Ducati: Warum es mit Stefan Bradl nicht klappte

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti betont, dass sich Eigentümer Audi bei der Fahrerwahl nicht einmischt. Und er erklärt, warum Stefan Bradl bei Pramac nicht erste Wahl war.

Dass Stefan Bradl bei Pramac-Ducati für 2016 neben Kandidaten wie Cal Crutchlow und Danny Kent sowie Scott Redding ein Anwärter auf den zweiten Platz neben Danilo Petrucci war, bestreitet niemand.

Der perfekt Deutsch sprechende Pramac-Teambesitzer Paolo Campinoti steckte Stefan Bradl am ersten Trainingstag in Assen Ende Juni seine Visitenkarte zu und bat den deutschen MotoGP-Fahrer um ein Meeting.

Man setzte sich am Donnerstagabend zusammen, auch Teammanager Francesco Guidotti war dabei sowie dessen Bruder Giacomo, der jetzt Crew-Chief bei Yonny Hernandez ist und 2016 für Bradl arbeiten hätte sollen. Francesco Guidotti kennt Bradl aus seiner Zeit im KTM-Werksteam, als Bradl 2006 im Junior-Team in der 125er-WM debütierte.

Guidotti bestätigte das Pramac-Interesse nach dem Sachsenring-GP im Rahmen des Misano-Tests gegenüber SPEEDWEEK.com. «Bradl ist eine Option», versicherte der Italiener.

Es habe aber nie ein konkretes Angebot gegeben, weder in der Sommerpause noch beim Indianapolis-GP, wo Cal Crutchlow bei Ducati absagte, lässt Stefan Bradl durchblicken.

Danach kamen bei Pramac Danny Kent und in Brpnn überraschend auch Scott Redding ins Spiel; Redding wurde schliesslich beim Silverstone-GP als Hernandez-Nachfolger präsentiert.

SPEEDWEEK.com hat sich mit Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti über Stefan Bradl unterhalten.

Paolo, Pramac hatte Interesse an Stefan Bradl. Es gab ein Gespräch in Assen. Aber General Manager Gigi Dall' Igna und du, ihr habt diese Idee nicht befürwortet?

Aaaah... So war es nicht wirklich. Ende Juni, zu diesem Zeitpunkt... Da waren wir noch in der Nachdenkphase. Danilo und auch Yonny hatten bis Ende Juni ein paar gute Rennen gezeigt. Yonny hatte auch Pech, zum Beispiel in Argentinien, als sein Motor kaputt wurde und sein Motorrad Feuer fing.
Es war also kein Muss, bei Pramac einen Fahrertausch zu machen. Das machte nur Sinn, falls grossartige Ideen auftauchten.

Ich respektierte Stefan, denn er ist ein sehr konstanter und schneller Fahrer. Aber zu diesem Zeitpunkt Ende Juni waren wir nicht bereit, ihn zu berücksichtigen. Wir dachten, es würde andere Möglichkeiten geben. Auf eine gewisse Art war es zu früh, um mit ihm zu verhandeln.

Euer Interesse ist dann über Nacht komplett zum Erliegen gekommen, als Stefan Bradl für die zweite Saisonhälfte bei ewigen Ducati-Rivalen Aprilia unterschrieben hat? Oder hatte dieser Transfer keinen Einfluss?

Hmmm... (Er wirkt nachdenklich).

Ein bisschen?

Ich würde... Nein. Ich war froh für Stefan, weil er vor einem Jahr verschiedene Möglichkeiten hatte. Forward sah damals vom Technikpaket her wie eine gute Gelegenheit aus. Aber am Schluss nahm die Geschichte kein gutes Ende.
Ich persönlich war happy, als Stefan für die zweite Saisonhälfte ein neues Team fand. Es freut mich, dass er rasch eine Chance zum Weiterfahren erhielt.
Und vielleicht bekommt Stefan 2016 ein besseres Motorrad. Ich denke, er hat sich das verdient.
Aber manchmal passieren die Dinge nicht zum richtigen Zeitpunkt. Man muss manchmal pragmatisch sein.
Günther, du kennst diese GP-Welt besser als ich. Manchmal trifft man sich zum richtigen Zeitpunkt, manchmal passiert es zu früh oder zu spät.

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