölf Punkten auf Platz 4 hinter Barbera (23 Punkte), Baz (15) und Hayden (12).

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