O’Kane (Suzuki): «Seamless noch in der Entwicklung»

Von Thomas Baujard
MotoGP
Tom O’Kane ist einer der erfahrensten Crew-Chiefs der MotoGP-WM und war bereits viele Jahre für Suzuki tätig. Derzeit arbeitet er mit Aleix Espargaró. SPEEDWEEK.com traf ihn zum exklusiven Interview.

In der ersten Saisonhälfte standen die Suzuki-Piloten Maverick Viñales und Aleix Espargaró zusammen dreimal in der ersten Startreihe. Espargaró stürzte in Barcelona auf Platz 4 liegend, nachdem er von der Pole-Position losgeprescht war. Doch in der zweiten Saisonhälfte ging es mit den Leistungen des Suzuki-Teams bergab. In Aragón glänzte Suzuki-Pilot Aleix Espargaró jedoch wieder mit dem sechsten Platz vor Cal Crutchlow – sein bisher bestes Ergebnis in dieser Saison.

Niemand weiß besser, wie sich die GSX-RR bisher entwickelte als Aleix Espargarós Crew-Chief Tom O’Kane. SPEEDWEEK.com traf den Nordiren zum exklusiven Interview, der schon 2005 bis Ende 2011 bei Suzuki als Crew-Chief tätig war und 2013 wieder in das Testteam geholt wurde.

Tom, wie erging es dir in dieser Saison bisher?

Es war zuallererst eine sehr arbeitsreiche Saison für uns. Wir haben viel getestet und auch bei den Rennen hart gearbeitet. Viele der Strecken waren neu für uns, doch für die letzten Rennen haben wir glücklicherweise auf jeder Strecke mindestens einmal getestet.

Worin bestanden die bedeutenden Fortschritte mit der GSX-RR in diesem Jahr?

Seit dem Saisonstart gab es zwei sehr wichtige Motor-Upgrades. Das erste kam für das Barcelona-Wochenende und wir setzten es im Rennen ein. In Aragón kam das zweite. Beide Upgrades sollten den Motor insgesamt verbessern. Suzuki will das Bike aber fahrbar halten. Gleichzeitig wollen wir so viel Power wie möglich erreichen.

Nach dem erfolgreichen Barcelona-GP schien es, als könnte Suzuki nicht mit den schnellen Entwicklungsschritten von Honda und Yamaha mithalten.

Die Startplätze 1 und 2 in Barcelona kamen durch eine Kombination unterschiedlicher Dinge zustande. Seitdem entwickelten sich die anderen Hersteller ebenfalls weiter. Es zeigte ein Level, das ein bisschen höher war als das tatsächliche. Das Bike funktionierte auf dieser Strecke wirklich besser. Aber wenn man sich an 2013 erinnert, fand unser erster Test in Europa mit Randy in Barcelona statt. Wir lagen damals nur 0,6 sec hinter der Bestzeit. Wir wussten also, dass unser Bike auf dieser Strecke gut funktioniert. Barcelona zeigte die beste Seite von Suzuki, doch wir haben noch viel Arbeit vor uns.

Wie sieht es mit dem Seamless-Getriebe aus? Seit Indy setzt ihr einen verbesserten Akrapovic-Auspuff ein?

Ja, in Indy erhielten wir den Akrapovic-Auspuff. Ein weiteres Upgrade gab es in Aragón, das Teil des Motor-Upgrades war. Bisher haben wir das Seamless-Getriebe noch bei keinem Rennen eingesetzt, es befindet sich noch in der Entwicklung.

Das Handling und die Kurvengeschwindigkeiten der GSX-RR sind sehr gut. Woran müsst ihr jetzt gezielt arbeiten? Motorkraft für die Beschleunigung, die Motorbremse, mehr Grip am Hinterrad und die Haltbarkeit der Reifen?

Genau diese Dinge. Ehrlich gesagt, kann man nie genug Grip am Hinterrad haben. Auch die Arbeit an der Haltbarkeit der Reifen ist sehr wichtig, um das gesamte Rennen über genug Grip zu haben. Mehr Power fordert aber auch Veränderungen am gesamten Bike. Sobald wir also mehr Motorleistung haben, müssen wir auch nach und nach das Chassis und ein paar andere Dinge verändern. Obwohl die Maschine in den Kurven sehr agil ist, suchen wir natürlich auch immer nach besserem Turning. In jedem Bereich gibt es immer Raum für Verbesserungen.

In Aragón beklagte Maverick Viñales fehlenden Grip am Hinterrad. Galt dasselbe für Aleix?

Ja, das galt auch für Aleix. Alle Piloten hatten anfangs dieses Problem, denn die Streckenbedingungen waren nicht ideal. Alle hatten dieses Problem, aber uns bereitete es größere Schwierigkeiten. Das ist eine wichtige Lücke, die wir schließen müssen. Das Bike muss besser arbeiten, wenn der Grip nicht ideal ist.

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