Sieger Dani Pedrosa: «Das war ein wichtiger Sieg»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Dani Pedrosa wechselte auf dem Startplatz auf den harten Hinterreifen und hatte damit im Finish klare Vorteile. Er feierte seinen ersten Sieg seit Brünn 2014.

45 von 50 möglichen Punkten in den letzten zwei Rennen, erster MotoGP-Sieg seit Brünn 2014, jetzt immerhin in der WM auf Platz 5 vor Smith und Dovizioso: Der GP von Japan verlief für Dani Pedrosa absolut zufriedenstellend.

Der Repsol-Honda-Star holte am Schluss die beiden Werks-Yamaha von Rossi und Lorenzo ein und siegte mit erstaunlichen 8,5 Sekunden Vorsprung auf den italienischen WM-Leader.

«Ich wollte eigentlich mit harten Reifen ins Rennen gehen. Aber ich bin die Besichtigungsrunde versuchsweise mit dem weichen Hinterreifen gefahren, ich hatte aber damit kein gutes Gefühl. Ich habe dann mit meinen Mechanikern beratschlagt. Sollten wir die Reifen so lassen? Oder etwas ändern? Wir überlegten hin und her. Einerseits dachte ich: Wenn ich gegen die Spitzenfahrer fighten muss, ist es besser, wenn ich dieselben Reifen verwende wie sie. Anderseits habe ich mich mit der weichen Mischung für hinten in der Besichtigungsrunde nicht wohl gefühlt. Also habe ich mich in letzter Minute hinten für die härtere Mischung entschieden», berichtete der dreifache Weltmeister nach seinem insgesamt 50. GP-Sieg. «Das führte dazu, dass ich nach dem Start nicht richtig pushen konnte. Das hat mich aber nicht aus der Ruhe gebracht. Ich wusste, die letzten Runden würde bei dieser 24-Runden-Distanz wichtiger sein als der Beginn. Und es gibt hier sehr viele Kurven, bei denen man im ersten oder zweiten Gang hart beschleunigen muss; der Hinterreifen wird also enorm beansprucht. Dazu ist unser Motor noch sehr aggressiv, wenn du das Gas aufdrehst. Trotzdem waren meine Rundenzeiten in der Anfangsphase nicht allzu langsam. Aber die Yamaha waren extrem schnell. Ich konnte gar nicht glauben, wie schnell mein Rückstand anfangs angewachsen ist. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich diesen Abstand noch aufholen könnte...»

«Aber ich konnte meinen Rundenzeiten konstant beibehalten. Ich wusste nicht, ob die zwei Yamaha vorne oder hinten Reifenprobleme haben würden. Ich dachte, am ehesten werden sie vorne Probleme kriegen, weil es an den Bremspunkten immer trockener wurde. Ich bemühte mich, die Reifen zu schonen und rechnete mir immerhin Chancen auf einen Podestplatz aus», schilderte Dani. «Dann kam ich an Valentino vorbei und überlegte, ob ich auch Jorge noch schnappen könnte. Ich konnte ihn vor mir sehen. Ich fuhr weiter konstant schnell und rückte von Runde zu Runde näher. Ich blieb ruhig und wählte andere Linien, um die Reifen im Nassen abzukühlen. Ich konnte am Schluss deutlich schneller fahren und Jorge überholen. Als ich vor ihm war, kam mir viel in den Sinn. Ich hatte so lange nicht gewonnen... Ich wollte diesen Erfolg auf keinen Fall aufs Spiel setzen, sondern ihn für mein Team, für Honda, meine Fans und meine Familie scherstellen. Auch mein Trainer und Physiotherapeut hat diesen Sieg verdient. Er hat mir viel geholfen. Das war ein wertvoller Sieg, endlich konnte ich allen Fans etwas zurückgeben.»

Pedrosa hatte sich nach Platz 6 beim Auftakt wegen «arm pump» am rechten Unterarm operieren lassen, er fehlte dann bei drei Rennen.

Übrigens: Es war Danis erster MotoGP-Sieg ohne seinen alten Crew-Chief Mike Leitner, der im Winter zu KTM ging; jetzt ist Ramon Aurin für die Honda RC213V des Spaniers zuständig.

«Seit Katar ist viel passiert. Wichtiger als der Sieg heute ist die Tatsache, dass ich mich heute auf dem Motorrad sehr wohl gefühlt habe», ergänzte Pedrosa. «Wir verbessern uns. Aber wir dürfen uns nichts vormachen. Im Trockenen hätte das Rennen heute vermutlich anders ausgesehen. denn die Yamaha hatten im Trockenen hier eine wirklich starke Pace. Aber der Regen bot uns eine Chance, wir haben sie genützt.»

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