Jorge Lorenzo: Rossi wieder Hauptgegner? Hoffentlich!

Von Ivo Schützbach
Im Rahmen der Teampräsentation von Movistar Yamaha in Barcelona sprach Weltmeister Jorge Lorenzo über die neue Yamaha M1 und seinen Teamkollegen Valentino Rossi.

Im streng durch Security abgeriegelten Telefonica-Hauptquartier «Torre Telefonica Diagonal 00» fand am heutigen Montag die Teampräsentation von Movistar Yamaha statt. Die neue Yamaha M1 wurde präsentiert.

Weltmeister Jorge Lorenzo berichtete zunächst, wie es für ihn nach dem Finale in Valencia weiterging. «Nach dem Valencia-GP musste ich viele Events und Verpflichtungen für Yamaha und Sponsoren wahrnehmen. So ist es immer, wenn man Weltmeister ist. Eineinhalb Monate ist man dann mit diesen Dingen beschäftigt. Danach habe ich mein Training wieder aufgenommen. Nun versuche ich, meine körperliche Verfassung zu verbessern. Derzeit befinde ich mich etwa bei 50 Prozent meines Potenzials.»

Erst mit seinen vier Siegen in Folge konnte Jorge Lorenzo 2015 nach drei schwierigen Rennen den WM-Kampf aufnehmen. «Anfang der Saison trugen die Umstände nicht gerade zum Erfolg bei. Wir schafften es nicht auf das Podest. In Katar führte ich das Rennen lange an, bis ich Probleme mit dem Helm bekam. Doch auch beim Bike erreichten wir nicht das Maximum. Es fehlte an Power auf der Geraden. In Austin war ich krank und fühlte mich nicht wohl. In Argentinien hatte ich Probleme mit den Reifen. Als wir in Jerez das Problem am Bike fanden, waren wir sofort schneller. Ich gewann vier Rennen in Folge.»

Der WM-Kampf zwischen Valentino Rossi und Jorge Lorenzo war 2015 nervenzerreißend. Nach dem Brünn-GP lag Lorenzo mit mehr Siegen an der Spitze, er war punktgleich mit Rossi. Danach baute der «Doctor» seine Führung wieder aus. Wann wusste Lorenzo, dass er den Titel holen kann? «Es gab ein paar Momente, in denen ich das dachte. Die Saison war lang und es passierten sehr viele Dinge. Erst lief es gut, dann hatte ich in den nächsten Rennen wieder Probleme. Drei oder vier Mal kam ich bis auf einen Punkt an Valentino heran, dann verlor ich wieder 8, 9 oder 13 Punkte. Ich musste mich wieder herankämpfen, doch ich glaubte immer an unsere Chance auf den Titel. Am Ende haben wir es geschafft. Deshalb bin ich sehr stolz, denn es war eine harte und komplizierte Saison. Trotzdem glaube ich daran.»

Wird Rossi auch 2016 dein größter Konkurrent sein? «Ich hoffe es, denn das würde bedeuten, dass unsere Gegner noch immer einen Schritt zurück sind. Im letzten Jahr war unser Bike unglaublich. Wir konnten das Bremsen, die Beschleunigung und den Kurvenspeed verbessern. Das Bike gab mir sehr viel Selbstvertrauen, wodurch so viele Siege und Podestplätze möglich waren. Ich hoffe, es bleibt so, denn das würde bedeuten, dass Valentino oder ich Weltmeister werden.»

2016 wird sich in der MotoGP-Klasse einiges verändern. Michelin wird neuer Einheitsreifen-Lieferant und alle Teams müssen nun neben der Hardware auch die Software von Magneti Marelli verwenden. Welche Bitten hast du nach dem ersten Test der neuen Maschine in Valencia an die Ingenieure gerichtet? «Das Bike an sich vermittelte mir ein gutes Gefühl. Vielleicht müssen wir die Kraft des Motors noch verbessern. Es ist wahr, dass wir dabei ein bisschen auf unsere Gegner verlieren. Durch die neue Elektronik und die neuen Reifen müssen wir auf sehr viele Dinge achten. Das macht einen großen Unterschied für das Gefühl auf dem Bike. Mit den Michelin-Reifen muss man etwas vorsichtig sein. Doch wir werden von Michelin bald einen verbesserten Vorderreifen erhalten. Was die Elektronik betrifft, müssen wir sehr genau arbeiten, denn sie unterscheidet sich stark von der bisherigen. Doch mit Erfahrung und harter Arbeit können wir sie gut abstimmen. Eine unserer Stärken ist, dass wir uns sehr schnell an neue Situationen anpassen. Das ist sehr wichtig.»

Als größte Veränderung neben Elektronik und Reifen gilt die Anhebung des Spritlimits von 20 auf 22 Liter. Der Tank eines Motorrads befindet sich meist vor dem Sitz des Fahrers. Yamaha verlegte den Tank bei der neuen Maschine für 2016 unter und hinter den Sitz. Testfahrer Katsuyuki Nakasuga rückte bei seinem Wildcard-Einsatz in Motegi erstmals mit diesem Tankdesign aus. Beim Valencia-Test waren dann auch Valentino Rossi und Jorge Lorenzo damit unterwegs. Bei der Yamaha-Präsentation in Barcelona wurde ersichtlich, dass auch beim endgültigen Modell für 2016 der komplette Tank im Heck der Yamaha verbaut ist.

Nach der Enthüllung der Maschinen für 2016 ist nun auch klar, dass Weltmeister Jorge Lorenzo der Nummer 99 treu bleibt und nicht die Nummer 1 auf seiner Yamaha tragen wird.

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