Scott Redding: Warum ich für Pramac Ducati fahre

Von Colin Young
MotoGP

Warum hat sich Scott Redding für einen Wechsel von Honda zu Ducati und von Marc VDS zu Pramac entschieden? Der Brite glaubt, dass dies den Wendepunkt in seiner Karriere bedeuten könnte.

Scott Redding musste befürchten, dass er 201​6 ohne Team und Motorrad dasteht, wenn sich seine schlechten Leistungen auf der Honda RC213V des Marc VDS-Teams fortsetzen würden. ​Daher will er 2016 auf der Ducati des Pramac-Teams sein wahres Können zeigen.

Seine Entscheidung, das Marc VDS-Team zu verlassen, das nur für ihn den MotoGP-Einstieg wagte, bereitete Redding «schlaflose Nächte». Doch er hatte keine Wahl, wenn man die Frustration bedenkt, welche das 2015er-Modell der RC213V auslöste. Auch der zweifache MotoGP-Weltmeister Marc Márquez hatte Probleme, bis er in Assen zum Chassis von 2014 zurückkehrte.

Zusammen mit dem sechsten Platz bei seinem Heim-Grand-Prix in Silverstone erreichte der WM-13. in zwölf Rennen nur drei Top-10-Plätze. «Ich kann nicht noch ein Jahr in meiner derzeitigen Situation verkraften, weil ich dann 2017 nicht mehr im Paddock vorzufinden sein werde», sagt Redding.

«Ich muss Resultate zeigen, in der MotoGP-Klasse hat man keine Zeit, um nur 13. zu werden. Wenn du nicht ablieferst, setzen sie einen anderen Fahrer auf dein Bike.»

Redding zeigte sich in Brünn als verfügbar für das Pramac-Team. Er wurde schnell zur ersten Wahl vor Moto3-WM-Leader Danny Kent und dem Moto2-Gesamtführenden Johann Zarco.

Reddings Vertrag für 2016 enthält eine Option von Pramac Ducati auf ihn für die Saison 2017. «Es macht einen großen Unterschied, wenn man weiß, dass ein Team an dein Potenzial glaubt, wie es Marc VDS in der Vergangenheit tat.»

«Honda erlebt eine sehr schwierige Saison. Zudem habe ich bei ihnen nicht Priorität», erklärte Redding, dessen persönlicher Manager Marc VDS-Teamchef Michael Bartholemy ist. «Ducati wollte mich seit 2012 verpflichten. Sobald ich sagte, dass ich verfügbar bin, sagten sie mir innerhalb von 24 Stunden, dass sie mich im Team wollen und mir helfen wollen, Rennen zu gewinnen. Diese positive Antwort bescherte mir ein sehr gutes Gefühl.»

«Für mich ist es ein deutliches Zeichen, wenn der Fahrer, der im letzten Jahr die Weltmeisterschaft gewonnen hat, 2015 nicht mit der Honda zurechtkommt. Wie zur Hölle soll es dann ein Rookie schaffen? Márquez kehrte zum 2014er-Chassis zurück, doch wir stecken in der Scheiße. Honda sagt nicht, dass wir das 2014-Chassis testen können, um herauszufinden, ob das unser Problem ist. Ich will nicht Teil eines großen Teams sein, bei dem ich nur auf der Ersatzbank sitze. Ich will ein Hauptakteur sein», betont der 22-Jährige.

«2016 werde ich auf einer GP15 starten. Ducati will Resultate sehen, bevor sie mir Werksunterstützung zukommen lassen. Das Pramac-Team ist nicht nur ein Satelliten-Team, denn sie sind dem Werk sehr nah.»

Redding war 15 Jahre alt, als er der jüngste GP-Sieger aller Zeiten im 125-ccm-Rennen 2008 beim Grand Prix von Großbritannien wurde. «Ich fuhr in diesem Jahr oft mit den Pramac-Ducati-Piloten auf der Strecke. Die Maschine sieht aus, als wäre sie ein normaler fahrbares Bike. Ich bin aufgeregt und glaube, dass die Maschine zu mir passen wird», ist der Brite überzeugt.

Redding glaubt, dass er auf der Pramac-Ducati stärker sein wird als Petrucci und Hernandez es 2015 sind. «Ihre diesjährigen Fahrer sind wirklich gut, aber ich denke nicht, dass sie auf demselben Level sind wie ich. Ich denke, dass ich das Potenzial habe, um gegen die Fahrer an der Spitze der MotoGP-Klasse zu bestehen.»

«Es war hart, sich von Marc VDS zu trennen, die mich in die MotoGP-Klasse gebracht haben. Doch es lief nicht nach Plan. Ich kann Marc VDS nicht genug dafür danken, was sie für mich getan haben.»

Marc VDS-Teamchef Michael Bartholemy, der auch Reddings persönlicher Manager ist, sagte. «Ich glaube an Scott. Pramac und Ducati haben eine sehr gute Wahl getroffen.»

Weblinks

siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

25 Jahre Dorna: Holpriger Beginn, jetzt viel Applaus

Günther Wiesinger
Brünn 2016 war der 400. Grand Prix unter dem Regime der Dorna. Seit 25 Jahren vermarkten die Spanier den Motorrad-GP-Sport. Manche andere Rennserien könnten sich ein Beispiel nehmen.
» weiterlesen
 

TV-Programm

Mi. 15.07., 19:15, ServusTV Österreich
Servus Sport aktuell
Mi. 15.07., 19:35, Motorvision TV
Formula E Street Racers
Mi. 15.07., 20:45, ORF Sport+
Formel 1
Mi. 15.07., 20:45, ORF Sport+
Formel 1
Mi. 15.07., 23:00, Eurosport
E-Sports
Mi. 15.07., 23:00, ORF Sport+
Formel 2
Mi. 15.07., 23:15, Hamburg 1
car port
Do. 16.07., 00:25, Motorvision TV
Classic Races
Do. 16.07., 00:45, ORF Sport+
Formel 1
Do. 16.07., 01:10, SPORT1+
Motorsport - 24 Stunden Rennen
» zum TV-Programm
16